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Nürnberg: Tiere freuen sich auf Besucher

Fast zwei Monate hatte der Tiergarten in Nürnberg geschlossen. Am Montag startet der Zoo wieder – mit einigen neuen Regeln.
Von Nikolas Pelke

Tiergarten-Direktor Dag Encke (l.) und der neue Oberbürgermeister Marcus König (CSU) freuen sich, dass der Nürnberger Tiergarten nach der siebenwöchigen Zwangspause am Montag endlich wieder aufmachen darf. Zum Start dürfen allerdings höchstens „nur“ 3250 Besucher pro Tag in den Tiergarten.  Foto: Nikolas Pelke
Tiergarten-Direktor Dag Encke (l.) und der neue Oberbürgermeister Marcus König (CSU) freuen sich, dass der Nürnberger Tiergarten nach der siebenwöchigen Zwangspause am Montag endlich wieder aufmachen darf. Zum Start dürfen allerdings höchstens „nur“ 3250 Besucher pro Tag in den Tiergarten. Foto: Nikolas Pelke

Nürnberg.Faul dösen die Giraffen in der Sonne. Auch die Affen und die Kängurus scheinen tierische Langeweile zu haben und sich nach der siebenwöchigen Corona-Zwangspause endlich wieder nach etwas Abwechslung, Jubel, Trubel und Heiterkeit zu sehnen. Ab Montag soll mit der gähnenden Leere und der wochenlangen Ruhe im Tiergarten am Schmausenbuck in Nürnberg endlich wieder Schluss sein.

Um das Ansteckungsrisiko durch das Coronavirus zu minimieren, hat Zoo-Direktor Dag Encke zahlreiche Absperrungen vor den Eingangstoren mit den schönen Löwenfiguren aufbauen lassen. Damit sich die Gäste des beliebten Freizeitparadieses nicht wie auf einem Rock-Konzert fühlen müssen, hat Encke die Gitter mit exotischen Palmen dekoriert.

König plant Familienbesuch

Der neue Oberbürgermeister Marcus König (CSU) hat am Mittwoch angekündigt, mit seiner Familie den Tiergarten bald selbst besuchen zu wollen. „Nach sieben Wochen werden sich sicherlich auch die Tiere darüber freuen, einmal andere Menschen als die Tierpfleger zu sehen“, ist sich der neue Oberbürgermeister sicher. Gleichzeitig müsse laut König weiterhin der Grundsatz „Sicherheit vor Schnelligkeit“ gelten. Wenn Nürnberg den Kampf gegen das Virus langfristig gewinnen wolle, müssten sich die Besucher weiterhin an Regeln wie den Mindestabstand halten. „Wir wollen die Menschen schützen, aber ihnen auch die Freiheit gönnen“, brachte König die Gratwanderung zwischen Spaß und Gefahr auf den Punkt.

Nicht nur die Giraffen dürften sich wieder auf Besucher freuen.  Foto: Nikolas Pelke
Nicht nur die Giraffen dürften sich wieder auf Besucher freuen. Foto: Nikolas Pelke

Gleichzeitig wünscht sich König, dass die Besucher nach den langen Corona-Wochen einen Ausflug in den Tiergarten wirklich genießen können. Deshalb würden auch die beliebten Kinderspielplätze extra für die kleinen Besucher wieder geöffnet. Tiergarten-Direktor Dag Encke weist aber darauf hin, dass auch auf den Spielplätzen an die Hygieneregeln gedacht werden müsse. Wenn dem Zoo-Chef das Treiben zu bunt wird, werde er auch nicht zögern, die Spielplätze „schweren Herzens“ wieder zu sperren. Überhaupt setzt Encke auf die Eigenverantwortung der Besucher. Auf dem weitläufigen Gelände seien die Besucher aufgerufen, sich eigenständig an die Corona-Vorschriften zu halten.

Tiere

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Absperrgitter am Eingang

Damit die Menschen am Eingang nicht dicht an dicht stehen, hat Encke zahlreiche Absperrgitter wie am Flughafen aufbauen lassen. Hier sollen die Besucher geduldig und mit sicherer Entfernung zum Nebenmann in der Schlange stehen können. An der Kasse könnten die Besucher ihre Tickets bargeldlos bezahlen.

Auch am Eingang gilt der Mindestabstand. Foto: Nikolas Pelke
Auch am Eingang gilt der Mindestabstand. Foto: Nikolas Pelke

Die Zahl der Besucher wird zunächst auch deutlich begrenzt. „Wir dürfen nur einen Besucher pro 20 Quadratmeter hereinlassen“, sagt Encke. Bei einer Größe von sieben Hektar dürfen nach dieser Formel „nur“ 3250 Besucher gleichzeitig pro Tag in den Tiergarten. Aufgrund dieser Begrenzung seien Wartezeiten an den Eingängen nicht auszuschließen. Zumal der Nürnberger Landschaftszoo vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie zu Spitzenzeiten, beispielsweise in den Ferien, über 10 000 Tagesbesucher registriert habe.

Der Tiergarten

  • Auflagen:

    Es dürfen höchstens 3250 Gäste im Tiergarten sein. Deshalb wird an besonders besucherstarken Tagen mit Wartezeiten gerechnet. Empfohlen wird das Tragen von Mund-Nasen-Masken in den Toiletten.

  • Geschlossen:

    Alle Tierhäuser, auch das Manati- und das Wüstenhaus, sowie der Streichelzoo oder die Bartgeieranlage, bleiben vorerst geschlossen. Die Kioske und Restaurants im Tiergarten dürfen bis mindestens Sonntag, 17. Mai, nicht öffnen. Der Betrieb der Kleinbahn wird noch geprüft.

In der Praxis würden freilich viele Besucher etwa von 8 bis 14 Uhr kommen. Anderen würden erst am Nachmittag den Tiergarten besuchen. Den kompletten Tag würden nur die wenigsten Besucher im Tiergarten verbringen. Dennoch sei dies auch weiterhin möglich. Noch nicht möglich seien Online-Tickets. Diese seien erst in der Entwicklung und müssten in den kommenden Wochen noch erprobt werden. Kaufen könnten Besucher dagegen schon Gutscheine auf der Tiergarten-Homepage.

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Sollte es an heißen Tagen beispielsweise dennoch einmal zu größeren Schlangen vor den Kassen kommen, will der Tiergarten die Besucher im Internet tagesaktuell warnen. Besonders zeitnah würde der Tiergarten in den sozialen Medien über die Besuchersituation berichten. Vor einem Besuch des Tiergartens sollten sich Gäste also vorab im Internet kurz informieren. Unnötige Anreisen mit langen Wartezeiten sollen so vermieden werden.

Noch keine Bollerwagen

Durch die bestehenden Corona-Regeln muss vorerst auch die Gastronomie im Tiergarten noch geschlossen bleiben. Tiergarten-Direktor Encke bittet die Besucher deshalb darum, selbst an eine Brotzeit beim nächsten Zoo-Besuch zu denken. Einpacken müssen Besucher auch Mund-Nase-Schutzmasken, um beispielsweise die Toiletten im Tiergarten benutzen zu dürfen. Trotz der vielen Beschränkungen dürfen sich die Gäste auf alle Tiere freuen. Lediglich das Manatihaus und das Wüstenhaus müssen aufgrund der Bestimmungen weiterhin geschlossen bleiben.

Encke ließ am Mittwoch bei einer Pressekonferenz durchblicken, dass sich manche Kleinigkeiten wohl auch noch ändern könnten. Vorerst müsse beispielsweise der beliebte Bollerwagen-Verleih geschlossen bleiben. Zunächst stünde die Wiedereröffnung des Tiergartens per se im Vordergrund. „Gerade für Familien,“ so der neue Oberbürgermeister Marcus König, „bietet der Tiergarten eine willkommene Abwechslung im manchmal doch engen Corona-Alltag.“ Trotzdem stehe der Schutz der Gesundheit der Zoogäste weiterhin im Vordergrund. Zum Glück sei der Tiergarten Nürnberg sehr weitläufig und biete vielen Menschen die Möglichkeit, auch mit dem derzeit gebotenen Abstand einen schönen und abwechslungsreichen Tag an der frischen Luft zu verbringen. Besonders die vielen leuchtenden Kinderaugen werden den Tieren und dem Zoo dafür dankbar sein.

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