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Engagement

Künstler helfen den Flüchtlingskindern

Wer Geld für eine Traumatherapie spendet, erhält dafür ein Kunstprogramm der „Artists for Refugees“ aus dem Nürnberger Raum.

  • Beim Kinderbürgerfest in Neumarkt ist Geraldino alias Gerd Grashauser ein fester Programmpunkt. Er engagiert sich auch bei „Artists for Refugees“. Archiv-Foto: Gaupp
  • Julia Rupprecht von „Artists für Refugees“ stellt die Plattform vor. Foto: Melanie Oßwald

Nürnberg.Am 1.Februar ist eine Aktion von Künstlern gestartet, die sich vorgenommen haben, Spenden für traumatisierte geflüchtete Kinder und Jugendliche zu sammeln. „Artists for Refugees“ heißt sie und die dazugehörige Plattform im Internet www.artistsforrefugees.de. Derzeit beteiligen sich bereits 19 Künstlerinnen, Künstler und Bands.

Das zentrale Anliegen von „Artists for Refugees“ ist es, Kindern und Jugendlichen, die durch die Situation in ihren Herkunftsländern bzw. die Flucht traumatisiert sind, eine therapeutische Unterstützung zu ermöglichen. Eine ärztliche Untersuchung hat ergeben, dass etwa jedes fünfte syrische Flüchtlingskind traumatisiert sei. Diese Kinder und Jugendlichen sollen jetzt die Chance haben, seelische Wunden Schritt für Schritt zu heilen, teilen die Akteure in einer Presseerklärung mit. Der Bedarf nach Betreuungsangeboten sei groß, der Bedarf nach finanziellen Mitteln, um diese bereitzustellen, ebenso.

Ein Kunstwerk als Dankeschön

„Artists for Refugees“ funktioniert als Spendenkreislauf: Eine Person spendet einen bestimmten Betrag an ein Hilfsprojekt für die Unterstützung von traumatisierten geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Das Hilfsprojekt kann damit diese Kinder noch umfassender unterstützen und betreuen. Ein Künstler von „Artists for Refugees“ kreiert daraufhin ein Werk speziell für diese Person. Damit erhält die spendende Person nicht nur einen Spendennachweis, sondern ein ganz persönliches Kunstwerk als Dankeschön für ihre Spende.

Die Künstler sind dabei diejenigen, die diesen Kreislauf durch ihr Dankeschön-Geschenk erst ermöglichen und sie leisten ihren Beitrag angesichts der aktuellen Situation mit ihrer ureigensten Gabe: Kunst. Das Hildegard Pohl Trio, das von Anfang an dabei ist, erklärt: „Wir wollen einfach helfen, und wenn wir das mit unserer Musik möglich machen können – umso besser!“ Jeder gebe, was er am besten kann – „wir können Musik. Die Jugend ist die Zukunft, da muss man ansetzen“.

Ziel: Bundesweite Reichweite

Die Erlangerin Julia Rupprecht, die die Idee zu dieser Plattform hatte und sie in denvergangenen Wochen ehrenamtlich aufgebaut hat, schildert die Entstehung: „Nachdem das Konzept und die Website standen, kontaktierte ich viele Künstler hier in der Region. Das ist aber nur der Start. ,Artists for Refugees’ ist so angelegt, dass sich Leute aus ganz Deutschland und darüber hinaus beteiligen können – egal ob als Künstler oder Spendengeber“. Beteiligte Künstler hätten die Plattform bereits ihren Künstler-Kollegen weiterempfohlen, so dass sich bereits Künstler von sich aus bei ihr gemeldet hätten, dass sie sich ebenfalls einbringen möchten.

Aus der Metropolregion Nürnberg sind unter anderem der Schriftsteller Nevfel Cumart, Kinderliedermacher Geraldino, Mäkkelä, finnisch-deutscher Singer-Songwriter und Frankenbänd-Frontmann Charly Fischer dabei. Zudem Künstler aus Erlangen, München, Bielefeld, dem Odenwald oder etwa aus St. Gallen in der Schweiz.

Artists for Refugees kooperiert derzeit mit folgenden Hilfsprojekten: Terre des Hommes, Projekt Xenion in Berlin sowie mit zwei Projekten in Halle und Magdeburg für die psychosoziale Betreuung geflüchteter Kinder. Mit weiteren Hilfsprojekten als mögliche Spendenziele befindet sich Artists for Refugees in Absprache.

Einer der beteiligten Künstler ist Geraldino, der auch regelmäßig im Landkreis Neumarkt auftritt.

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