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Verkehr

Halbzeit auf der Mega-Baustelle

Für rund 200 Millionen Euro wird das Autobahn-Kreuz Fürth/Erlangen umgebaut. 2021 soll das neue Kreuz fertig sein.
Von Nikolas Pelke

Muss den Überblick behalten: Markus Bindnagel auf der Mega-Baustelle am Autobahn-Kreuz Fürth/Erlangen.  Foto: Bindnagel
Muss den Überblick behalten: Markus Bindnagel auf der Mega-Baustelle am Autobahn-Kreuz Fürth/Erlangen. Foto: Bindnagel

Erlangen.Gewaltiges tut sich am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen. Seit März 2017 stellen Bagger das Kreuz komplett auf den Kopf. Und das nicht ohne Grund: Bis zum Jahr 2025 wird ein Verkehrsanstieg auf über 100000 Fahrzeuge am Tag für die A3 im Bereich des Autobahnkreuzes Fürth/Erlangen erwartet. Die Fertigstellung des rund 200-Millionen-Projektes ist für das Jahr 2021 geplant.

Markus Bindnagel, Leiter des Ausbau-Projektes bei der „Autobahndirektion Nordbayern“, ist mit den Fortgang der Bauarbeiten zufrieden. „Wir sind fast in der Halbzeit“, sagt der Diplom-Ingenieur gegenüber diesem Medienhaus auf Anfrage. Auch für den Steuerzahler hat der Bauoberrat eine gute Neuigkeit: „Wir gehen nicht von einer extremen Kostensteigerung aus“, freut sich Bindnagel. Lediglich die zusätzlichen Lärmschutz-Maßnahmen in Erlangen-Bruck und Erlangen-Eltersdorf würden geringe Mehrkosten des 200-Millionen-Verkehrsprojektes verursachen. Bei einer Baumaßnahme dieser Dimension ist das wohl keine Selbstverständlichkeit. Zeitweise tummeln sich bis zu 250 Bauarbeiter und unzählige Baumaschinen auf dem Kreuz. „Die Arbeiten gleichen tatsächlich einer Operation am offenen Herzen“, erklärt Bindnagel. Teilweise hätten die Baukräne nur ein paar Meter Platz bis zur nächsten Hauswand. Erschwerend komme der rollende Verkehr hinzu. Schon heute würden über das Kreuz bis zu 93.000 Autos pro Tag brausen. In Zukunft sollen es noch mehr werden. Die Autobahndirektion rechnet mit täglich über 100.000 Fahrzeugen in den nächsten Jahren.

Neue Rampe statt Staus

Um diese gewaltigen Verkehrsmengen bewältigen zu können, wird das Kreuz nicht nur auf sechs Fahrstreifen ausgebaut. Um den Verkehr zwischen den beiden Autobahnen flüssig abwickeln zu können, setzen Bindnagel und seine Kollegen auch auf den Bau eines „Overfly“. Über diese spektakuläre Autorampe soll die Blechlawine einmal von Bamberg über die A73 via A3 bequem in Richtung Süden rollen können. „Eigentlich handelt es sich bei der neuen Rampe und einen Over- und einen Underfly“, sagt Bindnagel und erklärt: „Wir überqueren die A3 und unterführen die A73. Insofern bauen wir noch ein bisschen mehr als einen Overfly“, erklärt Bindnagel.

Durch die neue Rampe müsse der Autofahrer zukünftig „praktisch nur noch geradeaus“ fahren. „Dadurch wird das Kreuz deutlich leistungsfähiger und verkehrssicherer“, freut sich der Ingenieur. Besonders freuen können sich auch die umliegenden Anwohner. Auch wenn die Menschen rund um das Kreuz sicherlich gemischte Gefühle im Hinblick auf die wachsenden Verkehrsströme und den notwendigen Ausbau haben dürften. Immerhin soll sich die Lärmbelastung für die Anwohner deutlich sinken, verspricht die Autobahndirektion.

Super-Kreuz

  • Projektplan Für rund 200 Millionen Euro wird das Autobahnkreuz Fürth/Erlangen zwischen 2017 und 2021 umgebaut. Durch das neue Kreuz sollen weniger Staus entstehen.

  • Masterplan Der Ausbau des Autobahnkreuzes inklusive „Overfly“ ist nur ein kleiner Teil einer viel größeren Lösung. Der aktuelle Umbau gehört zum sechsstreifigen Ausbau der A3

Lärm wird „halbiert“

„Durch unsere Maßnahmen halbieren wir ungefähr den Verkehrslärm“, erklärt Bindnagel. Um die Anwohner vor dem wachsenden Verkehrslärm besser zu schützen, werden umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen im Zuge des Ausbaus der A3 auf einer Länge von über drei Kilometern realisiert, die insbesondere die Erlanger Stadtteile Eltersdorf und Bruck betreffen. Bis zu 13 Meter hoch sollen die Lärmschutzwände in den Himmel ragen. Zudem gibt es Steilwälle mit darauf aufgesetzten Wänden. Die Lärmschutz-Anlagen sollen das Autobahnkreuz sowie die A3 und die A73 nach dem Abschluss der Bauarbeiten wie einen Ring auf einer Länge von fast sechs Kilometern umschließen. Zusätzlich soll der A3 ein offenporiger „Flüsterasphalt“ auf einer Strecke von etwas mehr als zwei Kilometern spendiert werden.

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