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Blühwiesen im Stadtgebiet

Die Stadt Nürnberg schafft neue Lebensräume für Bienen und Insekten. Bestehende Flächen werden teilweise umgestaltet.

Mit blühenden Wiesen will Nürnberg den Bienen und anderen Insekten wieder einen größeren Lebensraum bieten.
Mit blühenden Wiesen will Nürnberg den Bienen und anderen Insekten wieder einen größeren Lebensraum bieten. Foto: Patrick Pleul/picture alliance / dpa

Nürnberg.Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) trägt dazu bei, im Stadtgebiet Lebensräume für Bienen und andere Insekten zu erhalten und – wo möglich – weitere zu schaffen, wie die Stadt Nürnberg mitteilt. „Seit vielen Jahren liegt unser Fokus nicht nur auf der Gestaltung optisch ansprechender Grünflächen, sondern auch in der Schaffung und Erhaltung von Lebensräumen von Bienen und anderen Insekten“, sagt Bürgermeister und Sör-Werkleiter Christian Vogel hierzu.

Besonders im Fokus steht die bienenfreundliche Nutzung und Umgestaltung bestehender Flächen. Hier sticht der Kontumazgarten mitten in Nürnberg hervor, in dem Sör 2018 eine niedrigwüchsige Bienenmischung aus 50 Wild- und Kulturarten ausgesät hat. Bürgermeister Christian Vogel: „Im Kontumazgarten haben sich schnell die ersten Blüten gezeigt, die gleich Insekten anzogen. Das Spannende an dieser Wiese ist die stetige Veränderung, die sich über die Jahre beobachten lässt: Nach dem Verblühen der einjährigen Arten wie Ringelblume und Sonnenblume haben 2019 zweijährige Pflanzen wie Königskerze und Wilde Malve sowie mehrjährige Arten wie Wiesensalbei und verschiedene Kleearten den Bestand geprägt. Inzwischen stehen mehrjährige Stauden im Fokus. Und sogar im Winter gibt es etwas zu sehen: Die trockenen Stängel bleiben als Winterquartier für Insekten stehen.“ Die Blühwiese ist einer Pionierin der Naturforschung gewidmet, Maria Sibylla Merian (1647 bis 1717).

4000 Quadratmeter entsiegelt

Bei der Gestaltung großer Flächen wird Bienen- und Insektenschutz von Anfang an mitgeplant, so zum Beispiel im Norduferpark am Wöhrder See. Hier hat Sör rund 4000 Quadratmeter Fläche entsiegelt; 7500 Quadratmeter an Bestandsfläche wurden abgebrochen und nur 3500 Quadratmeter davon wiederhergestellt. Dazu gehören auch Wegeflächen im nördlichen Abschnitt, die in Wiesenflächen umgewandelt werden. Zusammen mit den bestehenden Rasenflächen entsteht dadurch ein etwa 8000 Quadratmeter großes Wiesenband hinter dem Sandstrand und den Aufenthaltsflächen auf dem Rasen. Zwischen Radweg und der Straße Wöhrder Talübergang entsteht so ein extensives grünes Band.

Aufgabe für Bürger

  • Zuhause:

    Doch nicht nur die Stadtverwaltung ist gefragt, auch jede Bürgerin und jeder Bürger: „Mit bienen- und schmetterlingsfreundlichen Blumen bestückt, trägt jeder Garten oder Balkon dazu bei, dass sich Insekten in unserer Stadt wohlfühlen“, erklärt Vogel.

  • Hilfe:

    Sör verteilt bei Veranstaltungen passende „Blütentüten“. Ein Tütchen ergibt zwei Quadratmeter schmetterlingsfreundliche Fläche, die auch Bienen und andere Insekten anzieht. Die Blütentüten sind auch im BürgerInformationsZentrum der Stadt Nürnberg erhältlich.

Zur Verbesserung der biodiversen Qualität der Wiesenfläche wurde dazu noch eine Blühmischung für Verkehrsinseln eingesät, die sich in den nächsten Jahren entwickeln wird. Christian Vogel: „Sie wird nicht so opulent blühen, wie wir dies von den vielen einjährigen Mischungen kennen – da wir hier aber tatsächlich 46 verschiedene Blumen und neun unterschiedliche Gräser haben, bietet sich trotzdem ein schönes, abwechslungsreiches Bild.“ Es wird sich eine dauerhafte Wiesengesellschaft entwickeln, die durch eine einjährige Mahd gepflegt wird.

Naturnahe Flächen

Denn auch das städtische Mäh-Konzept trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei: Sör mäht rund vier Millionen Quadratmeter Rasen- und Wiesenflächen – ein Viertel davon seltener als zweimal im Jahr. Durch das nur ein- bis zweimalige Mähen pro Jahr bleiben diese Flächen naturnah und können als Zuhause für Bienen und andere Insekten dienen. Auch Sandmagerrasen, wie im Marienbergpark, wird nur einmal im Jahr gemäht und bieten mit einer besonderen Wiesen- und Wildblumenmischung ein Zuhause für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Die insektenfreundliche Wiese im Kontumazgarten wird sogar nur alle zwei Jahre gemäht; die Mahd kann nicht ganz entfallen, da es sonst zu einer Verbuschung käme. Zum Vergleich: Liegewiesen, Grill- und Sportflächen sowie Flächen für Veranstaltungen müssen vier- bis sechsmal jährlich gemäht werden, Bolzplätze sogar acht- bis zehnmal.

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