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Vorsicht

Bombengefahr am Bahnhof

Bei Gleisarbeiten am Nürnberger Hauptbahnhof wurde eine Fliegerbombe gefunden. Seitdem herrscht Anspannung.
Von Nürnberg-Korrespondent Nikolas Pelke

  • Zurzeit gibt es am Nürnberger Hauptbahnhof eine Großbaustelle. Fotos:Pelke
  • Eine Fliegerbombe nach ihrer Entschärfung. Es könnten sich noch weitere in der Baustelle befinden. Foto:Friedrich/dpa

Nürnberg.Bombengefahr auf der Großbaustelle am Hauptbahnhof in Nürnberg. „Wir rechnen damit, dass wir auch Blindgänger im Boden finden“, sagt Rainer Strietz-Jansen und zeigt auf die vielen Bagger, die derzeit die alte Hauptpost beim Hauptbahnhof zu einem Megakomplex für Büros und Hotels umbauen.

Kürzlich wurde bei Gleisarbeiten unweit der Großbaustelle eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Rund 8000 Anwohner mussten für die Entschärfung des Sprengstoffes evakuiert werden. Dieser Bombenfund hat die Gefahr auf der Hauptpost-Baustelle noch einmal schlagartig deutlich gemacht. „Die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass wir etwas finden“, sagt Projektleiter Strietz-Jansen. Der Bahnhof sei im Krieg schließlich „sehr stark“ bombardiert worden. Genaue Angaben über die Zahl der Bombenabwürfe hat Strietz-Jansen nicht. Experten hätten Luftbilder im Vorfeld ausgewertet. Die Gefahr sei demnach hoch, dass Blindgänger noch unentdeckt im Boden schlummern.

Auf der Baustelle ist größte Vorsicht geboten

Dementsprechend vorsichtig gehen Strietz-Jansen und seine Kollegen auf der Großbaustelle vor. „Mit kleinen Bohrungen haben wir den Boden sondiert und nach Bomben abgesucht“, erklärt Strietz-Jansen. Mit diesem magnetischen Verfahren könnte man mit „ziemlicher Sicherheit“ feststellen, ob sich noch alte Bomben in der Baugrube befinden. Unvorhersehbarer stellt sich die Situation dar, wenn die Arbeiter auf breiter Front flächig in die Tiefe graben müssen. Dann werden Sondierungsbohrungen praktisch unmöglich. Der Aufwand wäre viel zu groß. Die Kosten unbezahlbar, sagt der Projektleiter. Deshalb müsse immer ein Kampfmittelexperte direkt neben dem Baggerfahrer stehen und wie ein Luchs aufpassen.

Im Hintergrund wird derweil praktisch gleichzeitig aufgebaut und abgerissen. Auf dem Gelände der ehemaligen Hauptpost soll bis zum Jahr 2021 das neue „Tafelhof-Palais“ entstehen, das neben üppigen Büro- und Verkaufsflächen auch Platz für zwei Hotels inklusive „Sky Lounge“ bieten wird.

Post soll wieder in Stammquartier einziehen

Selbst die Post soll wieder in ihr altes Stammquartier einziehen dürfen. Die denkmalgeschützte Fassade des markanten Rundbaus von Hans Weiß und Johann Kohl aus dem Jahr soll genauso wie das imposante Treppenhaus des fünfstöckigen Gebäudes erhalten bleiben.

Derweil graben sich die Schaufeln der Bagger immer tiefer in das Erdreich. „Wir hoffen natürlich, dass wir nichts finden“, sagt Strietz-Jansen. Die Gefahr schwinge trotzdem immer mit. Ein Kribbeln ist immer dabei. Besonders wenn es wie an diesem Montagnachmittag spannend werden soll. „Die Bohrungen haben einen Verdachtsfall ergeben.“ Nervös wird der Mann mit dem Überblick auf der Großbaustelle deshalb nicht. „Der Kampfmittelexperte wird daneben stehen und aufpassen.“

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