MyMz
Anzeige

Gesundheit

Coronavirus: Länderspiel auf der Kippe

In Nürnberg wird der achte Fall einer Erkrankung bestätigt. Die Stadt will das Spiel gegen Italien absagen.

Personen um Umfeld der Infizierten werden in Nürnberg auf das Coronavirus getestet. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Personen um Umfeld der Infizierten werden in Nürnberg auf das Coronavirus getestet. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Nürnberg.Eine achte Erkrankung am Coronavirus in Nürnberg wurde bestätigt. Es handele sich bei einigen um eine enge Bekannte der erkrankten Rückkehrerin aus dem Piemont, deren Erkrankung am Mittwoch bekannt wurde. Dies teilte Umwelt- und Gesundheitsreferent Dr. Peter Pluschke bei einer Pressekonferenz am Donnerstag mit.

Pandemie

Corona: Die aktuelle Lage im Newsblog

Großbritannien zählt an einem Tag 708 Tote. Die Queen ruft ihr Volk zu Selbstdisziplin auf. Alle Infos gibt’s im Newsblog.

Zwei Personen befinden sich in stationärer, fünf Personen in häuslicher Quarantäne. Kontaktpersonen ersten Grades werden weiterhin ermittelt und getestet. „Wir arbeiten im Schichtbetrieb auch am Wochenende“, sagte Dr. Katja Günther, Leiterin des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg. Enge Kontaktpersonen der Erkrankten seien unabhängig vom Auftreten von Symptomen ebenfalls in häuslicher Unterbringung, alle weiteren Kontaktpersonen stünden in Kontakt mit dem Gesundheitsamt. „Wir haben es mit Menschen zu tun, die außerordentlich verantwortungsvoll mit der Situation umgehen“, so Dr. Pluschke.

Lungenkrankheit

Neumarkt wappnet sich gegen Corona-Virus

In Schulen und Kindergärten gibt es Sonderregeln, Desinfektionsmittel sind fast ausverkauft. Doch viele raten zur Umsicht.

Dr. Katja Günther, Leiterin des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg, erläuterte die aktuelle Richtlinie des Robert Koch-Instituts: „Nicht mehr jede positiv getestete Person muss in stationäre Quarantäne, auch häusliche Quarantäne kann angeordnet werden. Das entlastet die Krankenhäuser in Hinblick auf schwere Krankheitsfälle.“


Horte schließen auch

Reiner Prölß, Referent für Familie, Jugend und Soziales, sagte: „Die wichtigste Botschaft: Die Situation in den Einrichtungen des Jugendamts und auch des NürnbergStifts ist entspannt. Die Eltern mit von Hortschließungen betroffenen Kindern sind sehr vernünftig und gehen verantwortungsvoll mit der Situation um. Die städtischen Einrichtungen stimmen sich kontinuierlich mit dem Jugendamt beziehungsweise dem NürnbergStift ab, da gibt es klare Meldewege. Auch die Einrichtungen freier Träger sind in die Kommunikationsstruktur eingebunden und richten sich nach den Anweisungen des Gesundheitsamts. Es finden laufend Risikoeinschätzungen statt.“ Generell gelte: Wenn Grundschulen geschlossen werden müssten, seien immer auch die beteiligten Horte betroffen. So bleiben aktuell auch die städtischen Horte in St. Johannis, Adam-Kraft-Straße 2, und Heimerichstraße 42 analog zur Grundschule auch am Montag noch geschlossen.

Gesundheit

Corona: Italien schließt alle Schulen

Auch in Würzburg und Unterhaching fällt Unterricht aus. In Deutschland: 264 Infizierte. Alle Entwicklungen im Newsblog.

In den Einrichtungen des NürnbergStifts seien die Hygienemaßnahmen verstärkt worden, die Mittel hierfür seien ausreichend bevorratet. „Momentan sehen wir keine Veranlassung, die Besucherregelungen einzuschränken, zumal die Besuche für die älteren und alten Menschen sehr wichtig sind“, sagte Prölß.

Zwei Schulen mindestens bis Montag geschlossen

Michael Kaiser, persönlicher Mitarbeiter von Nürnbergs Schulbürgermeister Dr. Klemens Gsell, erklärte, dass die Lehrkräfte der beiden vorsorglich bis einschließlich Montag, 9. März, geschlossenen Schulen Labenwolf-Gymnasium und Grundschule St. Johannis im Dienst seien und vor Ort eine Betreuung der Kinder sicherstellten, die nicht anderweitig versorgt seien. „Bis Montagmittag wird in beiden Schulen eine umfassende Desinfizierung von Handkontaktflächen vorgenommen“, sagte Kaiser. Wann die Schulen und Horte wieder öffnen, entscheide die weitere Entwicklung. Dies wird auf der Website der Stadt Nürnberg zum Coronavirus bekannt gegeben.

Stadt will Länderspiel absagen

In Sachen Fußball-Länderspiel Deutschland – Italien ist die Stadt Nürnberg mit dem bayerischen Innenministerium und dem DFB im Gespräch. Eine Entscheidung, ob die Begegnung stattfinden kann oder abgesagt wird, soll in der kommenden Woche fallen. „Wir werden mit dem DFB zu einer klaren Erkenntnis kommen“, sagte Dr. Pluschke.

Auf Großveranstaltungen wie Fußballbundesligaspiele und das für 31. März in Nürnberg geplante Fußball-Länderspiel Deutschland – Italien angesprochen, erklärte Dr. Pluschke: „Nach heutigen Erkenntnissen wird sich die Stadt Nürnberg für eine Absage des Länderspiels einsetzen. Es werden viele Fans auch aus den Risikogebieten Norditaliens erwartet.“ Dies wolle die Stadt jedoch im Benehmen mit dem Deutschen Fußball-Bund und der Stadionbetreibergesellschaft im Laufe der nächsten Woche entscheiden.

Am 31. März ist das Länderspiel zwischen Deutschland und Italien in Nürnberg angesetzt. Es ist unklar, ob es stattfinden wird. Foto: Uwe Anspach/dpa
Am 31. März ist das Länderspiel zwischen Deutschland und Italien in Nürnberg angesetzt. Es ist unklar, ob es stattfinden wird. Foto: Uwe Anspach/dpa

Spiele der ersten und zweiten Bundesliga würden an diesem Wochenende stattfinden können, in der kommenden Woche setzen sich die Städte, in denen Ligaspiele stattfinden, erneut zur Risikobewertung in Verbindung. „Wir befinden uns im aufsteigenden Ast der Erkrankungsfälle“, sagte Dr. Peter Pluschke. Die Situation könne sich verändern und werde je nach Sachlage täglich neu bewertet.


Bürgertelefon länger erreichbar

Das Bürgertelefon der Stadt Nürnberg unter der Rufnummer 2 31-1 06 66 ist an diesem Wochenende länger erreichbar: Am Freitag, 6. März, bis 16 Uhr sowie am Samstag und Sonntag, 7. und 8. März, ebenfalls von 8.30 bis 16 Uhr. Danach ist es Montag bis Donnerstag zwischen 8.30 und 16 Uhr sowie am Freitag von 8.30 bis 12 Uhr geschaltet.

Mehr Nachrichten aus Nürnberg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht