MyMz
Anzeige

Event

Die Welt zu Gast in Nürnberg

Auf dem Markt der Partnerstädte dreht sich nicht alles um internationale Spezialitäten. Auch die Diplomatie hat ihren Platz.
Von Nikolas Pelke

Der städtische „Chefdiplomat“ Norbert Schürgers (rechts) gemeinsam mit Ljubo Dabovic und Bürgermeister Dušan Raicevic mit Visnja (links). Foto: Pelke
Der städtische „Chefdiplomat“ Norbert Schürgers (rechts) gemeinsam mit Ljubo Dabovic und Bürgermeister Dušan Raicevic mit Visnja (links). Foto: Pelke

Nürnberg.Donald Trump wird nicht erwartet. Vladimir Putin auch nicht. Trotzdem ist der „Markt der Partnerstädte“ ein Treffpunkt der internationalen Politik. „Wir haben heuer 22 Länder aus vier Kontinenten auf dem ,Markt der Partnerstädte.“ Mehr geht fast wirklich nicht“, sagt Norbert Schürgers, Leiter des Amtes für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg.

Als städtischen Chefdiplomaten könnte man die Rolle von Norbert Schürgers beschreiben. Schürgers hält Kontakt zu den Partnerstädten rund um den Globus. Bereits zum 34. Mal organisiert das Amt für Internationale Beziehungen den „Markt der Partnerstädte“. Vordergründig bietet der Markt eine kunsthandwerkliche und kulinarische „Reise um die Welt“. Die vorweihnachtliche Kulisse im Schatten des Rathauses dient im Hintergrund schon immer als internationale Kontaktbörse und Kulisse für diplomatische Gespräche. Fünf Jahre vor dem Fall der Mauer ist der kunterbunte Budenzauber auf dem Rathausplatz rund um den berühmten Gänsemännchenbrunnen ins Leben gerufen worden. „Deswegen ist hier auch noch immer eine Bude aus der ehemaligen DDR-Partnerstadt Gera vertreten“, erklärt Norbert Schürgers und zeigt auf den Stand aus Thüringen, an dem die Weihnachtsstollen mal wieder weg gehen wie warme Semmeln.

Türöffner für Begegnungen

Seine Funktion als Türöffner für internationale Gespräche hat der „Markt der Partnerstädte“ bis heute erhalten. „Dort kommt der frisch gewählte Bürgermeister aus Bar, unserer Partnerstadt in Montenegro, und seine schöne Begleitung“, sagt Norbert Schürgers, der städtische Chefdiplomat, und schüttelt zunächst freudestrahlend der Dame und danach dem Bürgermeister aus der schönen Hafenstadt am Mittelmeer die Hand. „Wir wollen in die Europäische Union und setzen auf die praktische Unterstützung aus Nürnberg“, erklärt Bürgermeister Dušan Raicevic und schwärmt von einem produktive Arbeitstreffen mit Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD), das am Rande des „Weihnachtsmarktes der Partnerstädte“ im Rathaus stattgefunden habe. Vor der kleinen Holzbude der Partnerstadt aus Montenegro geht die Politik an diesem Nachmittag auch durch den Magen. Und durch die Kehle. Ohne einen „Šljiva“ darf kein hochrangiger Gast den Stand von Ljubo Dabovic verlassen. Der heiße Zwetschgenlikör, erklärt Dabovic, schmecke nicht nur ausgezeichnet, sondern helfe auch gegen Erkältungen aller Art. Selbstverständlich trinkt auch Dabovic, den hier alle nur „Präsident“ nennen, ein Gläschen auf die fränkisch-montenigrinische Freundschaft mit. „Ich lebe seit über 50 Jahren in Franken“, sagt der Präsident und winkt dem jungen Politikerpärchen aus seinem Heimatland zum Abschied.

Infos zum Markt der Partnerstädte

  • Markt:

    1984 wurde der „Markt der Partnerstädte“ auf dem Rathausplatz beim Gänsemännchenbrunnen ins Leben gerufen.

  • Idee:

    Die Nürnberger genießen das exotische Flair und unternehmen an den 24 Buden aus 22 Ländern eine kunsthandwerkliche und kulinarische „Reise um die Welt“.

  • Politik:

    Der „Markt der Partnerstädte“ ist auch Schauplatz der internationalen Politik.

Derweil ist Norbert Schürgers zur nächsten Mission auf diplomatischem Parkett unterwegs. „Wir bereiten eine Partnerschaft mit den westafrikanischen Städten Sokodé und Aného in Togo vor“, erkärt Schürgers und verweist auf eine Premiere beim „Markt der Partnerstädte“. Zum ersten Mal sei eine Bude aus Afrika auf dem Weihnachtsmarkt mit dem internationalem Flair vertreten. Hintergrund der angestrebten Partnerschaft mit Afrika ist die „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen. Die Agenda unterstreicht die gemeinsame Verantwortung der Welt für mehr Gerechtigkeit. Die Stadt Nürnberg unterstützt die Agenda 2030.

Um Unterstützung geht es auch bei Christine, Rüdiger und Wolfgang an der „Nablus“-Bude. „Wir verkaufen Holzwaren aus Bethlehem, Handtaschen aus einem palästinensischen Flüchtlingscamp und schenken natürlich heißen Tee aus“, erklären die ehrenamtlichen Mitstreiter der „Nablus-Initiative“.

Frau Maly verkauft Handtaschen

Mit einer Bude ist auch die Stadt Nürnberg auf dem „Markt der Partnerstädte“ vertreten. Auch prominenten Nürnberger unterstützen den kunterbunten Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz. Am 13. Dezember wird Petra Maly, die „First Lady“ der Stadt, zwischen 17 und 18 Uhr Handtaschen für einen guten Zweck verkaufen.

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht