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Eine Spende, die Leben rettet

Am 6. Juni ist Tag der Organspende. Über 9000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf eine Transplantation.
Nikolas Pelke

Menschen, die ihre Organe spenden wollen, sollten den Ausweis immer dabei haben.
Menschen, die ihre Organe spenden wollen, sollten den Ausweis immer dabei haben. Foto: Daniel Maurer/picture alliance/dpa

Nürnberg.Mit dem „Tag der Organspende“ wird in Deutschland jedes Jahr am ersten Samstag im Juni Organspendern und ihren Angehörigen gedacht und gedankt. Einer von den rund 140 000 Menschen, die seit der ersten Transplantation 1963 Organe gespendet haben, ist Thomas S. Vor vier Wochen spendete er seiner Frau Christa eine Niere, nachdem eine Autoimmunerkrankung die Funktion ihrer beiden Nieren sukzessive zerstört hatte. Im Jahr 2019 spendeten bundesweit 1507 Menschen zu Lebzeiten oder nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe. Dem gegenüber stehen über 9000 Menschen, die derzeit in Deutschland auf eine lebensrettende Transplantation warten – viele davon jahrelang.

Am Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg (Sprecher: Prof. Dr. Michael Weyand) am Universitätsklinikum Erlangen stehen knapp 500 Patienten im Alter von zwei bis 80 Jahren auf der Eurotransplant-Warteliste für Herz-, Nieren- oder Bauchspeicheldrüsentransplantation. Christa S. war eine von diesen Wartenden. Im vergangenen Monat konnte sie dank der Lebendnierenspende ihres Mannes am Uni-Klinikum Erlangen erfolgreich transplantiert werden.

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Als das Ehepaar sich im Juni 2019 beim Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg meldete, hatte sich die Nierenfunktion von Christa S. bereits auf nur noch neun Prozent verschlechtert. Die Nierenorgane der 45-Jährigen konnten ihre Aufgaben, den Wasserhaushalt des Körpers zu regulieren und das Blut von Schadstoffen zu befreien, nicht mehr ausreichend erfüllen – ihr drohte eine schwere Harnvergiftung infolge ihres endgültigen Nierenversagens. Christa S. würde also bald dauerhaft auf einen Nierenersatz angewiesen sein – entweder auf die Dialyse oder eine Transplantation durch Organspende.

Belastende Prozedur

Beim maschinellen Nierenersatzverfahren, der Dialyse, muss sich der Patient entweder mehrmals täglich eigenverantwortlich selber über einen Bauchfellkatheter reinigen oder sich in einem Dialysezentrum mindestens dreimal wöchentlich jeweils für etwa vier bis fünf Stunden über einen Gefäßzugang dialysieren lassen – eine belastende Prozedur, die die Lebensqualität des Erkrankten und seiner Angehörigen stark beeinträchtigen kann. „Beim natürlichen Nierenersatzverfahren, der Transplantation, kommen grundsätzlich zwei Optionen der Organspende infrage: Eine Lebendorganspende einer emotional nahestehenden Person oder eine anonyme post mortem entnommene Organspende aus dem Eurotransplantverbund“, erklärt Prof. Dr. Michael Weyand, Sprecher des Transplantationszentrums Erlangen-Nürnberg.

Organspende

  • Rufdienst:

    Neben der Transplantation von Nieren, unter anderem durch Lebendspende, werden Herz- und Bauchspeicheldrüsentransplantationen ausschließlich durch postmortale Organspenden durchgeführt. Hierzu wurde ein rund um die Uhr erreichbarer Rufdienst für Organspende eingerichtet.

  • Uni-Klinikum:

    Zell- und Gewebespenden wie Knochenmark- und Hornhautspenden werden nicht über Eurotransplant, sondern durch das Uni-Klinikum Erlangen vermittelt.

Die kräftezehrende Blutwäsche bleibt der Mutter von zwei kleinen Kindern nun erspart. Die meisten Patienten an der Dialyse fühlen sich körperlich stark leistungsgemindert und sozial eingeschränkt. Sie müssen ihren Beruf, Sport aufgeben. Ihr Leben ist getaktet durch die Abhängigkeit von der Dialysebehandlung. Daneben muss man sich an eine kalium- und phosphatarme Diät halten, d. h. auf frisches Obst und Gemüse größtenteils verzichten. Kommt es zum Versiegen der Urinausscheidung, muss außerdem die Trinkmenge trotz gesteigertem Durstgefühl reduziert werden. Und nicht zuletzt ist die Überlebensprognose des Patienten an der Dialyse um ein Vielfaches geringer im Vergleich zum Transplantierten.

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Schlechtere Lebensqualität

„Angesichts dieser Aussichten hatte sich Ehepaar S. schon frühzeitig mit dem Thema Transplantation und der Möglichkeit einer Lebendnierenspende auseinandergesetzt“, erklärt Dr. Katharina Heller, Oberärztin des Transplantationszentrums Erlangen-Nürnberg. Christa S. wurde nach ausführlicher medizinischer Untersuchung bei Eurotransplant auf der Warteliste für Nierentransplantation registriert. Auch Thomas S. musste sich als potenzieller Lebendnierenspender „von Kopf bis Fuß“ einer eingehenden Untersuchung unterziehen.

Voraussetzung für eine Lebendnierenspende ist eine gute Prognose im Hinblick auf die dem Spender verbleibende Nierenfunktion und seine Lebensqualität. Der Spender wird über die Lebendspende hinaus lebenslang vom Transplantationszentrum begleitet und nachgesorgt.

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