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Beethoven schaut in Nürnberger Altstadt

Pünktlich zum 250. Geburtstag des großen Komponisten wird das Beethoven-Denkmal an der Hallerwiese auf Vordermann gebracht.
Von Nikolas Pelke

Schönheitskur für Klassik-Superstar: Mohammed und Tobias (von links) bereiten das Auslegen von frischem Rollrasen rund um das runderneuerte Beethoven-Denkmal an der Hallerwiese in Nürnberg vor.  Foto: Nikolas Pelke
Schönheitskur für Klassik-Superstar: Mohammed und Tobias (von links) bereiten das Auslegen von frischem Rollrasen rund um das runderneuerte Beethoven-Denkmal an der Hallerwiese in Nürnberg vor. Foto: Nikolas Pelke Foto: Nikolas Pelke

Nürnberg.Freude, schöner Götterfunken: Klassikfreunde hätten sich den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven heuer wohl sicher ganz anders vorgestellt. Durch die Corona-Krise sind alle Festkonzerte und Geburtstagsständchen ins Wasser gefallen. Am kommenden Wochenende hätte beispielsweise Joana Mallwitz, die gefeierte Generalmusikdirektorin der Nürnberger Staatsphilharmonie, die berühmte „Pastorale“ des Meisterkomponisten im Opernhaus dirigiert. Im Gluck-Saal ist sogar eine kleine Klassik-Party unter der Überschrift „250 Jahre Beethoven“ geplant gewesen, um dem Genie musikalisch die Ehre zu erweisen.

Beethoven-Denkmal

  • Figur:

    Konrad Roth hat 1923 die inklusive Sockel über fünf Meter hohe Marmorstatue in klassischer Pose mit rechtem Arm auf dem Sessel und einem Notenblatt in der linken Hand geschaffen.

  • Platz:

    Pünktlich zum 100. Todestag im Jahr 1927 wurde die Statue vor dem Opernhaus aufgestellt. Zum 250. Geburtstag ist das Denkmal frisch gereinigt und um 90 Grad mit Blick zur Altstadt gedreht worden. Auch der kleine Park rund um das Denkmal wurde neu gestaltet.

Als Perfektionist, Philosoph und Revolutionär sei das Geburtstagskind schließlich der wichtigste Wegbereiter der Romantik und Erbauer einer neuen Tonsprache gewesen, schwärmen die Macher auf der Homepage des Staatstheaters. Mit einer besonderen Idee haben die Nürnberger Symphoniker dem berühmten Tonkünstler ein Ständchen bringen wollen. Unter dem Motto „Mittendrin statt nur dabei“ ist eine spannende Aufführung der Neunten geplant gewesen.

400 Sänger und die Symphoniker sollten dabei kreisförmig in der Mitte der Meistersingerhalle sitzen und gemeinsam musizieren. „Eine nie da gewesene Gemeinschaft von Ausführenden und Publikum für eine neue Dimension des musikalischen Erlebnisses“ haben die Symphoniker damit schaffen wollen. Doch auch diese Beethoven-Party ist wegen des Corona-Virus leider abgesagt worden.

Klavierlehrerin stiftete Denkmal

Klassik-Freunde können sich immerhin damit trösten, dass pünktlich zum 250. Geburtstag das Beethoven-Denkmal in Nürnberg saniert wird. Die Klavierlehrerin Ottilie Schüler hat die zwölf Tonnen schwere Marmorstatue seinerzeit anlässlich des 100. Todestag des Komponisten gestiftet. Vor lauter Bewunderung für Beethoven soll Schüler in den 20er Jahren ihr komplettes Erbe für das Monument geopfert haben. Ursprünglich durfte die Statue ab 1927 sogar den Richard-Wagner-Platz vor dem Opernhaus schmücken.

Den Nationalsozialisten hat diese Beethoven-Vergötterung in der Stadt der Meistersinger offensichtlich dermaßen missfallen, dass das Denkmal in den 30er Jahren auf den heutigen Standort umziehen musste. Dort hat die knapp drei Meter hohe Sitzfigur seitdem auf die Hallertorbrücke geblickt.

Bereits im Herbst ist die Statue mit einem Kran angehoben und um 90 Grad gedreht worden. Nun schaut der frisch gereinigte Beethoven zur Altstadt und grüßt mit seinem genialen Blick, der heroischen Pose und mit dem Notenblatt in der linken Hand alle Verkehrsteilnehmer am Hallertor.

Balkon mit tollem Blick

Besonders Spaziergänger dürften sich freilich von Beethoven magisch angezogen fühlen. Im Beethoven-Jahr hat sich die Frankenmetropole nicht lumpen lassen und auch den kleinen Park rund um das frisch renovierte Denkmal aufgemöbelt. Mit neuen Stufen und frischem Rasen soll ein neuer Balkon über der Hallerwiese entstehen.

Eine undichte Decke hat die Stadt laut einem Sprecher erst auf die Idee mit der umfangreichen Neugestaltung des Beethoven-Parkes gebracht. In dem ehemaligen Toiletten-Häuschen unter dem Denkmal befindet sich die angesagte Freiluft-Schenke „Schnepperschütz“, die wiederum ihrerseits nach einem Denkmal benannt ist.

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