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Fernsehen

Mario Barth hat Nürnberg im Visier

Der Comedian will in seiner TV-Sendungen angebliche Verschwendung im Tiergarten aufdecken. Die Verwaltung ist empört.
Von unserem Nürnberg-Korrespondenten Nikolas Pelke

Der Comedian Mario Barth nimmt sich in seiner TV-Sendung den Tiergarten vor.
Der Comedian Mario Barth nimmt sich in seiner TV-Sendung den Tiergarten vor. Foto: Emily Wabitsch

Nürnberg.Wer hat Angst vor Mario Barth? Mit seiner Comedy-Show „Mario Barth deckt auf“ will der Comedian am Dienstagabend ab 20.15 Uhr auf RTL eine vermeintliche Millionen-Verschwendung im Nürnberger Tiergarten aufdecken. Angeblich soll die Stadt beim Bau der Delphin-Lagune mehr als 30 Millionen Euro an Steuergeldern in den Sand gesetzt haben.

Die Stadtspitze ist über die Vorwürfe des Komikers „not amused“. Bürgermeister Christian Vogel (SPD) ist sogar ziemlich sauer. „In dem Beitrag werden Unwahrheiten verbreitet“, kritisierte der für den Tiergarten zuständige Bürgermeister .

Trotzdem könnte die Sendung für Nürnberg peinlich werden. Auch könnte der Ruf des Tiergartens leiden. Denn Fakt ist freilich, dass die 31 Millionen teure Delphin-Lagune bereits nach vier Jahren mehr oder weniger kaputt ist. Die Delphin-Becken haben ein dickes Leck und müssen aufwendig repariert werden. Für die Sanierung muss sogar das 45 Jahre alte und eigentlich stillgelegte Delphinarium für mehr als eine Million ertüchtigt werden, damit die Delphine während der Reparaturarbeiten an der neuen Lagune ein Dach über dem Kopf haben. Die undichte Stelle in der Lagune befindet sich direkt unterhalb der Beckenränder. Durch eine Spalte tritt permanent Salzwasser aus. Deshalb wurde bereits der Wasserspiegel gesenkt, damit kein Wasser mehr austreten kann. Die Stadt will sich mit dieser Notlösung nicht zufrieden geben und das Leck reparieren lassen. Die Kosten sollen die Baufirmen tragen, die für die Baumängel verantwortlich sind.

Dummerweise liegt bei der Lagune noch mehr im Argen. Kurioserweise rosten Teile der Becken durch das Salzwasser. Um die Korrosion der Bewehrung im Beton zu stoppen, soll ein „kathodischer Korrosionsschutz“ verlegen werden. Das sind Titandrähte, die unter elektrische Spannung gesetzt werden. Zum Schutz der Delphine werden die Drähte in Rohren versteckt. Der geplante Korrosionsschutz beeinträchtigt das Wohlbefinden der Tiere laut Tiergarten nicht. Der Elektronenfluss sei so niedrig angesetzt, dass er von den Meeressäugern nicht wahrgenommen werden könne.

Die Ertüchtigung des alten Delphinariums soll im Frühjahr fertig sein. Anschließend wird die Lagune schrittweise saniert. Nach heutigem Stand sollen alle Delphine während der Bauarbeiten in Nürnberg bleiben. Nur ein Männchen wird ausquartiert. Damit die Meerestiere den Zuschauern gezeigt werden können, sollen die Becken nacheinander saniert werden.

Auch wenn viele nichts neues von Mario Barth erwarten. Einige werden sicherlich die Sendung mit einer gehörigen Portion Aufmerksamkeit und vielleicht auch Wut verfolgen. Dass der Komiker wirklich einen Skandal aufdeckt, daran dürften in Nürnberg freilich nur wenige glauben.

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