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Messe

Details sollen Kunden überzeugen

Egal ob duftende Oberfläche, individuelle Formen oder ungewöhnliches Material– die Messe Holz-Handwerk zeigt in Nürnberg Trends und Möglichkeiten.
Von unserem Nürnberg-

  • Außergewöhnliche Oberflächen, Techniken und Anwendungsmöglichkeiten werden auf der Messe gezeigt. Foto: Tjiang
  • Außergewöhnliche Oberflächen, Techniken und Anwendungsmöglichkeiten werden auf der Messe gezeigt. Foto: Tjiang
  • Außergewöhnliche Oberflächen, Techniken und Anwendungsmöglichkeiten werden auf der Messe gezeigt. Foto: Tjiang

Nürnberg.Wenn von 3D-Druckern, dem modernen Kunststoff Corain oder Robotertechnik die Rede ist, kommen viele Assoziationen – an das Holzhandwerk denkt man wohl ganz zuletzt. Dabei zeigt die Sonderschau „DesignObjekt – ObjektDesign“ auf der diesjährigen Nürnberger Messe Holz-Handwerk, was alles möglich ist. Für Dr. Christian Wenzler, Verbandschef des Schreinerhandwerks Bayern, ist es sogar umgekehrt: „Würden das traditionsreiche Schreinerhandwerk heute noch so arbeiten wie vor zehn Jahren, würde es uns nicht mehr geben.“

Der Clou steckt oft im Detail

Mit großer Freude führt er durch die Sonderschau, um aktuelle Design- und Techniktrends zu präsentieren, etwa den Esstisch mit vier Stühlen, die sich leicht zusammenstecken lassen: „Außergewöhnlich, transportabel und individuell.“ Das Material ist eigentlich nur einfaches und stabiles Schichtholz. Der Clou ist der Entwurf vom Designer, der „hinterher einfach aus dem Material ausgelasert – letztlich rausgebrannt – wurde“.

Auch dem Fahrrad hat sich die Sonderschau angenommen und präsentiert einen preisgekrönten Entwurf. Dafür wird der übliche Metallrahmen eines Drahtesels zerschnitten und „der Werkstoff Holz als Röhre mit Edelfunier eingesetzt. Das Ganze ist nicht nur hochstabil, sondern auch schön“. Andere Schreiber experimentieren mit neuen Materialien, einer kann den neuen Plattenkunststoff Corain nicht nur herkömmlich bearbeiten – „es ist der Einzige, der momentan diesen Stoff in beliebige Formen gießen kann“. Ein andere beschichtet seine Platten mit „organoidem Dekor“, also mit Naturmaterial. Auf der Messe findet sich beispielsweise eine abgemähte Almwiese, die auf runden Holzelementen angebracht wird „und tatsächlich nach Alm duftet“.

Beim 3D-Drucker wird aktuell mit einer Holzpaste experimentiert. Möglich sind schon viele Anwendungen. Wer etwa einen verlorenen oder defekten Beschlag nicht mehr nachkaufen kann, könne sich nach dem Original einen neuen anfertigen lassen. Denkbar sind für den Verbandschef auch individuelle Türklingen: „Warum nicht mal eine Muschelform oder gar die eigene Hand als Türgriff?“

Wenzler will mit der Sonderschau die „Augen der Schreiner erreichen“, um sie von den neuen Möglichkeiten zu begeistern. „Unsere Stärke sind die individuellen Arbeiten, das ist aber gleichzeitig ein Problem.“ Von den Einzelstücken gibt es keinen Katalog, man kann auch nichts im Internet bestellen. Anders als etwa bei dem schwedischen Einrichtungshaus, dessen Design Wenzler schätzt, „die Preise aber nicht“. Er hofft, dass Verbraucher, Bauherren und Architekten stärker die Schreiner zum Planen und Umsetzen heranziehen. „Hier ist ein großer Nachholbedarf.“ Im Visier haben die Schreiner „Menschen, die gutes Geld für ihr individuelles Umfeld investieren“.

Bislang habe es die Branche allerdings versäumt, den Kunden zu erklären, warum man bei der Einrichtung ebenso wenig sparen sollte, wie beim Auto. „BMW hat es geschafft, für den Mehrwert auch die Zahlungsbereitschaft zu wecken. Zur Fortbewegung reicht auch ein Dacia zu einem Bruchteil des Preises.“

Auch Maschinen sind individueller

Ansonsten zeigt die Fachmesse, die im Doppelpack mit der Fensterbau Frontale stattfindet, auch viel Technik für den Schreinerbetrieb – angefangen von der Handbohrmaschine bis zur computergesteuerten Anlage zur Spanplattenverarbeitung. Der Megatrend bei den Maschinen weist auch in Richtung Individualisierung. Es wird zwar eine geringere Stückzahl verkauft, dafür aber größeres und flexibleres Gerät, mit dem auch mehr Qualität erreichbar ist.

Auch etwa bei den Fenstern konstatiert Wenzler einen Trend zu immer größeren Flächen. Zwar bestehe ein Fenster immer nur „aus einem bisschen Glas und einem Rahmen“, in der Praxis habe das aber Tücken. Da geht es um die Stabilität im Rahmen, hohe energetische Anforderungen, Wind- und Bruchfestigkeit, bis hin zur Diebstahlsicherheit. Aktuell kommt noch ein ganz anderes Problem hinzu: „Die Fensterbauer sind teils auf Monate ausgelastet.“

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