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Familien

Klassik Open Air mit Frauenpower

Vorhang auf für Europas größten Konzertsaal in Nürnberg: Mit Kind und Kegel pilgerten Familien in den Luitpoldhain.
von Nikolas Pelke

Frauenpower beim Klassik Open Air: Lilo Kraus mit ihren Enkeltöchtern auf der Picknickdecke vor der Bühne. Foto: Nikolas Pelke
Frauenpower beim Klassik Open Air: Lilo Kraus mit ihren Enkeltöchtern auf der Picknickdecke vor der Bühne. Foto: Nikolas Pelke

Nürnberg.Frauenpower beim Klassik Open Air: Bei ihrer Premiere hat Dirigentin Joana Mallwitz das Publikum ganz schnell um den Taktstock gewickelt. Sonntag kurz vor elf in Nürnberg: Mit Kind und Kegel pilgern Familien in den Luitpoldhain. Zum ersten Mal steht heute mit Joana Mallwitz eine Dirigentin auf der Bühne beim Klassik Open Air. „Die Frau ist toll. Joana Mallwitz ist ein Superstar. Deswegen bin ich heute hier mit meinem Jonas“, sagt Julia und schiebt den dreijährigen Sohn im Kinderwagen noch etwas näher zur Bühne.

Lilo Kraus hat es sich derweil mit ihren Enkeltöchtern auf der Picknickdecke direkt vor der Bühne gemütlich gemacht. Mit bunten Hüten auf dem Kopf strahlen die drei Damen mit der Sonne am Himmel um die Wette. „Diese Frau ist dermaßen gut. Mit Joana Mallwitz sind die Nürnberger Staatsphilharmoniker in die Bundesliga aufgestiegen“, ist sich Lilo Kraus sicher. „Bitte, alle hinsetzen!“, ruft eine aufgebrachte Frau den rücksichtslosen Besuchern entgegen, die sich vor die Bühne gestellt haben und damit den vielen Familien auf den Picknickdecken die Sicht auf die Bühne versperren.

Dort schwingt gerade mit feiner Hand die 32-jährige Generalmusikdirektorin gekonnt den Taktstock zu George Gershwins „Rhapsodie in Blue“. Derweil beschwert sich Sarah ganz vorne auf der Decke. „Ich kann auch nichts sehen“, sagt Sarah und reckt den kleinen Kopf ein bisschen höher, um die neue Dirigentin am Pult der Philharmoniker live in Aktion sehen zu können.

Mallwitz erobert die Herzen

„Die Frau hat es einfach raus“, ruft Lilo Kraus ihren Enkeltöchtern auf der Picknickdecke zu. Lilo Kraus kann sich ein Urteil wahrlich erlauben. Kraus ist selber Philharmonikerin und hat schon unter dem großen Christian Thielemann die Harfe bei den Philharmonikern gestreichelt. Auch beim heutigen Klassik Open Air würde Lila Kraus normalerweise neben ihrer Harfe auf der Bühne sitzen. Ein kleiner Fahrradunfall hat die sympathische Musikerin außer Gefecht gesetzt.

„Es ist so schade, dass ich heute nicht dabei sein kann. Mit Joana Mallwitz haben wir wieder die Qualität, die wir damals nach dem Weggang von Christian Thielemann verloren haben“, ist sich die bekannte Soloharfinistin sicher, die auch an der Hochschule für Musik in Nürnberg als Professorin unterrichtet.

In diesem Jahr feiert das Klassik Open Air sein 20. Jubiläum. Beim allerersten Klassikkonzert unter freiem Himmel im Luitpoldhain ist Lilo Kraus auch schon dabei gewesen. „Das war wahnsinnig schön. Das Klassik Open Air hat die Nürnberger Orchester enger mit der Stadt verbunden“, freut sich Lilo Kraus und die Enkeltöchter klatschen in die Hände. Viele Nürnberger, die sonst nicht ins Opernhaus gehen, könnten beim Picknick im Luitpoldhain die Klangkörper der Frankenmetropole hautnah und kostenlos genießen. Das Familienkonzert ist freilich erst der Auftakt der diesjährigen Klassik-Reihe in Nürnberg gewesen. Am Sonntagabend haben die Staatsphilharmonie das große Abendkonzert mit Feuerwehr gegeben.

Wong ohne Grenzen

Am 3. August stehen die Nürnberger Symphoniker auf der Bühne im Luitpoldpark. Im letzten Jahr hat hier noch Kahchun Wong als neuer Chefdirigent der Nürnberger Symphoniker sein Debüt beim Klassik Open Air gefeiert. Unter dem Motto „Europa über alle Grenzen“ präsentieren die Nürnberger Symphoniker in diesem Jahr beim zweiten Open-Air-Konzertabend am 3. August im Luitpoldhain berühmte Werke aus verschiedensten Ländern.

Zusammen mit dem israelisch-russischen Trompeter Sergei Nakariakov führen die Symphoniker unter Wong von deutscher und französischer Oper über russische Programmmusik hin zum britischen Filmkomponisten Malcolm Arnold durch ein internationales und genreübergreifendes Programm. Die Gäste dürfen sich dann auf ein besonderes Highlight freuen: Kahchun Wong stellt dem Publikum seinen Nürnberger Lieblingskomponisten Johann Pachelbel mit dessen weltbekanntem Kanon vor.

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