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Umwelt

Nürnberg feiert die Natur in der Stadt

Der „Tag der StadtNatur“ am 10. Juni widmet sich den Insekten. Führungen zeigen kleine Paradiese mitten in der Großstadt.
Von unserem Nürnberg-

Kleingartenanlagen wie die „Kurt Ahles“ in der Braillestraße 25 haben in der Stadt eine große Bedeutung für Insekten. Foto: Hiltrud Gödelmann
Kleingartenanlagen wie die „Kurt Ahles“ in der Braillestraße 25 haben in der Stadt eine große Bedeutung für Insekten. Foto: Hiltrud Gödelmann

NÜRNBERG.Autos, Häuser und Straßen bis zum Horizont: Städte sind sicher nicht der ideale Lebensraum für Tiere. Die fränkische Metropole will trotzdem versuchen, mit dem „Tag der StadtNatur“ Nürnberg als Naturraum in Szene zu setzen. Bei der siebten Auflage der Veranstaltung dreht sich am 10. Juni alles um die städtische Lebenswelt von Insekten.

Der seltene Feuerfalter lebt auf Heideflächen. Foto: André Winkler
Der seltene Feuerfalter lebt auf Heideflächen. Foto: André Winkler

In der Stadt finden Insekten laut Umweltreferent Peter Pluschke nur noch Nischen zum Leben. Und selbst diese letzten Lebenswelten seien durch den Stadtmenschen akut bedroht. „Immer mehr Brachflächen werden überbaut.“ Außerdem seien Park- und Grünanlagen heute so „besenrein“, dass weder Krabbeltierchen wie Ameisen noch Fluginsekten wie Falter und Schmetterlinge ausreichend auf ihre Kosten kämen. „Wir könnten deutlich mehr für das Überleben der Insekten tun, zum Beispiel durch blühende Wiesen, Blühflächen in öffentlichen Parks und wilde Ecken in privaten Gärten“, ist sich Pluschke sicher. Dabei verweist er auf positive Beispiele, die beim „Tag der StadtNatur“ dem urbanen Publikum in zahlreichen Exkursionen und Führungen näher gebracht werden. Veranstalter sind die Stadt Nürnberg und das Nürnberger „Bündnis für Biodiversität“.

Naturfotograf zeigt die Wunderwelt Wiese

Zum Auftakt des kleinen Öko-Festivals lädt Roland Günter die Besucher zu einer Entdeckungsreise in die „Wunder Welt Wiese“ ein. Die Multivisionsshow des Naturfotografen findet bereits am Freitag, 8. Juni, um 19 Uhr im Haus Eckstein in Nürnberg statt.

Am Samstag startet der Naturmarathon durch Nürnberg: Dabei werden die Besuchergruppen von Naturfreunden und Insektenexperten zu einem Potpourri aus blühenden Flächen in der Großstadt geführt. Los geht es ab 11 Uhr im Marienbergpark. Im Norden der Parklandschaft hat die Stadt für Insekten eine kleine Fläche unter der Überschrift „InsektenReich“ unter Schutz gestellt. Dort eröffnet Grünen-Stadträtin Britta Walthelm, die sich auch im Bund Naturschutz engagiert, den „Langen Tag der StadtNatur“.

Im Nürnberger Marienbergpark wurde ein Bereich naturbelassen, damit Insekten dort den geeigneten Lebensraum finden. Foto: Hiltrud Gödelmann / Stadt Nürnberg
Im Nürnberger Marienbergpark wurde ein Bereich naturbelassen, damit Insekten dort den geeigneten Lebensraum finden. Foto: Hiltrud Gödelmann / Stadt Nürnberg

Anschließend führt André Winkel, der heute bei der Stadt arbeitet und früher als Geschäftsführer für den Naturschutzverband tätig war, die Teilnehmer zu Sandgrasnelken, die von vielen Insekten bestäubt werden. Um 12 Uhr stellt Oliver Schneider eine Biotopfläche des Naturschutzvereins vor. Nicht weit entfernt vom „InsektenReich“ schlummert das Sandbiotop mit Gräben und Weihern, die Lebensraum für Knoblauchkröten, Laufkäfer und Wasservögel bieten.

Bund Naturschutz pflegt Flächen

Bereits um 14 Uhr wartet ein weiterer Höhepunkt auf die Besucher: Otto Heimbucher, CSU-Stadtrat und Vorsitzender des Bund Naturschutz in Nürnberg, unternimmt unter dem Titel „Blütenmeer auf Sand“ einen Spaziergang über die Kornburger Heideflächen. Dort hat der Bund Naturschutz nach eigenen Angaben fast 60000 Quadratmeter erworben und als Blühflächen für seltene Blumen wie das Bergsandglöckchen angelegt. Der Treffpunkt für die knapp zweistündige Führung ist im Nürnberger Stadtteil Kornburg, Ecke Keil-/Borchertstraße.

Zum Abschluss des Natur-Festivals in Nürnberg geht es um die Biodiversität in der Kleingartenanlagen „Kurt Ahles“ in der Braillestraße 25 in Nürnberg. Laut den Veranstaltern hat der Einsatz der Kleingärtner in der naturfeindlichen Stadtlandschaft eine große Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Anhand von Projektbeispielen werden Aktivitäten zum Schutz von Fledermaus, Hummel & Co. vorgestellt.

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