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Kultur

Neuer Konzerttempel für Nürnberg

Der neue Konzertsaal für rund 1500 Klassikfreunde soll in Nürnberg direkt neben der alten Meistersingerhalle entstehen.
Von Nürnberg-Korrespondent Nikolas Pelke

Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner, Ministerpräsident Markus Söder und OB Ulrich Maly präsentieren den Medien den Siegerentwurf. Foto: Pelke
Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner, Ministerpräsident Markus Söder und OB Ulrich Maly präsentieren den Medien den Siegerentwurf. Foto: Pelke

Nürnberg.Architekten aus Nürnberg dürfen den neuen Konzertsaal neben der Meistersingerhalle in Nürnberg bauen. Einstimmig hat sich die 15-köpfige Jury nach einer 15-stündigen Marathonsitzung am Freitag für den gemeinsamen Entwurf von Johannes Kappler und dem „Super Future Collective“ aus Nürnberg entschieden. An dem Siegerentwurf mitgearbeitet haben auch Landschaftsarchitekten aus Berlin und Zürich.

Wie beim „Speed-Dating“ sei er sich vorgekommen, sagte Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) bei der Vorstellung des Siegerentwurfs am Freitag in Nürnberg. Rund 250 Vorschläge habe sich die Jury im Rahmen des Architekturwettbewerbs angesehen. 20 Vorschläge seien in die Endrunde gekommen. Einstimmig habe sich das Preisgericht am Ende für den Entwurf der fränkischen Architekten entschieden. Kappler und Kollegen würden den Konzertsaal, der direkt neben der Meistersingerhalle entstehen soll, harmonisch in das Gesamtareal einfügen. In seiner an den Bauhaus erinnernden Grundform zitiere der neue den alten Konzertsaal. Durch die Verwendung von Materialien wie Naturstein, Holz und Glas sei ein gelungener Kontrast erzielt worden, freute sich Maly, der mit Horst Seehofer und Markus Söder (beide CSU) dem ehemaligen sowie dem amtierenden Ministerpräsidenten für die zugesagte Kostenübernahme in Höhe von 75 Prozent dankte.

Ministerpräsident in der Jury

Ministerpräsident Söder hat am Freitag persönlich bei der Bekanntgabe der Entscheidung der Jury teilgenommen. Söder freute sich besonders darüber, dass kreative Köpfe aus Nürnberg den anonymisierten Wettbewerb in seiner Heimatstadt gewonnen haben. „Das gefällt mir ganz besonders, wenn Nürnberger in Nürnberg bauen“, sagte Söder und adelte den Entwurf als „Fränkischen Futurismus“. Mit seiner wuchtigen Würfelform und dem filigranen Glasfoyer füge sich die Arbeit der Architekten laut Jury hervorragend in das Ensemble ein. „Ich glaube, der Entwurf passt sehr gut zu Nürnberg. Er hat Anspruch aber kein Größenwahn“, lobte Söder die Pläne und erklärte, der neue Konzertsaal werde ein kulturelles Ausrufezeichen in der Stadt der Meistersinger setzen.

WeitereInfos zur neuen Konzerthalle in Nürnberg finden Sie hier:

Fränkischer Futurismus

  • Ausstellung:

    In der Halle 15 „auf AEG“ in der Fürther Straße 248a in Nürnberg sind noch bis zum 13. Mai alle 246 Wettbewerbsbeiträge täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

  • Internet:

    Weitere Informationen zum neuen Konzerthaus in Nürnberg gibt es im Internet unter www.nuernberg.de/internet/stadtportal/konzerthaus.html.

Der neue Konzertsaal soll zwischen 50 und 75 Millionen Euro kosten. Der Neubau ist Teil des Nürnberger Kulturpaketes. Für insgesamt 250 Millionen Euro sollen auch Opernhaus und Meistersingerhalle in den nächsten Jahren saniert werden. Nach der Eröffnung des neuen Konzerthauses soll die alte Meistersingerhalle während der Restaurierung des Opernhauses als Interimsspielstätte zur Verfügung stehen.

Besonders in akustischer Hinsicht soll sich der neue Konzertsaal meilenweit von der alten Meistersingerhalle unterscheiden. Besonders durch ansteigende Sitzreihen und das Schuhbox-Design soll der Sound in dem Saal anspruchsvollen Ohren gefallen. „Das ist hier ein konsequenter Konzertsaal, keine Stadthalle wie die Meistersingerhalle“, brachte Maly den Unterschied auf den Punkt. Mit der exzellenten Akustik des neuen Konzertsaals will Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) Orchester von internationalem Rang nach Nürnberg locken.

Wie viel Geld das neue Klangerlebnis am Ende tatsächlich kosten wird, das kann selbst der städtische Baureferent Daniel F. Ulrich derzeit noch nicht sagen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2023 vorgesehen. Doch auch hier hütet sich Ulrich noch vor genauen Fahr- bzw. Zeitplänen. Fest stehen dürfte dagegen, dass eine Eröffnung vor dem Jahr 2024 erfolgen soll. Dann will Nürnberg als Kulturhauptstadt mit dem neuen Schmuckstück für Klassikliebhaber in ganz Europa glänzen. Apropos: Lucius A. Hemmer, Intendant der Nürnberger Symphoniker, will „natürlich“ mit seinem Orchester zur Eröffnung des neuen Konzertsaals auf der neuen Bühne glänzen. Ob es tatsächlich so kommen wird, das steht allerdings noch in den Sternen.

Erstklassiger Blick auf Bühne

Fest stehen dürfte dagegen nach der vielfach gelobten Entscheidung der Jury, dass der neue Konzertsaal neben dem guten Klang auch einen erstklassigen Blick auf die Bühne bieten wird. Neben dem ansteigenden Parkett dürften auch die Besucher auf den Sitzplätzen in den beiden Rängen einen erstklassigen Blick auf das Bühnengeschehen haben werden. Selbst im Rücken der Bühne sind Besucherreihen vorgesehen, damit die Zuschauer die Künstler und ihre Musik mit Augen und Ohren hautnah erleben können.

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