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Wahlkampf

Bauern grillen die Kandidaten

Die fünf OB-Kandidaten stellten sich bei einer Diskussion des Bauernverbandes den Fragen der „Knoblauchsländer“.
von Nikolas Pelke

Musste sich bei seinem „Heimspiel“ im Knoblauchsland viel Kritik anhören: Thorsten Brehm, OB-Kandidat der SPD (stehend).  Foto: Nikolas Pelke
Musste sich bei seinem „Heimspiel“ im Knoblauchsland viel Kritik anhören: Thorsten Brehm, OB-Kandidat der SPD (stehend). Foto: Nikolas Pelke

Nürnberg.Wenn der Bauernverband im Knoblauchsland zum Diskussionsabend ins Sportheim einlädt, nehmen nicht nur alle Kandidaten für die anstehende Neuwahl des Nürnberger Oberbürgermeisters auf dem Podium Platz.

Auch die Bürger aus dem ländlich geprägten Knoblauchsland kommen zahlreich. Auf dem Podium hocken auf Einladung des Bauernverbands alle fünf Nürnberger OB-Kandidaten. Auch die Kandidaten von FDP und ÖDP, denen eher Außenseiterchancen eingeräumt werden dürften.

Mit einer Vorstellungsrunde beginnt der Diskussionsabend. Den meisten Applaus sahnt Markus König, der OB-Kandidat der CSU, ab. Thorsten Brehm, den die SPD ins Rennen um die Nachfolge von Ulrich Maly schickt, bekommt erstaunlich wenig Beifall. Dabei hat Brehm im Knoblauchsland eigentlich ein Heimspiel. „Das Knoblauchsland ist meine Heimat. Die Turnhalle hier ist fast mein Wohnzimmer. Hier beim TSV Buch bin ich Vereinsvorsitzender seit zwölf Jahren“, sagt Brehm und erzählt, dass er praktisch gegenüber aufgewachsen sei. Die Sorgen und Nöte des dörflich geprägten Gemüseanbaugebietes rund um den Flughafen vor den Toren der großen Stadt glaubt Brehm deshalb besonders gut zu kennen.

Kampf um die Quadratmeter

Das Hauptproblem sei der Siedlungsdruck. Im Knoblauchsland finde ein Kampf um jeden Quadratmeter statt. „Gemüseanbau gegen Wohnbebauung“ könnte die Schlagzeile über dem Verteilungskampf lauten. Brehm wolle „noch ein paar Flächen“ für den Wohnbau opfern. Aber danach müsse irgendwann Schluss sei. Strittig ist dummerweise „nur“, wann genau Schluss sein soll mit den neuen Baugebieten im Gemüsegürtel. Im Knoblauchsland sind viele Bürger offensichtlich nicht gut auf die SPD zu sprechen, nachdem die Genossen im letzten Jahr ausgerechnet mit den Stimmen der Grünen in Schnepfenreuth ein Neubaugebiet für über 500 Wohneinheiten für über 1000 Einwohner beschlossen haben und dabei nicht davor zurückgeschreckt sind, rund 150 Hektar bewässerte Ackerfläche zu opfern.

Mit Verwandtschaft aus dem Knoblauchsland kann auch Marcus König, der OB-Kandidat der CSU, punkten. Die Großeltern hätten in Neunhof im Knoblauchsland gewohnt. Nach einer Bank-Lehre habe er sich vom Azubi zum Filialleiter hochgearbeitet. Das Knoblauchsland will König offensichtlich noch stärker als sein SPD-Kontrahent vor dem mit viel Geld winkenden Wohnungsmarkt in Schutz nehmen. „Lasst uns unser Knoblauchsland zum Markenkern für Nürnberg machen“, hat König gefordert. Kaum eine Großstadt in Deutschland könne noch mit einem vergleichbar großen Gemüseanbaugebiet direkt vor den Toren der Stadt glänzen. Die Gemüsefelder seien keine fünf Kilometer vom Rathaus entfernt. „Lasst uns den diesen Vorzug schützen, bürokratische Hürden abbauen und einen Beauftragten für Landwirtschaft in der Stadtverwaltung schaffen“, hat König unter dem Beifall der Zuhörer angekündigt.

Gegenwind für die Grüne

Mehr Gegenwind hat Verena Osgyan, die grüne OB-Kandidatin, vom Publikum zu spüren bekommen. „Die Menschen wollen wohnen. Der Erhalt der Ackerflächen wird nicht immer gelingen“, hat Osgyan erklärt und gleichzeitig „Diskussionen“ mit den Landwirten versprochen. Daraufhin haben erboste Bürger die grüne Kandidatin darauf hingewiesen, dass die Zeit für Diskussionen bereits abgelaufen sei. Schließlich hätten die Grünen gemeinsam mit der SPD nicht nur für das neue Wohngebiet in Schnepfenreuth sondern auch für den Verbindungsstraße für genau dieses Neubaugebiet votiert. Laut CSU-Kandidat Marcus König müsse die „Salami-Taktik“ im Zupflastern des Knoblauchsland endlich beendet werden.

OB-Kandidaten

  • Rechtsaußen: Auch der Stadtrat Friedrich Luft von der rechten Bürgerinitiative Ausländerstopp (BA) versuchte erfolglos ohne Einladung an der Podiums-Diskussion teilzunehmen.

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