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Urlaub

Kreta ist der neue Renner ab Nürnberg

Erfolgreicher hätte Tuifly sein Comeback in Nürnberg nicht starten können: Fast alle Maschinen sind ausgebucht.
Von Birgit Ropohl

Der Erstflug nach Kreta von der Tuifly-Base Nürnberg wurde gefeiert. Selbst Geschäftsführer Oliver Lackmann (3.v.l.) war angereist. Foto: Luca Eberhardt
Der Erstflug nach Kreta von der Tuifly-Base Nürnberg wurde gefeiert. Selbst Geschäftsführer Oliver Lackmann (3.v.l.) war angereist. Foto: Luca Eberhardt

Nürnberg.„Wir sind super happy“, sagt Tuifly-Pressesprecher Aage Dünhaupt. „In Nürnberg läuft es genau so, wie wir es erwartet hatten.“ Tuifly hatte bekanntlich nach der plötzlichen Germania-Insolvenz im Januar blitzschnell reagiert und beschlossen, so bald wie möglich mit starkem Engagement nach Nürnberg zurückzukehren: Inzwischen steuern die blau-weißen Maschinen vom Airport Albrecht Dürer neun Sonnen-Ziele an, darunter erstmals Kreta.

Kreta erweist sich als Volltreffer. „Fast jeder Flug ist komplett ausgebucht“, erklärt Dünhaupt. In den jetzigen Pfingstferien gehört Kreta sogar zu den beliebtesten Destinationen ab Nürnberg. Hinter Antalya und Mallorca liegt es auf Rang drei. Die Nachfrage ist konstant hoch. „Perfekt,, dass nun auch Tuifly diese Strecke bedient“, sagt Flughafen-Chef Dr. Michael Hupe.

Sanfte Hügel, Weinberge und Olivenhaine durchziehen weite Teil des Landesinneren. Immer einen Besuch wert sind die gepflegten Klöster mit prächtigen Kirchen, oft echte Oasen der Ruhe. Häufig auf einem kleinen Berg gelegen, bieten sie grandiose Ausblicke. Fotos: Ropohl
Sanfte Hügel, Weinberge und Olivenhaine durchziehen weite Teil des Landesinneren. Immer einen Besuch wert sind die gepflegten Klöster mit prächtigen Kirchen, oft echte Oasen der Ruhe. Häufig auf einem kleinen Berg gelegen, bieten sie grandiose Ausblicke. Fotos: Ropohl

Was macht die größte griechische Insel so beliebt? Glasklares Meer, weiße Sandstrände, lebhafte Häfen, pittoreske Städte, schneebedeckte Berge, Olivenhaine, Weinberge, Jahrtausende alte Kultur – nicht jede Urlaubsdestination kann mit so mächtigen Pfunden wuchern.

Kretischen Alltag kennenlernen

Kurzstreckenflüge sollen nicht schädlich sein, sagt Nürnbergs Airportchef. Lesen Sie hier mehr zu der Debatte.

Tui-Manager Evangelos Georgiou liegt am Herzen, dass die Urlauber nicht nur Strand-und Wanderfreuden genießen, sondern zwischendurch eintauchen in den Alltag der Kreter. Dass sie hinaus aufs Land fahren. Etwa ins gepflegte Städtchen Archanes mitten in den Weinbergen, rund 30 Kilometer von der Inselhauptstadt Heraklion entfernt. Stimmungsvolle Tavernen und Cafés rund um den Dorfplatz laden zum Entspannen ein. Und zum Genießen. Köstliche lokale Gerichte stehen auf den Speisekarten: selbst gebackenes Brot, frischer Käse, Oliven, sanft geschmorter Schweine- oder Lammbraten, Kuchen nach Omas Rezepten – dazu griechischer Wein aus der Nachbarschaft.

Verschiedene Hotels unterstützen einheimische Produzenten, indem sie zum Beispiel Olivenöl und Wein bei ihnen einkaufen, anstatt zu importieren. Regionale Kost, gerne nach Familienrezepten der Mitarbeiter gekocht, servieren sie in speziellen „Kreta- Ecken“. Fotos: Ropohl
Verschiedene Hotels unterstützen einheimische Produzenten, indem sie zum Beispiel Olivenöl und Wein bei ihnen einkaufen, anstatt zu importieren. Regionale Kost, gerne nach Familienrezepten der Mitarbeiter gekocht, servieren sie in speziellen „Kreta- Ecken“. Fotos: Ropohl

Dank der Tui Care Foundation gelingt es inzwischen immer mehr Wein- und Olivenbauern, ihre Produkte gewinnbringend zu vermarkten. Die Devise: „Gesunder Boden, gesunde Umwelt, hohe Produktqualität.“

Die Care Foundation sensibilisiert die Bauern für umweltverträglichen Anbau, fördert die Wiedereinführung einheimischer Rebsorten und vernetzt Produzenten und Hotels. Schon eine ganze Reihe von Hotels, darunter die Vier-Sterne-All-inclusive-Resorts Magic Life Candia Maris und Agapi Beach, verwenden in ihren Küchen und Restaurants hochwertiges lokales Olivenöl, Oliven und Weine einheimischer Bauern – teils sogar Kräuter und Gemüse aus dem eigenen Bio-Garten.

Kretische Spezialitäten stehen auf dem Plan

Kretische Spezialitäten probieren Urlauber gerne auch bei den Wein- und Olivenölverkostungen der Hotels oder bei Ausflügen zu den Produzenten. Das ist für Georgiou wichtig: „Wir wollen einen Tourismus, der auch Existenzgrundlagen schafft.“

Die beiden Weingüter Lyrarakis und Michalakis gelten diesbezüglich als Vorzeigeprojekte – und Vorreiter. Vor Jahren noch von Kollegen und Dorfbewohnern belächelt, finden sie inzwischen etliche Nachahmer, die ganz gezielt an der Verbesserung ihrer eigenen lokalen Lebensgrundlagen arbeiten.

Die alte Palastanlage in Knossos ist eines der beliebtesten Ausflugsziele Kretas. Bei Führungen erfahren die Urlauber, wie die Anlage mit ihren 1500 Räumen wahrscheinlich vor fast 4000 Jahren einmal ausgeschaut hat. Originale Fresken befinden sich im Museum von Heraklion. Fotos: Ropohl
Die alte Palastanlage in Knossos ist eines der beliebtesten Ausflugsziele Kretas. Bei Führungen erfahren die Urlauber, wie die Anlage mit ihren 1500 Räumen wahrscheinlich vor fast 4000 Jahren einmal ausgeschaut hat. Originale Fresken befinden sich im Museum von Heraklion. Fotos: Ropohl

Bei geführten Touren setzt Tui zunehmend auf kleine Gruppen. „Höchstens 15 bis 16 Teilnehmer“, sagt Evangelos Georgiou, das mache es leicht, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. „Und sich dabei zeigen zu lassen, wie man Schafe melkt oder gemeinsam eine typisch kretische Speise kocht.“ Berühmte Sehenswürdigkeiten wie Knossos ließen sich ohnehin am intensivsten in einer überschaubaren Runde entdecken.

Bedeutend ruhiger als in Knossos geht es im Museum Nikos Kazantzakis in Myrtia zu, etwa 20 Kilometer von Heraklion entfernt. Der aus Kreta stammende Kazantzakis, einer der bekanntesten griechischen Schriftsteller, ist nicht nur Namensgeber des Flughafens von Heraklion. Er ist durch den Film „Alexis Sorbas“ zu Weltruhm gelangt, für den einer seiner vielen Romane die Vorlage gebildet hat.

Planungen für 2020 laufen

Wegen der hohen Nachfrage nach Kreta-Flügen ab Nürnberg rät Aage Dünhaupt, nicht zu kurzfristig buchen zu wollen. Denn dann könnte möglicherweise im Flugzeug kein Platz mehr frei sein. Für unterwegs hat er einen ganz besonderen Tipp: „Mein absolutes Lieblingsessen an Bord ist Currywurst, exklusiv für uns im Rheinland zubereitet.“ Seit Jahresbeginn bietet Tuifly ein erweitertes Cateringangebot. Spezielle Menüs können bis zu 48 Stunden vor Abflug geordert werden.

Wenn Fischverkäufer Costa in abgelegenen Dörfer wie Alagni eintrifft, gibt’s gleich ein fröhliches Hallo auf dem Dorfplatz. Und nicht nur die Bewohner decken sich mit Fisch ein. Die Dorfkatzen sind ebenfalls im Nu zu Stelle und hoffen, dass auch für sie etwas abfällt. Fotos: Ropohl
Wenn Fischverkäufer Costa in abgelegenen Dörfer wie Alagni eintrifft, gibt’s gleich ein fröhliches Hallo auf dem Dorfplatz. Und nicht nur die Bewohner decken sich mit Fisch ein. Die Dorfkatzen sind ebenfalls im Nu zu Stelle und hoffen, dass auch für sie etwas abfällt. Fotos: Ropohl

Aufgrund der bisherigen Zahlen geht Dünhaupt von einer „Super-Saison“ in Nürnberg aus. Die Auslastung der Maschinen werden kaum unter 90 Prozent liegen, schätzt er. Weil es so hervorragend läuft, hebt Tuifly auch in der kommenden Wintersaison ab Nürnberg ab – auf die kanarischen Inseln Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura sowie nach Ägypten. Tuifly-Geschäftsführer Oliver Lackmann plant bereits ein Stück weiter: „Die Nachfrage aus der Frankenmetropole hat uns überwältigt. Daher können wir uns zum Sommer 2020 einen weiteren Ausbau vorstellen.“

Das ist natürlich Musik in den Ohren von Flughafen-Geschäftsführer Dr. Michael Hupe. „Wir sind froh, in diesen dynamischen Zeiten der Luftfahrtbranche auf einen so starken Partner bauen zu können.“

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