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Betrug

„Geldabholerin“ sitzt hinter Gittern

Eine 56-Jährige soll als falsche Notarin ihre Opfer um 200 000 Euro erleichtert haben.

Eine falsche Notarin sitzt in U-Haft. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Eine falsche Notarin sitzt in U-Haft. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Mittelfranken.Seit mehr als einem Jahr ermittelt die Ansbacher Kriminalpolizei mit der eigens eingerichteten Ermittlungskommission (EKO) „Goldmünze“ im Bereich des Phänomens „falsche und betrügerische Gewinnversprechen gegenüber Senioren. Nun gelang es den Beamten, eine tatverdächtige Frau festzunehmen, die in die Verbrechen verwickelt sein soll. Sie sitzt in Untersuchungshaft.

Die meisten der Opfer befinden sich im Seniorenalter. Sie werden telefonisch davon in Kenntnis gesetzt, dass sie angeblich einen hohen Bargeldbetrag gewonnen haben. Vor Auszahlung des Gewinns müsse jedoch eine Gebühr entrichtet werden. Im weiteren Verlauf werden die Opfer durch geschickte Gesprächsführung dazu gebracht, vermeintlich von ihnen geschickten „Notaren“ hohe Summen oder Wertgegenstände zu übergeben.

Nach umfangreichen und länderübergreifenden Ermittlungen gelang es der Ermittlungskommission „Goldmünze“ in enger Abstimmung mit den Staatsanwaltschaften Ansbach und Nürnberg-Fürth, eine Tatverdächtige zu identifizieren.

Die 56-Jährige aus Oberfranken wird verdächtigt, in mehreren Fällen bundesweit als Geldabholerin für die Hintermänner der Taten fungiert zu haben. Hierbei gab sie sich bei den Geschädigten als Notarin aus. Nach vorliegenden Erkenntnissen erhielt die Frau zur Tatbegehung Anweisungen von einem „Callcenter“ aus dem Ausland. Die in Empfang genommenen Bargeldbeträge wurden durch die 56-Jährige dann auf ausländische Bankkonten transferiert. Von dort aus konnten die Hintermänner auf die Geldsummen zugreifen.

Am Dienstag, 14. Mai, gelang es im Rahmen kriminaltaktischer Maßnahmen, die tatverdächtige Frau zu identifizieren. Im Verlauf der weiteren Maßnahmen konnte die 56-Jährige in Nordrhein-Westfalen auf frischer Tat festgenommen werden. Die Tatverdächtige nahm dort gerade von einem weiteren Betrugsopfer mehrere Tausend Euro in Empfang. Die 56-Jährige wird zudem verdächtigt, in mindestens sieben Fällen als Geldabholerin agiert und entsprechende Bargelder auf ausländische Konten transferiert zu haben. Der bislang bekannte Schaden wird von den Ermittlern auf mindestens 200 000 Euro geschätzt.

Der Ermittlungsrichter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Haftbefehl gegen die tatverdächtige Frau. Die Ermittlungen zur Identifizierung und Festnahme der Hintermänner werden weiterhin mit hohem Aufwand durch die EKO „Goldmünze“ betrieben, teilt das Polizeipräsdium Mittelfranken mit.

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