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Wirtschaft

Datev gründet ein Ideenlabor in Nürnberg

Der IT-Dienstleister Datev feilt an der Zukunft. Arbeitsplätze sollen in einer schnellen Zeit langfristig gesichert werden.
von Nikolas Pelke

Daniela Hecht will Denkroutinen im Ideenlabor aufbrechen und neue Lösungen für die Zukunft aufspüren. Foto: Pelke
Daniela Hecht will Denkroutinen im Ideenlabor aufbrechen und neue Lösungen für die Zukunft aufspüren. Foto: Pelke

Nürnberg.Um nicht die Zukunft zu verpassen, muss auch ein Softwareunternehmen mit der Zeit gehen. Um mit dem Finger am Puls der digitalen Entwicklung zu bleiben, hat der Nürnberger IT-Dienstleister Datev ein Ideen- und Innovationslabor gegründet. „Scheitern erlaubt“ lautet im „Datev-Lab“ ausdrücklich das Motto.

In diesem Labor werkeln die Mitarbeiter an ihrer eigenen Zukunft: Um nicht von der Schnelllebigkeit der eigenen Computerbranche aufgefressen zu werden, forschen Datev-Mitarbeiter nach Rezepten für eine erfolgreiche Firmenzukunft.

Die Mitarbeit in dem Ideenlabor soll den rund 6500 Mitarbeitern der Softwareschmiede letztendlich dabei helfen, den eigenen Arbeitsplatz in einer sich rasant wandelnden Arbeitswelt langfristig zu sichern. „Die Digitalisierung bewirkt disruptive Veränderungen in allen Märkten, auch in unserem Umfeld“, sagt die Leiterin des „Labs“, Daniela Hecht. In der Zukunftswerkstatt sollen laut Hecht deshalb „frühzeitig Veränderungen aufgespürt“ werden. Daraus sollen die Mitarbeiter neue Kundenbedürfnisse vorausdenken und diese in neue Produkte und Dienstleistungen ummünzen. In den vergangenen 18 Monaten hätten sich seit Gründung des Labors rund 300 Mitarbeiter an diesem Prozess beteiligt, sagt Hecht.

Hilfe aus der Wissenschaft

„Aktuell arbeiten wir zum Beispiel an Projekten rund um künstliche Intelligenz, Sprachsteuerung und Big Data“, berichtet Hecht aus der aktuellen Arbeit im Ideenlabor. „Wir experimentieren mit innovativen Methoden und interdisziplinären Innovationsteams an verschiedenen Ideen. Um Denkroutinen zu durchbrechen und Wissen zu erweitern, spielt auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft eine wichtige Rolle“, betont die „Lab“-Leiterin auf Tagblatt-Nachfrage und verweist auf zahlreiche Partner insbesondere aus der Wissenschaft.

Professorin Angela Fehn vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre an der Bamberger Otto-Friedrich-Universität ist von der Innovationskraft des Firmenlabors überzeugt. „Um langfristig auf dynamischen Märkten bestehen zu können, gehört es heute zu den wichtigsten Fähigkeiten einer Organisation, zu lernen und innovativ zu sein“, ist sich die Professorin für Betriebswirtschaft sicher. In den etablierten, auf Effizienz ausgelegten Strukturen eines Unternehmens sei für Lernen und Innovation oft zu wenig Raum. Langwierige Kommunikations- und Entscheidungswege würden Veränderungsprozesse erschweren.

Dabei würden Unternehmen häufig den Blick nach außen, zum Beispiel auf die Bedürfnisse der Kunden oder auf aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung, vernachlässigen. „Manchmal fehlt es auch an der Bereitschaft oder den Möglichkeiten, neue Wege der Wertschaffung und Wertschöpfung zu denken und auszuprobieren, also auch einmal Risiken einzugehen und Fehler zuzulassen“, erklärt die Expertin für Firmenorganisation weiter.

Schneller Wissenstransfer

Ein Firmenlab sei „eine ganz hervorragende Möglichkeit, den erforderlichen Raum für Lernen und Innovation“ zu schaffen. „Hier kann experimentiert werden, wodurch bisher ungeahnte kreative Lösungen entstehen können. Anstöße aus einem solchen Lab können auch in andere Unternehmensbereiche hineingetragen werden und so über die Zeit dazu beitragen, eine dynamische, lernende Organisation mit einer entsprechenden Innovationskultur zu schaffen“, ist sich Fehn sicher.

Neben der Vernetzung mit externen Partnern ist Daniela Hecht die Kommunikation mit den eigenen Leuten wichtig. Schließlich gehe es darum, einen schnellen Wissenstransfer von Erfahrungen aus dem Labor in die Firma zu tragen. „Nur so können wir die Datev dabei unterstützen, mit den disruptiven Veränderungen im Markt konstruktiv umzugehen und für unsere Genossenschaft zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln“, ist sie sich sicher.

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