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Neue Umweltstation am Wöhrder See

Wie ein Bootshaus ist das neue Bildungszentrum auf Stelzen praktisch direkt auf dem Wasser gebaut. Die Aussicht ist toll.
Von Nikolas Pelke

Cordula Jeschor hat das Fernrohr auf der Terrasse der neuen Umweltstation am Wöhrder See aufgebaut.
Cordula Jeschor hat das Fernrohr auf der Terrasse der neuen Umweltstation am Wöhrder See aufgebaut. Foto: NP/NP

Nürnberg. Nicht nur die Lage am Wasser ist eine Wucht. Auch das Haus selbst ist erste Sahne. „Früher sind wir mit dem Umwelt-Rucksack in die Schulklassen gegangen. Jetzt haben wir diese tolle Umweltstation direkt am Wöhrder See“, freut sich Cordula Jeschor und zeigt auf die grandiose Aussicht direkt über der spiegelglatten Wasseroberfläche.

Wie ein Bootshaus ist das neue Bildungszentrum auf Stelzen praktisch direkt auf den See gebaut. Über einen kleinen Steg gelangt der Besucher in die Station. „Hier ist unsere kleine Terrasse“, sagt die Leiterin des neuen Umweltzentrums am Wöhrder See und zeigt auf ein gemütliches Tischchen mit zwei Gartenstühlen.

„Durch das Spektiv hat man einen tollen Blick auf die kleine Insel dort auf dem See“, sagt die gelernte Landschaftsökologin und lugt mit einem Auge durch das Beobachtungsfernrohr.

„Das ist ein Fischreiher. Wunderschön. Und daneben eine Graugans“, sagt Jeschor und erzählt, dass ein paar Wasservögel auch schon das neue Haus am See entdeckt hätten. „Hier nisten unsere Blässhühner. Im Moment ist die Familie wohl ausgeflogen“, sagt Jeschor und zeigt auf das leere Nest der schwarzen Wasserhühner mit dem weißen Farbtupfer über dem Schnabel.

Tolle Perspektiven

Viel zu entdecken gibt es in der neuen Umweltstadtion auch ohne die tierischen Untermieter. In dem Seminarraum mit den großen Fenstern haben die kleinen Forscher einen perfekten Blick über den See. Auf den Infopostern an der Wand wird das Zusammenspiel zwischen Mensch, Klima und Natur behandelt. „Wir sind auch Energiestation“, freut sich Jeschor und zeigt auf ein Energie-Tretboot. „Hier können die Kinder in die Pedale treten und herausfinden, wie viel Elektrizität dabei herauskommt.“

Wer nicht nur die Glühbirne zum Leuchten bringen, sondern auch den Ventilator zum Laufen bringen will, müsse freilich kräftig strampeln, erklärt die freundliche Leiterin der Umwelt- und Energiestation und lacht. Überhaupt spielt die Energie in dem neuen Gebäude eine große Rolle. Das in der Norikusbucht auf Stelzen gebaute Haus sei „total“ umweltfreundlich. Alle Fenster und Wände seien „extrem gut“ gedämmt. Im Winter würde mit Erdwärme geheizt. Solarmodule würden den notwendigen Strom für die Wärmepumpe liefern. Mit Hilfe der Geothermie könne das Gebäude im Sommer klimatisiert werden.

Die neue Station

  • Gebäude: Die neue Energie- und Umweltstation befindet sich in der Norikusbucht am Wöhrder See in Nürnberg. Der spektakuläre Bau ist auf Stelzen gebaut und steht damit im Wasser.

  • Netz: Mehr Infos über die zahlreichen Angebote gibt es im Internet.

„Wir sind wahrscheinlich das einzige Passivhaus in Nürnberg, das auf dem Wasser steht“, freut sich Jeschor und steigt flink die Stufen zur spektakulären Dachterrasse hinauf.

Von dem Panoramadeck der neuen Umweltstation ist die Aussicht fast schon atemberaubend. „Traumhaft schön ist hier der Blick“, sagt Jeschor und lässt die Augen kurz über den malerischen Horizont wandern. Nur zum „Chillen“ ist das Oberdeck aber nicht gedacht. „Hier haben wir eine Wetterstation mit analogen und digitalen Messgeräten“, sagt Jeschor und schaut gleich mal nach, wie viel Regen in den letzten 24 Stunden gefallen ist. „Hier haben wir noch ein Windrad. Und dort steht ein kleines Pumpspeicherkraftwerk, mit dem Wasser aus dem See in diesen Bottich gepumpt werden kann“, sagt Jeschor und erklärt, dass das Wasser beim Zurückfließen tatsächlich Strom erzeugen könne.

Eröffnungsparty fiel aus

Eigentlich sollte die neue Umweltstation in Nürnberg bereits im Frühjahr mit Pauken und Trompeten eingeweiht werden. Durch Corona ist die Eröffnungsparty ins Wasser gefallen. „Jetzt fangen wir eben einfach so an“, sagt Jeschor und freut sich auf die kommenden Wochen, in denen die jungen Forscher rund um die neue Umweltstation auf spannende Entdeckungstouren gehen können.

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