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Freizeit

Millionster Besucher im Nürnberger Zoo

Eine Schulklasse wurde als Jubiläumsgast begrüßt. Normalerweise wird die Marke erst im Winter erreicht.
von Nikolas Pelke

Der Höhepunkt für die Schulklasse aus Rednitzhembach war die Begegnung mit Schlange Roy.  Foto: Nikolas Pelke
Der Höhepunkt für die Schulklasse aus Rednitzhembach war die Begegnung mit Schlange Roy. Foto: Nikolas Pelke

Nürnberg.„Nein“, versichert Christian Dienemann vom Nürnberger Tiergarten, „der Roy beißt wirklich nicht“. Bürgermeister Christian Vogel (SPD) wirft zunächst der Königspython und dann dem Chef der Nürnberger Zooschule einen skeptischen Blick zu. Auf einmal nimmt Vogel all seinen Mut zusammen und streichelt vorsichtig das zischelnde Schuppenkriechtier. Erst mit dem Finger, dann mit der ganzen Hand. Schließlich nimmt Vogel die schöne Königspython auf den Arm.

Aus der anfänglichen Skepsis entsteht eine Freundschaft zwischen Tier und Mensch, Schlange und Vogel. „Der Roy ist wirklich tiefenentspannt. Deswegen ist er auch so gut für unsere Zooschule“, freut sich „Herrchen“ Christian Dienemann über das tolle Verhalten seines exotischen Schützlings. „Die Haut fühlt sich ganz weich an“, schwärmt derweil der Bürgermeister von der ungewöhnlichen Begegnung und schießt zur Erinnerung noch ein Foto mit dem neuen Freund.

Tiergarten

  • Gewinn:

    Neben einem Geschenkkorb mit vielen Büchern aus dem Tiergarten darf die Klasse ein Jahr lang den Nürnberger Zoo kostenlos besuchen.

  • Historie:

    Bislang hat der Tiergarten 19 Mal in seiner Geschichte die Millionengrenze überschritten.

Dabei stehen bei Roy durchaus auch Flattertiere auf dem Speiseplan. Normalerweise lebt Roy in Afrika und isst am liebsten Vögel. Wie alle Mitglieder seiner tierischen Familie ist die Königspython immerhin eine ungiftige Würgeschlange. Aber ein Schoßtier ist Roy trotzdem nicht, warnt „Schlangen-Experte“ Dienemann.

Kuchen und Brezeln

Zuvor haben schon die Grundschüler der 4. Klasse aus Rednitzhembach die kleine Würgeschlage streicheln dürfen. Gemeinsam mit Roy hat Tiergarten-Vizedirektor Helmut Mädgefrau die Schulklasse als millionsten Besucher am Donnerstagmorgen mit Brezeln und Kuchen überrascht. Höhepunkt für die Kinder war selbstverständlich die Begegnung mit Roy. „Ich habe die Schlange auch gestreichelt. Ich habe überhaupt keine Angst gehabt“, erzählt der neunjährige Arvid stolz und beißt vor lauter Freude in seine Brezel.

Freuen darf sich auch der Nürnberger Tiergarten. Normalerweise wird die Millionengrenze erst im Winter erreicht. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch der Besucher“, sagt Vize-Direktor Mädgefrau und erinnert sich daran, dass der kleine Eisbär Flocke zuletzt für derartig positive Besucherzahlen gesorgt habe. In diesem Jahr sei der Zuspruch ganz ohne Schlagzeilen und Eisbären-Babys zustande gekommen. Für den Tiergarten ein toller Erfolg.

Gerade in der heutigen Zeit sei es laut Mägdefrau für Kinder immer wichtiger, lebenden Tieren mit eigenen Augen zu begegnen. Wer ganz genau hinschaue, der könne im Nürnberger Zoo nicht nur Affen und Giraffen in ihren Gehegen bestaunen. „Bei uns leben zum Beispiel auch mehr als 150 einheimische Vogelarten.“ Durch die vielen Besucher seien auch die unzähligen Eichhörnchen im Tiergarten zutraulicher als anderswo.

Mehr Angebote für Kinder

Außerdem können sich die Kinder im Tiergarten richtig austoben. Wer einmal den Tiergarten umrundet, hat fast vier Kilometer auf Schusters Rappen hinter sich gebracht, berichtet Mädgefrau. Das Wegenetz im Tierpark hat insgesamt eine Länge von rund 15 Kilometern.

Mägdefrau hat am Donnerstag angekündigt, dass der Tiergarten in den nächsten Jahren weiter konsequent auf die Themen Artenschutz, Bildung und Forschung setzen wolle. „Neulich war ein Schulkind hier, das noch nie in seinem Leben einen Wald betreten hat.“ Damit die Kinder die Natur in Zukunft nicht nur noch aus dem Fernsehen und aus dem Internet kennen lernen müssen, will Mädgefrau die Angebote für Kinder wie die beliebten Zeltlager im Tiergarten konsequent ausbauen.

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