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Neuer Wanderführer für Nürnberger Gegend

Für eine Wanderung rund um das Städtedreieck „Bethang“ hat der Fränkische Albverein jetzt einen Reiseführer herausgebracht.
Von Nikolas Pelke

Viel Wald aber auch Autobahnen, Industriegebiete und ein idyllisch gelegener Flughafen begegnet dem „Bethang“-Grenzgänge auf der sechsten Etappe von Erlangen-Tennenlohe zum Nürnberger Nordostpark.  Foto: Nikolas Pelke
Viel Wald aber auch Autobahnen, Industriegebiete und ein idyllisch gelegener Flughafen begegnet dem „Bethang“-Grenzgänge auf der sechsten Etappe von Erlangen-Tennenlohe zum Nürnberger Nordostpark. Foto: Nikolas Pelke

Bethang.Grenzen haben die Menschen schon immer fasziniert. Hier die Heimat, dort die Ferne. Dazwischen verläuft die Grenze mal mehr, mal weniger (un)sichtbar. Karsten Neumann hat Anfang der Nuller Jahre das Trennende zwischen den drei Städten Nürnberg, Erlangen und Fürth mit der Schaffung seine Kunststadt „Bethang“ aufheben wollen.

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Der Fränkische Albverein hat sich jetzt der Demarkationslinie dieser fränkischen Stadtutopie angenommen und unter dem Titel „Bethang: Wandern an den Grenzen einer Stadtutopie“ einen Freizeitführer für genauso kunstinteressierte wie reiselustige Spaziergänger herausgebracht. „Grenzgang“ nennt der Fränkische Albverein seine Tour von Dechsendorf im Norden bis Katzwang im Süden.

Dass es sich bei Neumanns erdachter Fantasie-Kommune mitnichten um ein Hirngespinst, sondern vielmehr um eine Realutopie handelt, darauf weist Andrea Dippel, Leiterin der Nürnberger Kunstvilla, in ihrem Vorwort hin, das dem Wanderführer für in Fragen zeitgenössischer Kunst weniger beflissenen Fußgänger vorangestellt ist. Neumanns Kunststadt besitze laut Dippel nicht nur ein Ortsschild mit dem Untertitel „stadt der kultur und des geistes“ (der 1963 in Würzburg geborene Künstler setzt auf Kleinschreibung), sondern auch einen Stadtplan und ein Stadtwappen, das „heraldisch verfasst den Grundriss von Bethang sowie drei Ringe als Symbole des Städtedreiecks“ zeige.

Bethang-Wanderung

  • Buch:

    Der neue Wanderführer „Bethang - NürnBErg, FürtTH, ErlANGen - Wandern an den Grenzen einer Stadtutopie“ ist im Ars Vivendi Verlag in Cadolzburg erschienen. Die 135 Seiten kosten 13 Euro.

  • Weg:

    Der Rundwanderweg ist rund 130 Kilometer lang und führt an den Außengrenzen der von Karsten Neumann erdachten Stadtutopie „Bethang“ in zehn Etappen entlang.

Rosa Zeichen als Wegweiser

Dieses Bethang-Zeichen hält den Wanderer wie die berühmte Pilgermuschel nach Santiago auf dem rechten Weg entlang der Grenze. In leuchtendem Pink ist der Wappen-Wegweisen auf dem neuen Rundwanderweg des Fränkischen Albvereins sowohl im grünen Wald wie auch in der grauen Stadt jederzeit schon von weitem aus gut zu erkennen. Eckhart Dietzfelbinger und Hans Treuheit haben sich gemeinsam auf die Umrundung der utopischen Außengrenzen begeben. Die beiden Wander-Freunde haben sich auf die Spuren von Bethang-Erfinder Karsten Neuman begeben, und den Grenzweg wie der „Erstumrunder“ im Uhrzeigersinn umlaufen.

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Los geht der Marsch bei Schloss Faber-Castell in Stein. Für die rund 17 Kilometer auf der ersten Etappe der Fußreise nach Fürth-Burgfarrnbach haben die beiden Autoren auf Neumanns Spuren rund vier Stunden gebraucht. Selbstverständlich haben Dietzfelbinger und Treuheit auch die Konditorei Mitterer bei der Luther-Kirche in Stein besucht, in die schon Neumann bei seiner Erstumrundung im Jahr 2013 in einem Stück mit Zelt und Rucksack zur Stärkung eingekehrt ist.

Harte und weiche Kontraste

In einem Ruck haben die Autoren die zehn Etappen nicht zurückgelegt. Dafür haben sie den Nahverkehr ausführlich kennengelernt und können Tipps zur Anreise mit Bussen und Bahnen weitergeben. Hier und da haben die Autoren ihre Schmerzgrenzen in Bezug auf Motorendonnern überwinden müssen. Manchmal haben auch Aussichten auf Autobahnen, Schornsteine & Co. die Romantik gestört.

Die vielen harten und weichen Kontraste zwischen Natur- und Stadtlandschaft dürften die Grenzerfahrung freilich erst zum einzigartigen Erlebnis machen. Neue Perspektiven auf Vertrautes und Unbekanntes zu vermitteln, sei schließlich das Anliegen des Bethang-Grenzganges, schreibt Andreas Schettler, der sich mit seinem Team um die Markierung des neuen, rund 130 Kilometer langen Rundweges gekümmert hat.

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