MyMz
Anzeige

CSU-Kandidat setzt auf Hanf

Dietmar Helm (51) macht sich für Hanf-Anbau stark. Der Fürther will mit dem „Wunderkraut“ das Rathaus erobern.
von Nikolas Pelke

Dietmar Helm will Fürth mit dem Anbau von Hanf zu neuer Blüte führen.  Foto: Nikolas Pelke
Dietmar Helm will Fürth mit dem Anbau von Hanf zu neuer Blüte führen. Foto: Nikolas Pelke

Fürth.Mehr Hanf für Franken: Dietmar Helm, der Fürther CSU-OB-Kandidat, setzt sich für eine „Hanf-Revolution“ in Franken ein. Wie ein Blumenkind schaut Helm nicht aus. Der 51-jährige Landwirt hat auch nicht die Legalisierung von Marihuana im Sinn. Der Fürther CSU-Politiker wirbt dagegen für Hanf als Wundermittel für das prognostizierte „Post-Plastik-Zeitalter“.

Der als Droge in Verruf geratene Naturstoff biete das Potenzial, völlig neue Wege in der Wirtschaft einzuschlagen, ist sich Helm sicher. Mit Hilfe der Hanfpflanze könnten Kunststoffe „nachhaltig und klimaneutral“ ersetzt werden, sagt Helm.

Helm ist kein Hanf-Romantiker. „Mir geht um es Wertschöpfung und Arbeitsplätze.“ Der männliche Nutzhanf könnte – im Gegensatz zum weiblichen Drogenhanf – der Rohstoff der Zukunft werden. Helm ärgert sich, dass die Amerikaner die Faser nach dem Krieg einst ins Verruf gebracht und beispielsweise durch ihre Baumwolle ersetzt haben. Hanf könne Deutschland dagegen massenweise selber produzieren. Für den rohstoffarmen Exportweltmeister wäre das laut Helm keine Kleinigkeit.

Chance für die Bauern

Der 51-jährige CSU-Politiker träumt davon, dass die fränkischen Landwirte in nicht allzuferner Zukunft den Hanf-Rohstoff für die kunststoffverarbeitende Industrie in Franken liefern könnten. Für die Landwirtschaft wäre der Hanf die Chance, sich klimaneutral neu zu aufzustellen. Aktuell könnten die wenigen fränkischen Hanfbauern ihre Hanfernte kaum an den Mann bringen, ärgert sich Helm.

„Gemeinsam Fürth“

  • Kandidat:

    Dietmar Helm (51) ist Landwirtschaftsmeister und Geschäftsführer einer Spezialwerkstatt für Traktoren. Mit dem Slogan „Gemeinsam Fürth“und dem Thema Hanf-Anbau will er die OB-Wahl im März gewinnen.

  • Klima:

    Fürth habe als Hightech-Standort das Potenzial mit dem Naturstoff Hanf „völlig neue, zukunftsweisende Wege für Klimaschutz in der Wirtschaft“ einzuschlagen, sagt Helm.

Nach den Plänen von Helm soll die Politik für die Erforschung des Hanf-Kunststoffs mehr Geld in die Hand nehmen. Spaßeshalber habe Helm den Hanf auch schon selber angebaut. Neben einem Maisfeld habe er das Nachtschattengewächs als Blühstreifen gepflanzt. In kürzester Zeit sei der Hanf drei bis vier Meter hoch in den Himmel geschossen. Aus den Fasern der Pflanze könnte Kleidung oder mit dem entsprechenden Know-how auch Kunststoff-Alternativen hergestellt werden. Die Pflanzenreste könnten als Bau- oder Brennstoffe verwendet werden. Auf kommunaler Ebene habe er bereits versucht, Netzwerke zwischen Hanf-Bauern und der Wirtschaft in die Wege zu leiten. Immer wieder stößt Helm mit seiner Hanf-Idee dabei auf Vorurteile. „Bei Hanf denkt jeder sofort an Drogen. Das ist scheinbar tief verwurzelt in der Gesellschaft.“ Helm und seine Hanf-Pläne haben auf Anhieb selbst seine CSU-Parteifreunde nicht vom Hocker gehauen. „Am Anfang ist mir ein rauer Wind ins Gesicht geweht.“ Selbst innerhalb seiner eigenen Fraktion habe er Überzeugungsarbeit leisten müssen, bis allen klar geworden sei, worum es Helm bei seiner Hanf-Initiative geht: Für Hanf als nachhaltigen Wirtschaftsfaktor und nicht für Hanf als illegalem Rauschfaktor.

„Wir spielen auf Sieg“

Trotz oder gerade wegen seiner Vorliebe für das „Wunderkraut“ ist Helm mit deutlicher Mehrheit zum OB-Kandidaten in seiner Heimatstadt gekürt worden. Der 51-jährige Landwirtschaftsmeister und Geschäftsführer einer Spezialwerkstatt für Traktoren geht im März für die CSU gegen Amtsinhaber Thomas Jung (SPD) ins Rennen. „Wir spielen auf Sieg“, sagt Helm, der sich zunächst in der evangelischen Gemeinde und später bei den Grünen in der Kommunalpolitik engagiert hat.

Die frühe Sozialisation bei der Öko-Partei erklärt vielleicht seine Vorliebe für eher unorthodoxe oder – je nach Sichtweise – visionäre Wahlkampfthemen wie den Hanf-Anbau. „Mir geht’s darum, jetzt die Weichen zu stellen, bevor andere mit dem Hanf erfolgreich sind.“

Mehr Nachrichten aus der Metropolregion Nürnberg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht