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Politik

Nürnberg bringt Farbe in die Stadt

Mehr Leben auf dem Nürnberger Hauptmarkt: Jetzt sollen bunte Stühle und Tische die Attraktivität des Wochenmarkts steigern.
Von Nikolas Pelke

Wirtschaftsreferent Michael Fraas, Oberbürgermeister Ulrich Maly und Baureferent Daniel F. Ulrich probieren die bunten Stühle aus. Foto: Nikolas Pelke
Wirtschaftsreferent Michael Fraas, Oberbürgermeister Ulrich Maly und Baureferent Daniel F. Ulrich probieren die bunten Stühle aus. Foto: Nikolas Pelke

Nürnberg.Zum Probesitzen hat sich kürzlich die gesamte Stadtspitze getroffen. Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD), Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU), Baureferent Daniel F. Ulrich und Marktamtsleiterin Christine Beeck haben selbstverständlich nicht die berühmte „Reise nach Jerusalem“ exerziert. Bei dem städtischen Stühlerücken an der Stadtmauer ist es stattdessen um die Sitzqualität von neuen Sitzmöbeln für den Nürnberger Hauptmarkt gegangen.

Hintergrund der Aktion ist die städtische Qualitätsoffensive für die gute Stube der Stadt. Mit kleinen Veränderungen sollte noch mehr Leben auf dem grauen Hauptmarkt ermöglicht werden. Im Zuge der besagten Qualitätsoffensive für den Wochenmarkt auf dem Hauptmarkt hatte die Stadt beschlossen, für Besucher, Flaneure und Passanten in der Mitte des großen Platzes verschiedene Sitzgelegenheiten zum Verweilen aufzustellen. Die Menschen sollten nach den Plänen der Stadt dort endlich die Gelegenheit bekommen, sich ohne Konsumzwang auf ihren vier Buchstaben niederlassen zu können. Damit sollten die Attraktivität, der Charme und das Flair auf dem Wochenmarkt im Schatten der Frauenkirche erhöht werden. Im vergangenen Sommer ist die erste Testphase gestartet. Neben den genauso berühmten wie beliebten Bierzeltgarnituren hat das Marktamt auch Stühle aufgebaut. Die graue Bestuhlung ist der Stadt allerdings offensichtlich etwas zu farblos gewesen.

Mehr Farbe für den Hauptmarkt

Jetzt soll Farbe auf dem Hauptmarkt ins Spiel kommen. Schon ab dem nächsten Monat will die Stadt ein buntes Stuhl-Modell nebst dazugehöriger Tische auf dem zentralen Platz in der Altstadt erproben, um den es in den letzten Jahren immer wieder kontroverse Diskussionen rund um die (nicht) vorhandene Aufenthaltsqualität gegeben hat. Die bunten Stühle sollen laut Wirtschaftsreferent Michael Fraas aber erst in der Praxis getestet werden. Zuvor hatte eine hochkarätig besetzt Stuhl-Jury um Oberbürgermeister Ulrich Maly die neuen Sitzmöbel getestet. Neben der farblichen Gestaltung hatte die praktische Nutzbarkeit im Mittelpunkt des Probesitzens gestanden. Auch die neuen Stühle müssen täglich auf- und abgebaut werden. Deshalb sei die Frage des Aufstellens und Aufräumens für die Stadt laut Wirtschaftsreferent Fraas ein wesentliches Kriterium. Aus diesem Grund sollen auch die bisherigen Bierzelt-Garnituren auf dem Wochenmarkt nicht mehr zum Einsatz kommen. „Wie die Praxis gezeigt habe, sei das tägliche Auf- und Abbauen im Gegensatz zu den Stühlen zeitaufwendig. „Die Tische und Bänke werden daher nur noch beim Oster- und Herbstmarkt, wo sie während der gesamten Marktdauer stehen bleiben, oder in Einzelfällen bei Stadtteilwochenmärkten aufgestellt“, kündigt Wirtschaftsreferent Michael Fraas an. Gleichzeitig sollen die bisherigen Stühle ersetzt werden. Die dunkelgrauen Aluminium-Stühle sollen ab Juni durch die bunten Stühle und Tische ersetzt werden, auf die sich die städtische Stuhl-Jury kürzlich verständigt hat.

„Es wird also kein Nebeneinander verschiedener Stuhl-Modelle geben“, freut sich Fraas im Hinblick auf die Qualitätsoffensive für den Hauptmarkt. Die neuen Sitzmöglichkeiten sind übrigens eine Idee des Marktamts, das gemeinsam mit den Händlern die Attraktivität des Wochenmarktes verbessern will.

Kein „Nürnberg-Stuhl“

Nicht durchgesetzt hat sich dagegen ein Vorschlag der Sozialdemokraten. Die SPD-Fraktion hatte kürzlich die Aufstellung eines „Bürgerstuhls“ an verschiedenen Orten in der Altstadt vorgeschlagen. Nach den Vorstellungen der SPD sollte dafür ein „Nürnberger Stuhl“ eigens entwickelt werden. Genau aus diesem Grund wird aus der Idee wohl nichts. Die Prüfung des Vorschlags hat laut Stadt ergeben, dass die Entwicklung eines Nürnberger Sitzmöbels „sehr aufwendig und teuer“ wäre. Obendrein sei die SPD-Idee auch wenig zielführend, da im Möbel-Handel genügend Stuhlmodelle verfügbar seien. Die Stadt überlegt nun, die neuen bunten Hauptmarkt-Stühle als „Bürgerstuhl“ zu deklarieren und auch anderswo in der Altstadt aufzustellen.

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Hauptmarkt

  • Offensive:

    Mit einem neuen Konzept will Nürnberg die Attraktivität auf dem Wochenmarkt erhöhen. Die meisten Händler brauchen ihre Marktstände nicht mehr am Abend abbauen. Lediglich am Sonntag müssen die Marktstände verschwinden, damit der Platz frei ist.

  • Qualität:

    Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, hat die Stadt neue Stühle und Bänke auf dem Hauptmarkt aufgestellt. Weil die Bierbänke für den täglichen Auf- und Abbau nicht praktisch genug und die alten Stühle zu grau waren, sollen ab Juni bunte Stühle und Tische auf dem Hauptmarkt ausprobiert werden.

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