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Neujahrsempfang

Nürnberg mit klarem Plädoyer für Europa

Zum Auftakt gab es eine ernste Rede von OB Ulrich Maly. Danach war reichlich Zeit für viele ganz persönliche Gespräche.
Von Birgit Ropohl

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (Mitte) sprach zum Thema „Europa“, neben ihm die Bürgermeister Dr. Klems Gsell (l.) und Christian Vogel. Foto: Ropohl
Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (Mitte) sprach zum Thema „Europa“, neben ihm die Bürgermeister Dr. Klems Gsell (l.) und Christian Vogel. Foto: Ropohl

Nürnberg.Flughafen-Geschäftsführer Dr. Michael Hupe bringt es auf den Punkt: „Nirgendwo anders trifft man an einem einzigen Ort so viele Leute, die man schon längst mal wiedersehen wollte.“ Es ist die ganz besondere Atmosphäre, die alle Jahre wieder die Besucher des offiziellen Neujahrsempfangs der Stadt Nürnberg fasziniert: Locker, mit reichlich Gelegenheit für gute Gespräche. „Es ist die erste große Netzwerkveranstaltung des Jahres und sicherlich eine der wichtigsten“, sagt IHK-Präsident Dirk von Vopelius.

Exakt zum 40. Mal nimmt Gerd Schmelzer, Bauherr der Nürnberger Zweigstelle des Deutschen Museums, teil. „Ich empfinde es als große Freude, dabei sein zu dürfen.“ Erstmals dabei hingegen ist Opernball-Organisator Simon Röschke, der es „unendlich spannend“ findet, derart viele Vertreter aus der Wirtschaft zu treffen. Er nutzt die Chance und rührt gleich einmal die Werbetrommel für den Opernball. Vielleicht kann er ja den einen oder anderen Firmenchef überzeugen, den Ball mit einem Logenkauf zu unterstützen. Einige Meter weiter bedankt sich Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner bei Bekannten für die Weihnachtskarte und freut sich über „die vielen Begegnungen“.

Alles ist in Bewegung. Hier ein „Hallo, wie geht‘s?“, da ein „Servus“. Hochrangige Vertreter des öffentlichen Lebens zählen ebenso zu den Gästen wie „ganz normale Bürger“, ausgewählt von den städtischen Bürgervereinen.

Markus Söder begrüßt

An die 1500 Gäste sind erschienen. Sie alle finden locker im Foyer des NCC-West der NürnbergMesse Platz – auf drei Etagen. Die meisten allerdings drängen sich im Erdgeschoss, wo auch Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder der rund 25-minütigen Ansprache von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly lauscht.

„Europa“ hat sich das Stadtoberhaupt zum Thema gesetzt. Weil es ihm am Herzen liegt. Weil es ihn bedrückt, dass „nationalstaatliche Träume“ den europäischen Gedanken, „den viele hier im Saal hoffentlich immer noch so faszinierend finden wie ich“, bedrohen. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa. Für ein friedliches Europa. Noch nie sei das Europa der heutigen EU so lange ohne Krieg gewesen wie seit 1945. „Warum schätzen wir das nicht mehr?“, fragt Maly. Warum gelinge es nicht, mit dem Argument Frieden, das eigentlich stärker als alles andere sein sollte, für Europa zu werben.

„Mit dieser EU geht es uns viel besser als ohne.“

Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly

Doch auch das ökonomische Argument zähle. Die europäischen Märkte seien eine wichtige Quelle des deutsche Wohlstands. Maly ist überzeugt: „Mit dieser EU geht es uns viel besser als ohne.“ Die Briten würden es bald merken.

Mit Blick auf die Neuwahl des EU-Parlaments am 26. Mai ruft Maly seine Zuhörer auf: „Hingehen, mitmachen und vorher überall dafür werben!“ Der OB: „Wir müssen die demokratischen Kräfte wählen, die dieses Europa voranbringen wollen.“

Kulturhauptstadt 2015

Und genau in diesem Europa, einem, das die Vielfalt der Kulturen bewahre und dabei das Gemeinsame fördere, wolle Nürnberg 2025 Kulturhauptstadt werden. Nürnberg wolle ein gleichermaßen spannendes wie fröhliches Kulturevent inszenieren, mit dem thematischen Dreiklang „Menschlichkeit als Maß, Welt als Aufgabe, Miteinander als Ziel“.

Doch zunächst einmal schaut Maly auf 2019 und wünscht allen neben Gesundheit und Glück „eine ordentliche Portion Optimismus“. Der müsse sich, meint er augenzwinkernd, natürlich auch auf die schweren Fälle erstrecken – „wie ein Blick auf die Bundesliga-Tabelle zeigt“.

Der 1. FC Nürnberg ist dann eines der unzähligen Gesprächsthemen bei diesem Neujahrsempfang. Vielen Gästen sind aber auch Malys Worte zum Thema Europa nahe gegangen. „Sein Bekenntnis zu Europa und der Europäischen Union ist für mich ein ganz wichtiges Erlebnis“, erklärt IHK-Präsident Dirk von Vopelius.

Der Neujahrsempfang

  • Musik:

    Zur musikalischen Umrahmung spielte das Barbara-Hofbauer-Quartett.

  • Sponsoren:

    Sponsoren ermöglichten die Bewirtung mit Getränken und Speisen. Lehrieder-Catering servierte in kleinen Portionsschalen unter anderem gebeizten Saibling, Feigen-Mozarella-Salat, Rinderbrust mit Wirsing, Lachsforellenfilet mit Mangold, Steinpilz-Risotto, Birnenstrudel und Schokoladen-Chili-Mousse.

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