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Kultur

Nürnberg freut sich auf neuen Dirigenten

Der 32-jährige Kahchun Wong aus Singapur gilt als Nachwuchsstar. Er soll Nürnberg bei einem großen Vorhaben helfen.
von Nikolas Pelke

Hat von Kurt Masur die Liebe zur Musik gelernt: Kahchun Wong. Foto: Lavender Chang
Hat von Kurt Masur die Liebe zur Musik gelernt: Kahchun Wong. Foto: Lavender Chang

Nürnberg.Für fränkische Klassik-Kenner ist Kahchun Wong kein Unbekannter. In Bamberg hat Wong vor zwei Jahren den renommierten Gustav-Mahler-Dirigierwettbewerb gewonnen. Während der Probenarbeit in der Konzerthalle an der Regnitz soll sich Wong mit deutsch-englischen Anweisungen à la „The second Takt, very kurz bitte!“ bereits als genauso charmanter wie sympathischer Unterhalter erwiesen haben.

Musikalisch konnte Wong seine Meisterschaft beispielsweise mit dem Schlusssatz aus Gustav Mahlers 3. Sinfonie beweisen. Sogar Marina Mahler, die Enkelin des großen Komponisten, zeigte sich in der Jury über die Arbeit des jungen Asiaten am Pult begeistert. Kein Geringerer als der ehemalige Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, Jonathan Nott, gratulierte Kahchun Wong als Erster zum Sieger des bedeutenden Mahler-Wettbewerbs in Bamberg. In seiner Laudatio lobte Nott neben „der technischen und musikalischen Souveränität“ auch die „sympathisch-humorvolle Lockerheit“ von Wong, der seine Karriere auch deutschen Mentoren wie Kurt Masur und Bernard Haitink zu verdanken hat. „Was ich von Kurt Masur gelernt habe, das ist die Liebe zur Musik“, hat Wong einmal über seinen mittlerweile leider verstorbenen musikalischen Fürsprecher und Ziehvater in einem Interview gesagt.

Nachwuchsstar für Nürnberg

In Nürnberg ist besonders Lucius A. Hemmer stolz, dass ein Nachwuchsstar für die fränkische Metropole engagiert werden konnte. „Mit Kahchun Wong haben wir einen jungen, an die internationale Spitze strebenden Dirigenten verpflichten können“, freute sich Hemmer, Intendant der Symphoniker, bei der Vorstellung des Nachfolgers von Alexander Shelley am Pult der Symphoniker. Die wichtige Personalie ist keine Kleinigkeit. Nürnberg will Kulturhauptstadt im Jahr 2025 werden. Die klassische Musik soll der Meistersingerstadt bei der Bewerbung helfen. Ein neuer Konzertsaal ist bereits beschlossene Sache. Auch das Opernhaus soll aufwendig saniert werden.

Was die Stadt sonst noch für ihre Bewerbung vorhat, erfahren Sie hier.

Beim „Klassik Open Air“ hat Wong kürzlich zum ersten Mal das fränkische Publikum unter freiem Himmel begeistern können. Für sein Debüt beim beliebten „Klassik-Woodstock“ im Luitpoldhain hat Wong mit einer Hitparade seiner persönlichen Lieblingsstücke von Leonard Bernstein bis Sergej Prokofjew die Besucher von ihren Picknickdecken gerissen. Wong zeigte sich von seinen neuem Klangkörper ebenfalls beeindruckt. „Dieses Orchester hat eine Seele. Und zwar eine Seele, die die Musik erforschen will“, lobte Wong die Symphoniker in einem Interview mit BR-Klassik.

Für die kommenden Spielzeiten in Nürnberg will sich Wong auf deutsche Komponisten wie Brahms, Wagner und Bruckner konzentrieren. Auch den Symphonien von Gustav Mahler will der neue Chefdirigent weiterhin treu bleiben. Zuletzt hat Wong versucht, in der fränkischen Metropole eine schöne Wohnung zu finden. Wong wolle sich so oft wie möglich in Franken aufhalten, um als Chefdirigent die Orchestergemeinschaft leben zu können. Mit den kulinarischen Spezialitäten seiner neuen musikalischen Heimat scheint sich Wong ebenfalls bereits angefreundet zu haben. Besonders die fränkischen Butter-Brezeln sollen es dem jungen Maestro angetan haben.

Titel lautet „Starker Start“

Mit seinem ersten Konzert als offizieller Chefdirigent will Wong am 22. September in der Meistersingerhalle bereits ein Ausrufezeichen setzen. Im Zentrum des Konzertabends mit dem vielversprechenden Titel „Starker Start“ soll das Violinkonzert in D-Dur von Johannes Brahms stehen. Midori, die in den 80er Jahren als Violin-Wunderkind gefeierte Geigerin aus Japan, übernimmt die Solo-Partie dieses romantischen Blockbusters. Zum Auftakt des Symphonischen Konzertes schickt Wong mit der Uraufführung eines Auftragswerkes aus der Feder des jungen Komponisten Kah Hoe Yii aus Malaysia einen zeitgenössischen Gruß aus Franken in die fernöstliche Heimat.

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Das ist Kahchun Wong

  • Karriere:

    Kahchun Wong wurde am 25. Juni 1986 in Singapur geboren. Als erster Dirigent aus Asien gewann Wong im Jahr 2016 den renommierten „Mahler-Wettbewerb“ in Bamberg.

  • Chefdirigent:

    Der 32-jährige Dirigent aus Singapur tritt zur kommenden Spielzeit die Nachfolge von Alexander Shelley am Pult der Symphoniker an.

  • Debut:

    Zum ersten mal ist der neue Dirigent heuer beim „Klassik Open Air“ in Nürnberg aufgetreten.

  • Termin:

    Die Wong-Ära beginnt am 22. September in der Meistersingerhalle. Gespielt werden Kah Hoe, Johannes Brahms und Béla Bartók

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