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Geschichte

Doku-Zentrum stellt neuen Rekord auf

Die Museen der Stadt Nürnberg legten bei den Besucherzahlen 2015 deutlich zu. Vor allem Ausländer zeigen Interesse.
Von Birgit Ropohl

Ingrid Bierer (l.), Direktorin der Museen der Stadt Nürnberg, ihre Stellvertreterin Dr. Gabriele Moritz und Florian Dierl, Leiter des Dokumentationszentrums, zogen Bilanz.
Ingrid Bierer (l.), Direktorin der Museen der Stadt Nürnberg, ihre Stellvertreterin Dr. Gabriele Moritz und Florian Dierl, Leiter des Dokumentationszentrums, zogen Bilanz. Foto: Ropohl

Nürnberg.Von den steigenden Tourismuszahlen in Nürnberg profitieren auch die Museen der Stadt. Mehr als jeder zweite Museumsbesucher kommt inzwischen aus dem Ausland, wie Direktorin Ingrid Bierer am Dienstagmittag erklärte.

Insgesamt stieg die Besucherzahl in den verschiedenen Einrichtungen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um gut 42 000 auf 714 034. Die mit Abstand Meisten zog es ins Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände am Dutzendteich. Mit 247 774 Gästen stellte es einen Besucherrekord auf. Deutlich mehr als die Hälfte kam aus dem Ausland. Auf 92 495 Besucher – ebenfalls so viele wie noch nie – brachte es das Memorium Nürnberger Prozesse im Justizgebäude an der Fürther Straße. Beide Einrichtungen gehören auch zum Besichtigungsprogramm der Flusskreuzfahrt-Touristen, die in zunehmender Zahl Nürnberg ansteuern.

In internationalen Reiseführern

Dass es die Nürnberger Museen, wie etwa auch das Albrecht-Dürer-Haus oder Spielzeugmuseum, in die ganz großen internationalen Reiseführer geschafft haben, spricht nach Ansicht von Ingrid Bierer für deren Qualität. An dieser arbeiten die Museums-Verantwortlichen unaufhörlich – wobei ein Großteil der Arbeit eher im Verborgenen geschieht: „Unsere vornehmliche Aufgabe“, erklärt Bierer, „ist die Bewahrung des kulturellen Erbes für künftige Generationen.“

Während das Doku-Zentrum weltweit Beachtung findet, sprechen Tucherschloss, Stadtmuseum Fembohaus oder das Museum Industriekultur eher ein regionales Publikum an. Letzteres hatte im vergangenen Jahr mit „Unverkennbar Haitzinger!“ die erfolgreichste Einzelausstellung gelandet. Für dieses Jahr (2. Juni bis 28. August) ist die Sonderschau „Verborgene Schätze“ geplant, die Einblick in die Sammlung Industriekultur seit 1979 gibt.

Das Stadtmuseum Fembohaus – ideal zwischen Hauptmarkt und Burg gelegen – wollen Bierer und ihre Kollegen mit einer neuen komplett tourismus-orientierten Ausstellungseinheit beleben. Rund um die Reichskleinodien solle der „eilige Gast“ in etwa einer halben Stunde an acht bis zehn Stationen das wichtigste über Nürnberg und seine große Geschichte erfahren. Ob diese Schau allerdings noch dieses Jahr eröffnet werden kann, hängt von laufenden Sanierungsarbeiten ab, die sich umfangreicher gestalten, als zunächst angenommen.

Rund 50 Jahre ist es her, seit der damalige Kulturreferent Hermann Glaser und Lydia Bayer den Grundstock für das Spielzeugmuseum gelegt haben. Daran erinnert vom 13. Mai bis 11. September die Ausstellung „Bitte lächeln“, die in ausdrucksstarken Fotos Spielzeug aus der Zeit von 1880 bis 1960 gegenüberstellt.

Die Zerstörung des Tucherschlossen beim Bombenangriff am 2. Januar 1945 und den Wiederaufbau des einzigartigen Renaissance-Gebäudes dokumentiert eine Ausstellung ab dem 28. Januar. Ein Mitglied der Familie Tucher wird bei der Vernissage zu diesem Thema aus aus erster Hand Stellung beziehen.

Einen Schwerpunkt in ihrer Arbeit legen die Museums-Verantwortlichen im laufenden Jahr aber auf das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Sie wollen auf die Ergebnisse eines internationalen Symposiums vom Herbst eingehen, das eine noch viel stärkere Verknüpfung der Dauerausstellung mit den Original-Schauplätzen direkt vor der Tür verlangt. Außerdem hätten, sagt Bierer, Fachleute eine „grundlegende Überarbeitung“ der Dauerausstellung angemahnt. Vor allem müsse die Entwicklung nach 1945 berücksichtigt werden.

Mehr Räume für Besucher

Baumaßnahmen stehen ebenfalls an. Um den enormen Besucherzuspruch und das umfangreiche pädagogische Programm besser bewältigen zu können, sind unter anderem mehr Aufenthaltszonen für Schulklassen und ein Veranstaltungssaal für rund 200 Personen erforderlich. Ferner fehlt es an ausreichend sanitären Anlagen und Mitarbeiterbüros. Bierer: „Ein entsprechendes Raumkonzept, das geeignet ist, die notwendigen Fördermittel zu erhalten, haben wir bereits erarbeitet.“ Es befinde sich derzeit im städtischen Abstimmungsprozess.

Die Museums-Bilanz 2015

  • Museen der Stadt Nürnberg:

    Zum Verbund gehören sieben Museen, drei Sammlungen und zwei historische Sehenswürdigkeiten, die die Marksteine in der Stadtgeschichte präsentieren. Mit über 700 000 Besuchern zählen sie zu den bedeutendsten kommunalen Museumseinrichtungen in Deutschland.

  • Besucherzahlen:

    Albrecht-Dürer-Haus 76 867 Besucher, Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal 33 112, Stadtmuseum Fembohaus 38 352, Museum Industriekultur inklusive Schulmuseum 53 463, Spielzeugmuseum 121 842, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände 247 774, Memorium Nürnberger Prozesse 92 495,

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