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Politik

Heimatempfang mit Söder und Füracker

Wie Ministerpräsident Söder und Minister Füracker die Herausforderungen meistern wollen, erklärten sie in Nürnberg.
Von Birgit Ropohl

Noch ein kleiner Plausch, dann gehen Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Minister Albert Füracker aufs Podium. Foto: Birgit Ropohl
Noch ein kleiner Plausch, dann gehen Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Minister Albert Füracker aufs Podium. Foto: Birgit Ropohl

Nürnberg.Es ist ein besonderer Empfang – voller politischer Aktualität, mit der vorher niemand hatte rechnen können: Nur wenige Stunden, nachdem die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur bekannt gegeben hatte, heißen Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Staatsminister Albert Füracker ihre Gäste zum traditionellen „Finanz- und Heimatempfang 2020“ im Heimatministerium willkommen.

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450 geladene Gäste sind gekommen: volles Haus. Jeden interessiert, gerade an einem solchen Tag, was der bayerischen CSU-Spitze jetzt wichtig erscheint. Füracker, der Hausherr des Ministeriums, spricht von einem „komplizierten politischen Umfeld“, in dem es schwieriger geworden sei, Politik zu gestalten. Entscheidend sei nun, „dass wir es schaffen, mit unserem Beitrag das Land stabil zu halten.“ Dabei spiele die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse eine große Rolle. Es sei gefährlich, wenn Regionen in Vergessenheit gerieten.

Lockeres Gespräch

Im lockeren Zwiegespräch, moderiert von Marion Schieder, gehen Söder und Füracker auf die aktuelle Situation ein. Was in Erfurt geschehen ist, hat für Söder „nationale und internationale Bedeutung“. Es sei absolut indiskutabel zu denken, man könne an die Macht kommen, wenn man abhängig von der AfD sei. Wer sich in die Hände einer AfD begebe, die ein anderes Land und eine andere Gesellschaft wolle, habe nie die Legitimation zum Regieren.

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Der Rückzug von AKK tue ihm leid, betont Söder. „Die Zusammenarbeit mit ihr war sehr gut.“ Bei der Diskussion um ihre Nachfolge sei eine klare Strategie erforderlich, die für alle verbindlich gelte – mit klarer Abgrenzung von der AfD, aber auch von Links. Es gehe um die Stabilität des Landes.

Hinter allem müsse ein Gestaltungskonzept für die Zukunft stehen. Optimistisch, mit neuen Ideen. „Mit Ideen, die das Land voranbringen. Und mit Leuten, die anpacken.“ Bayern, sagt Söder, sei ein Land der Zukunft, in dem man Ideen realisieren könne. Für Forscher aus aller Welt sei es ein attraktiver Standort.

Dienstsitz Nürnberg

  • Heimatministerium:

    Am Lorenzer Platz in Nürnberg ist der zweite Dienstsitz des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat. Es ist am 20. Februar 2014 offiziell eröffnet worden.

  • Ziele:

    Die Zielsetzung des Ministeriums ist die Förderung und Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern – gleichermaßen in Stadt und Land.

Der Freistaat, so Füracker, investiere zwei Milliarden Euro in die Zukunft. Hightech lautet das Schlüsselwort. In den kommenden Jahren, erklärt Söder, entstünden in Bayern mehr Lehrstühle für Künstliche Intelligenz als im Rest Deutschlands. „Wenn wir jetzt nicht dafür sorgen, sind wir in zehn Jahren abgehängt.“ Söder: „Ich möchte nicht, dass wir in zehn Jahren nur noch Produkte aus China und den USA kaufen“. Bayern wolle die Standards setzten. Zum Beispiel in Sachen Klimaschutz. Da gelte es, diesen und die Autoindustrie zusammenzubringen. „Wir können die Autos nicht einfach wegzaubern.“

Renaissance der Heimat

Bei allen Plänen für Klimaschutz dürften, fordert Füracker, Ärmere nicht gegen Reichere oder Stadt gegen Land ausgespielt werden. Keiner dürfe das Nachsehen habe. Überhaupt: Keine Region dürfe abgehängt werden. Gerade erlebe das Thema Heimat eine Renaissance. Die Bürger schätzten die aktive Beteiligungsmöglichkeit. „Wenn eine Kommune funktioniert, empfinden die Menschen ihre Heimat als positiv.“ Das sei gut für die Stimmung im Land.

Übrigens: Die Stimmung beim Heimatempfang ist ausgesprochen gut. Dass sich Söder gleich nach dem offiziellen Teil verabschiedet (er muss zu einer Fernsehaufzeichnung), nimmt ihm keiner übel. Im Foyer des Ministeriums diskutieren unterdessen die Gäste in kleinen Runden weiter, bei Musik, Häppchen und Getränken. Und natürlich geht es immer wieder um die Frage, wie der künftige Kanzlerkandidat der Union heißen wird – und welche Rolle Söder dabei spielt.

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