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Sicherheit

Außendienst fordert Knüppel

Die neuen „Stadt-Sheriffs“ fordern Schlagstöcke für den Außeneinsatz. Bürgermeister Christian Vogel will grünes Licht geben.
Von Nikolas Pelke

Beim Start gab es für die Stadt-Sheriffs „nur“ Räder, Schutzwesten und Reizgas. Für den Eigenschutz fordert die Truppe jetzt Gummiknüppel. Foto: Pelke
Beim Start gab es für die Stadt-Sheriffs „nur“ Räder, Schutzwesten und Reizgas. Für den Eigenschutz fordert die Truppe jetzt Gummiknüppel. Foto: Pelke

Nürnberg.Eigentlich sollte der neue Außendienst Nürnberg (ADN) die Straßen der fränkischen Großstadt sicherer machen. Doch jetzt fordern die „Stadt-Sheriffs“ selber Schlagstöcke, um sich im Ernstfall bei Übergriffen besser verteidigen zu können.

Seit dem 1. April ist der neue Außendienst im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Der ADN soll Ordnungswidrigkeiten verfolgen und andere Regelverstöße im Stadtrecht ahnden. Mit ihrer blauen Uniform versteht sich der ADN als Ergänzung zur Polizeistreife. Die CSU-Stadtratsfraktion hat nun wissen wollen, welche erste Zwischenbilanz die kommunalen Ordnungshüter ziehen. Der 100-Tage-Bericht der „Stadt-Sheriffs“ hat es durchaus in sich. Neben Erfolgen gehen die „City-Cops“ auch auf Probleme ein. In zwei Fällen sei lauf ADN bisher die Hinzuziehung der Polizei notwendig gewesen. Besonders die Forderung nach Schlagstöcken für den Eigenschutz hat politische Sprengkraft. Hintergrund ist das Tauziehen zwischen CSU und SPD vor der Einführung des Außendienstes. Die Konservativen haben immer für eine kommunale City-Streife für mehr Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung in Nürnberg geworben. Die Sozialdemokraten hatten sich lange Zeit gegen den Aufbau einer Stadt-Security gewehrt.

Gemeinsam haben die beiden Kooperationspartner im Rathaus den Außendienst im letzten Jahr auf den Weg gebracht. Allerdings wurde dabei auch beschlossen, dass die neuen Außendienstmitarbeiter in ihren Uniformen nicht als „Schwarze Sheriffs“ sondern als „Ansprechpartner und Helfer der Bürger“ wahrgenommen werden sollen. Laut den Vorstellungen im Rathaus sollte die neue Streife eher durch ihre sanfte Präsenz auf Spielplätzen und in Grünanlagen auffallen, anstatt mit Schlagstöcken am Gürtel für Abschreckung zu sorgen.

Wenn Wörter nicht mehr helfen

Für den sicherheitspolitischen Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion, Rainer Nachtigall, ist der Fall trotzdem klar. Als Polizeibeamter kann Nachtigall den jetzt aufflammenden Wunsch der City-Sheriffs nicht nur nachvollziehen, sondern auch voll und ganz unterstützen. Laut Nachtigall könnten schließlich Situationen auf den Außendienst zukommen, da „das Wort alleine“ nicht mehr weiterhelfen würde. „Bei manchen Angriffen ist halt nur der Einsatzstock die richtige Wahl der Mittel zur Eigensicherung“, ist sich Nachtigall sicher, der den Wunsch der City-Streife kürzlich in der Sitzung des Rechtsausschusses auf die Tagesordnung gesetzt hat. Dadurch hat Nachtigall insbesondere in den SPD-Reihen des großen Kooperationspartners im Nürnberger Rathaus eine größere Diskussion um die Beschaffung des Schlagstockes ausgelöst.

Bürgermeister Christian Vogel (SPD) ist ebenfalls geneigt, die Truppe mit dem Gummiknüppel auszurüsten. Allerdings hat Vogel noch kein grünes Licht gegeben. „Mir ist der Eigenschutz der Mitarbeiter sehr wichtig“, erklärt der SPD-Bürgermeister gegenüber diesem Medienhaus auf Anfrage. Bei den Sicherheitsdiensten anderer Städte wie München und Fürth würden die Schlagwaffen ebenfalls zur Ausrüstung gehören. Auch die Nürnberger ADN-Mitarbeiter würden in Ausübung ihrer Tätigkeit laut Vogel unpopuläre Entscheidungen umsetzen. Bei den ertappten Missetätern könne es zu „Überreaktionen“ kommen.

„Ein geeignetes Mittel“

„Um diesem Notfall entgegenzuwirken , halte ich den Abwehrstock für ein geeignetes Mittel“, erklärt Vogel weiter. Trotzdem habe Vogel die Hoffnung, dass der Abwehrstock nie benötigt wird. Der SPD-Bürgermeister kündigt gegenüber diesem Medienhaus weiter an, das Thema schon in der Juni-Sitzung des Sicherheitsausschusses zur Abstimmung stellen zu wollen.

„Wenn da kein ausdrückliches Nein kommen sollte, will ich anschließend in die Beschaffung gehen“, kündigt Vogel an. Rainer Nachtigall, sicherheitspolitische Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion, will Vogel dabei unterstützen. „Ich kann Herrn Vogel in der Beschaffung von Einsatzstöcken für den Außendienst nur unterstützen und hoffen, dass er schnell die richtige Entscheidung trifft“, erklärt Nachtigall.

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