MyMz
Anzeige

Jahresbilanz

DB Museum eilt von Rekord zu Rekord

2015 besuchten 204 000 Besucher das Nürnberger Verkehrsmuseums der Welt. Direktorin Nikolov sagte aber eine Delle voraus.
Von Lothar Röhrl

Direktorin Russalka Nikolov mit den Verantwortlichen des DB Museums: (v.l.) Stefan Ebenfeld (Sammlungen), Wolfgang Ihrlich (Koblenz), Dr. Rainer Mertens (Ausstellungen) und Frank Bauer (Personal).
Direktorin Russalka Nikolov mit den Verantwortlichen des DB Museums: (v.l.) Stefan Ebenfeld (Sammlungen), Wolfgang Ihrlich (Koblenz), Dr. Rainer Mertens (Ausstellungen) und Frank Bauer (Personal). Fotos: Röhrl

Nürnberg.„Ich bin immer ein bisschen stolzer“: Schon wieder hat Russalka Nikolov, die Direktorin des DB Museums Nürnberg, bei der Präsentation einer Jahresbilanz einen neuen Besucherrekord für ihr Haus verkünden können. 204 000 Gäste haben im vergangenen Jahr die Kassen des ältesten Verkehrsmuseums der Welt an der Sandstraße passiert. Dabei lag die eigentliche Zahl derer, die sich für das immer vielfältiger werdende Angebot des Museums interessieren noch um 33 700 Besucher höher. Denn so viele wollten die Kunstausstellung „von Zero“ sehen, die in Nürnberg „auf AEG“ sowie in Leipzig 100 Werke moderner Malerei aus der Sammlung der Deutsche Bahn Stiftung präsentiert hat.

2016 wird ein Jahr des Bauens

Allerdings glaubt die Direktorin nicht, dass 2016 – dem fünften Jahr, seit sie an der Spitze des Hauses an der Nürnberger Lessingstraße 6 steht – diesen Rekordwert erneut verbessern kann. „Wir werden 2016 viel bauen und damit wird es keine großen Eröffnungen heuer geben können“ – so begründete Russalka Nikolov ihre Erwartung der Entwicklung der Besucherzahl heuer.

Dabei hatte das vergangene Jahr bestens bewiesen, wie neue Schauen und Abteilungen die Gästezahlen pushen können. So bezeichnete die Direktorin das im April 2015 eröffnete „Modellarium“ mit seinen 2000 Modellen von Lokomotiven und Waggons als „Besuchermagnet“. Die meisten von ihnen sind im Maßstab 1:10 gefertigt. 2016 wird sich zu ihnen eine Lokomotive im Maßstab 1:700 gesellen. Dabei wird es sich um ein Modell der am häufigsten gebauten deutschen Schnellzug-Dampflokbaureihe 01 handeln. Das gerade einen Fingernagel kleine Modell wird dann vor ihre sieben „Kolleginnen“ in den genauso unterschiedlichen Maßstäben 1:10 über 1:87 (Spur H0) und 1:160 (Spur N) bis 1:220 (Spur Z) platziert.

Wegen ihres Erfolgs wird die im Oktober 2015 eröffnete Sonderausstellung „Planet Railway Schweiz“ über die ursprünglich für Ende April geplante Dauer hinaus bis Ende Juni verlängert. Im Rahmenprogramm sind unter anderem zwei Lesungen im März sowie ein Kabarettabend mit dem Schweizer Joel von Mutzenbecher (15. April) vorgesehen. Ähnliche Ausstellungen mit anderen Ländern sind nach den Worten von Ausstellungs-Chef Dr. Rainer Mertens für die Zukunft eingeplant.

Während Nikolov für 2016 keinen neuen Besucherrekord erwartet, werden heuer die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ab 2017 neue Bestmarken fallen können. Denn bei den Ausstellungsräumen sowie dem Freigelände wird sich einiges tun. Erste große Veränderung wird die Umgestaltung der Dauerausstellung zu den Jahren 1945 bis 1989 sein. Am kommenden Sonntag ist diese in der jetzigen Form zum letzten Mal zu sehen. Ebenso wie die Schau zur Geschichte der Bahnhöfe. Am Montag werden die Räume erst einmal ausgeräumt. „Wir wollen interaktiver werden!“ umriss Nikolov das Ziel der Umstellung. Die Art und Weise, wie Besucher im „Modellarium“ und in der Dauerausstellung zur Entwicklung der Deutschen Bahn zwischen 1989 und 2020 in die Präsentation des Themas eingreifen können, ist Vorbild der Umgestaltung. Im Juli 2017 soll alles fertig sein.

Großer „Lokport“ entsteht

Ebenfalls ein mehrjähriges Vorhaben ist die Umgestaltung des Freigeländes. Hier werden in der Art eines „Car-Ports“ wettergeschützte, „Lokport“ genannte Stellplätze für Originalfahrzeuge geschaffen. In Nürnberg wird sich die Zahl der ausgestellten Fahrzeuge von 40 auf 48 erhöhen. Im Herbst 2017 wird alles fertig sein.

In der Werkstatt der Außenstelle Koblenz wird es neben der Restaurierung unter anderem der Ellok E71 19 (ein Oldtimer) und der „Europalok“ genannten E 181 auch eine große Überraschung geben – versprach Wolfgang Ihrlich, der Teamleiter des DB Museums Koblenz ist. Er und Nikolov standen zu ihrem Versprechen, kein Wort vor Präsentation dieser Überraschung an die Öffentlichkeit zu geben.

Sicher ist, dass es in diesem Jahr wieder die sehr beliebten Fahrten mit dem historischen Adlerzug von Nürnberg nach Fürth (und zurück) geben wird. Damit bleibe man dem Zwei-Jahre-Rhythmus treu. Die Termine mit dem für die nächsten acht Jahre freigegebenen Nachbau des „Adlers“ sind 28. und 29. Mai sowie 2., 3., 23. und 29. Juli. Wer mitfahren möchte, sollte sich sputen. Das zeigen die Erfahrungen aus dem Jahr 2014. Damals waren die meisten Fahrtermine schon lange vor dem betreffenden Tag ausverkauft.

Neuerungen im DB Museum

  • Freundeskreis:

    Erst wenige Monate alt ist der „Förderverein Freundeskreis DB Museum e.V.“. Für einen Mindestjahresbeitrag von 48 Euro pro Erwachsenem (Schüler/Studenten und Rentner die Hälfte) und 500 Euro pro Unternehmen genießt das jeweilige Mitglied die Privilegien eines „Museums-VIP“.

  • Ausstellung:

    Der zeitgenössische Künstler H.D.Tylle hat sich auf Industriemalerei verlegt. Ende 2016 werden dessen großformative Ölbilder aus der Welt der Bahn gezeigt. Diese hat Tylle extra dafür angefertigt. Motive sind beispielsweise das Ausbesserungswerk Nürnberg und der Güterbahnhof Maschen.

Bilanz des DB Museums Nürnberg

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht