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Kultur

Festival entfacht die Magie der Worte

Das Erzählkunstfestival „ZauberWort“ in Nürnberg trägt seinen Namen bewusst: Die Erzähler wollen ihr Publikum verzaubern.

Der Geschichtenerzähler Tormenta Jobarteh begleitet seine Geschichten musikalisch.
Der Geschichtenerzähler Tormenta Jobarteh begleitet seine Geschichten musikalisch. Foto: Nelson Cardenas

Nürnberg.Das Erzählkunstfestival „ZauberWort“ zieht vom 5. bis 8. Januar 2017 wieder sein Publikum in den Bann. Alle zwei Jahre zum Dreikönigstag kommen Erzähler und Erzählerinnen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum und darüber hinaus nach Nürnberg und versetzen ihre kleinen und großen Zuhörer mit ihren Geschichten in das Kino im Kopf. Gebannt gelauscht werden darf der Veranstaltung der ErzählBühne an verschiedenen Veranstaltungsorten.

Höhepunkt des Festivals ist die „Three Kings and one Queen of Poetry Slam“-Gala mit vier Meisterinnen und Meistern des Poetry Slam am Freitag, 6. Januar, um 20 Uhr im Festsaal des Künstlerhauses.

Jedes Mal ist die Vorbereitung des „ZauberWort“ eine Zitterpartie. Denn ohne ausreichend Sponsoren ist es nicht zu realisieren. Auf der anderen Seite die konzeptionellen Ideen: Wird deren Umsetzung funktionieren? Am Ende ist es wieder gelungen, das Festival auf die Beine zu stellen. Und: 2017 ist erstmals das Kulturbüro Muggenhof mit dem neuen Spielort Kulturwerkstatt auf AEG vertreten, wo der „Sprachklang“ stattfinden wird.

Von Gespenstern und Weisheit

Die Geschichten, die Richard Martin erzählt – doppeldeutig, humorvoll, witzig, derb oder dunkel – sind alle traditionell, manche sogar Tausende von Jahren alt. Seine Palette von mehreren hundert Geschichten reicht von Schwank- und Gespenstergeschichten bis hin zu Märchen und tiefsinnig nachdenklichen Geschichten über alte Weisheiten und die Liebe. Der Inhalt der Geschichten ist das eine, doch wie sie erzählt werden, ist das Besondere: Humor, Witz und Spontaneität verbunden mit der Gestik und Mimik machen es zu einem echten Erlebnis. Richard Martin ist in Nürnberg ein alter Bekannter. Geboren in Großbritannien, lebt er seit Jahrzehnten in Deutschland, aber erzählt immer noch auf Englisch.

Erzählungen in drei Sprachen

Ragnhild A. Mørch führten alle Wege in die Erzählkunst. Ob Schwänke oder Sagen, Märchen oder Mythen, Historisches oder Legendenhaftes, es ist alles dabei – wenn sie nicht gerade mal das Blaue vom Himmel herunter lügt. Seit 2011 ist sie Künstlerische Leiterin der Erzählausbildung an der Universität der Künste Berlin. Sie erzählt dreisprachig auf Norwegisch, Deutsch und/oder Englisch.

Hertha Glück erzählt mit „Wolfsspur“ die Geschichte einer wundersamen Verwandlung – das Ruggeller Klanglabor mit Arno Oehri liefert live den Soundtrack mit Videobildern dazu. Als Geschichtenerzählerin, Wanderführerin und Autorin lebt Glück seit 2002 von ihrem Mundwerk, ihren Füßen und ihrer Fantasie. Sie erzählt auf Deutsch oder in ihrem Dialekt.

Um König zu werden, muss man so manche Aufgaben erledigen – klar! Der junge Jason muss dazu weit fort aus seiner Heimat. Er trifft auf eine sehr alte und eine sehr junge Frau, zwei sehr böse Könige, feuerspeiende Stiere und erdgeborene Krieger und muss ein goldenes Fell stehlen. Und der Drache? Kommt und lauscht den zwei mutigen Erzählerinnen Gabi Altenbach und Ines Honsel.

Ganz klassisch „Es war einmal ...“ heißt der Titel von Naceur Charles Acevals Geschichte. Die Zuhörer folgen einer Märchenkarawane und reisen mit in die Zauberwelt der Nomaden. Geboren in den 50er Jahren in Südwestalgerien, verbrachte Aceval seine frühe Kindheit im Nomadenstamm seiner Mutter und Großmutter, wo er die Geschichten der Nomaden hörte und bis heute mit sich trägt.

Tormenta Jobarteh, ein gambisch-deutscher Geschichtenerzähler, verwandelt die Bühne in einen pulsierenden afrikanischen Marktplatz. Er erzählt mit viel Humor eigene und mündlich überlieferte Geschichten aus Afrika und dem Orient. Dabei begleitet er sich selbst virtuos auf der Kora, einer westafrikanischen 21-saitigen Harfenlaute.

Die persische Erzähltradition

In einem Tal, sieben Ebenen unter der Erde, lebte einst die Königin der Schlangen ... Kurdische, persische und türkische Geschichten, mit musikalischen, rhythmischen und bilingualen Klängen garniert – das verspricht Selma Scheele. Sie erzählt in ihren beiden Muttersprachen Deutsch und Türkisch. Bevor Nurullah Turgut 2010 nach Deutschland kam, war er lange in Istanbul als Musiker tätig. In diesem Programm spielt er vor allem auf der iranischen und kurdischen Daf, auf der Udu und der Djembe.

Kinder suchen unablässig nach dem Weg, nach einer Antwort auf die Frage „wie das Leben geht“. Die weisen Geschichten des Bambergers Norbert Götz kommen ihnen auf diesem Weg entgegen, weil sie davon berichten, was uns Kraft verleiht und Zuversicht, was uns letztlich zu wirklich mitfühlenden Menschen macht. Norbert Götz erzählt seit mehr als dreißig Jahren und hat das „Theater der Schatten“ in Bamberg gegründet.

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Gut zu wissen

  • Donnerstag, 5. Januar:

    Tafelhalle: 19 Uhr Festivaleröffnung; 20 Uhr Langer Abend mit den Erzählern Charles Aceval, Ragnhild Mørch, Richard Martin, Selma Scheele; Musik: Hilde Pohl

  • Freitag, 6. Januar:

    Künstlerhaus: 14 Uhr, „Jeliba, der Geschichtenerzähler“, (ab sechs Jahren), Tormenta Jobarteh – 18 Uhr, „Wolfsspur“ (ab 14 Jahren), Hertha Glück/Arno Oehri – 20 Uhr „Poetry Slam“; Krakauer Haus: 16 Uhr „Sahmaran“(ab zehn Jahren), Selma Scheele, Nurullah Turgut

  • Samstag, 7. Januar

    : Tafelhalle: 20 Uhr Langer Abend, Erzähler: Norbert Götz, Hertha Glück, Ines Honsel, Gabi Altenbach, Tormenta Jobarteh, Musik: Georg Brinkmann – Künstlerhaus: 14 Uhr „Meer ist mehr!“ (ab sieben), Ragnhild Mørch, 18 Uhr „I’ll tell you a tale“ (ab 14), Richard Martin – Krakauer Haus: 16 Uhr „Es war einmal ...“ (ab acht) Charles Aceval

  • Sonntag, 8. Januar:

    : Auf AEG: 11 Uhr Matinee Sprachklang, Musik: Brummkreisel – Künstlerhaus: 14 Uhr „Kostbare Geschichten“ (ab sechs Jahren) Norbert Götz – Krakauer Haus: 16 Uhr „Wie man einen Drachen überlistet“ (ab acht Jahren) Gabi Altenbach/Ines Honsel

  • Die Spielorte:

    Tafelhalle, ußere Sulzbacher Str. 62; Krakauer Haus, Hintere Insel Schütt 34; Festsaal und Vorsaal im Künstlerhaus, Königstraße 93; Kulturwerkstatt auf AEG, Fürther Straße 244d

  • Karten:

    Tickets ab sechs Euro sind im Vorverkauf erhältlich, an der Abendkasse kosten sie ab acht Euro. Ermäßigte Karten gibt es ab einem Preis von 5,50 Euro im Vorverkauf und an der jeweiligen Abendkasse.

  • Weitere Informationen:

    unter www.zauberwort.info sowie unter www.facebook.com/Erzaehlkunstfestival

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