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Jubiläum

Kunstvilla in Nürnberg feiert Geburtstag

Das Nürnberger Museum für regionale Kunst wird fünf Jahre alt. Mit einer Sonderschau wird am Sonntag gefeiert.
von Nikolas Pelke

Die Kunstvilla feiert am Sonntag ein großes Museumsfest mit Versteigerungen und Ausstellungseröffnung.  Foto: Annette Kradisch Fotodesign
Die Kunstvilla feiert am Sonntag ein großes Museumsfest mit Versteigerungen und Ausstellungseröffnung. Foto: Annette Kradisch Fotodesign

Nürnberg.Schöne Villa, fränkische Künstler: Mit diesen edlen Zutaten hat die Nürnberger Kunstvilla in den letzten fünf Jahren die Herzen der Kunstfreunde im Sturm erobert. Zum Geburtstag lädt das mondäne Haus in der Blumenstraße am Sonntag zum großen Museumsfest ein.

Normalerweise bringen die Besucher zur Geburtstagsparty ein Geschenk mit. Die Kunstvilla macht es umgekehrt. Unter der Überschrift „Gesammelte Werke – Fünf Jahre Kunstvilla“ öffnet die Kunstvilla in einer Sonderausstellung ihre Schatzkammer und zeigt Werke, die seit der Gründung des Museums durch Ankäufe und Schenkungen neu hinzugekommen sind. Am Beispiel von mehr als 60 herausragenden Gemälden, Zeichnungen, Fotografien und Plastiken von rund 40 Künstlern aus der Region gibt die Kunstvilla damit einen Einblick in ihre erste Sammlungsphase. Die Neuzugänge reichen von Gemälden des beginnenden 20. Jahrhunderts, wie von Eduard Aigner und Lily Wieszner-Zilcher, bis zur Gegenwartskunst mit Arbeiten von Inge Gutbrod, Oliver Boberg und Reiner Bergmann.

Die ausgestellten Werke zeigen laut Museumsleiterin Andrea Dippel und Sammlungskuratorin Susann Scholl die große inhaltliche Bandbreite der Kunstvilla. Das mondäne Haus in der Marienvorstadt will sowohl Lücken im historischen Bestand schließen, als auch die aktuelle Kunstentwicklung in Nürnberg für kommende Generationen dokumentieren. Um dieses doppelte Ziel zu erreichen, hat die Kunstvilla rund 3000 Kunstwerke in den letzten Jahren neu hinzubekommen. Pünktlich zur Geburtstagsparty wird die Sonderausstellung „Gesammelte Werke“ am Sonntag um 11 Uhr in der Nürnberger Kunstvilla eröffnet.

Das Haus wurde 1895 erbaut

In der Kunstvilla ist das prächtige Haus auch selbst auch immer Gegenstand der ästhetischen Bewunderung und historischen Auseinandersetzung. Die heutige Kunstvilla wurde 1895 als repräsentatives Wohngebäude für den jüdischen Hopfenhändler Emil Hopf (1860 – 1920) erbaut. Während des Nationalsozialismus konnte die Familie im Jahr 1939 nach New York emigrieren. Nachkommen der wohlhabenden Nürnberger Hopfenhändler leben heute in Amerika.

Aus der alten Heimat konnte die Familie nur wenige Erinnerungsstücke aus Franken in die USA retten. Als eines von wenigen Haushaltsgegenständen ließ sich die jüdische Familie ein imposantes Papiertheater, das in Bühnenkisten verstaut wurde, in die Neue Welt nachschicken. Im letzten Jahr entschlossen sich die Nachfahren, das historische Papiertheater an seinen Ursprungsort in die Villa in der Blumenstraße zurückzubringen und damit ein Stück ihrer Geschichte in Nürnberg wieder lebendig werden zu lassen. Beim Museumsfest am Sonntag kann das Papiertheater, das einst den zehn Kindern von Pauline Hopf (1853 – 1922) gehörte, ebenfalls bewundert werden. Papiertheater gelten heute als „Playstations“ des 19. Jahrhunderts. Diese detailgetreuen Nachbildungen großer Theaterbauten entstanden ab dem Jahr 1830 aus der bürgerlichen Theaterbegeisterung heraus und dienten seinerzeit als Mittelpunkt des geselligen Familienlebens.

Kunstwerke werden versteigert

Gesellig soll auch die Geburtstagsparty der Kunstvilla am Sonntag werden. Nach der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „Gesammelte Werke – Fünf Jahre Kunstvilla“ mit der Nürnberger Kulturreferentin Julia Lehner wird der Grill angeworfen und das Kuchenbüfett und der Bücherflohmarkt eröffnet. Um 13, 14 und 15 Uhr werden obendrein Kurzführungen durch die Kunstvilla angeboten.

Am Nachmittag wartet noch ein besonderer Höhepunkt auf die Besucher des Museumsfestes zum Jubiläum der Kunstvilla. Im Rahmen einer Kunst-Auktion heißt es ab 16 Uhr „eins, zwei, drei, meins“. Unter den Hammer kommen 50 Kunstwerke. Der gesamte Erlös der Versteigerung soll ohne Aufschlag der Sammlung der Kunstvilla zugutekommen.

Kurz & knapp

Eröffnung: 2014 wurde die Kunstvilla in einer neobarocken Kaufmannsvilla eröffnet. In der Kunstvilla wird Kunst in und aus Nürnberg von 1900 bis heute ausgestellt.

Ausstellung: Mit rund 60 Werken zeigt die Dauerausstellung ein reiches Panorama der Kunst in Nürnberg.

Museumsfest: Zum fünfjährigen Bestehen feiert die Kunstvilla am Sonntag ein großes Museumsfest. Um 11 Uhr wird die Sonderausstellung „Gesammelte Werke – Fünf Jahre Kunstvilla“ eröffnet.

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