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Engagement

Schausteller helfen in der Krise

Die Vergnügungs-Experten aus Nürnberg haben viele Ideen – etwa mit einer Musikorgel vor dem Altenheim zu spielen.

Der Vorsitzende des Süddeutschen Schaustellerverbandes, Lorenz Kalb, ist bekannt vom Nürnberger Volksfest. Archivfoto: Karmann/dpa
Der Vorsitzende des Süddeutschen Schaustellerverbandes, Lorenz Kalb, ist bekannt vom Nürnberger Volksfest. Archivfoto: Karmann/dpa

Nürnberg.„Wir Schausteller bieten Ihnen ausdrücklich unsere Hilfe an – nehmen Sie uns bitte beim Wort!“, fasst Barbara Lauterbach, Marketing-Leiterin beim Süddeutschen Schaustellerverband die Initiative der Mitglieder mit dem Motto „Hand in Hand durch die Krise“ zusammen.

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Schausteller gelten als besonders kreative Köpfe, die in jeder Situation flexibel und einfallsreich agieren, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes, die der Vorsitzende Lorenz Kalb verschickt hat. Kalb ist bekannt vom Nürnberger Herbstvolksfest. „Stillsitzen, Kopf in den Sand stecken, untätig sein – so etwas ist im Lebensplan eines Schaustellers nicht vorgesehen“, betont Kalb.

Schausteller sind gut ausgestattet

Deshalb gebe es nun eine Reihe von hilfreichen Initiativen Nürnberger Herbstvolksfest. Denn die meisten Schausteller seien sich einig: „Wir wollen helfen! Und wir haben die Kraft, die Technik, die Logistik und das Know-how, um uns zum Wohl aller gewinnbringend einzubringen.“

„Und wir haben die Kraft, die Technik, die Logistik und das Know-how, um uns zum Wohl aller gewinnbringend einzubringen.“

Lorenz Kalb

Zum Beispiel verfügten Schaustellerbetriebe über Lkws und Lieferwagen, mit denen sie lebenswichtige oder systemrelevante Güter wie Medikamente oder Hygieneartikel transportieren könnten. „Wir haben Kräne und Werkzeuge, mit denen wir unsere Feuerwehren, Polizei oder andere Hilfsdienste unterstützen könnten.“

Corona-Zwangspause nutzen

Diese Möglichkeiten zählt Rudi Bergmann, Nürnberger Schausteller und zweiter Vorsitzender des Süddeutschen Schaustellerverbandes auf, der die aktuellen Aktionen mitinitiiert hat. „Sollte es zu Engpässen kommen, so stehen wir gerne während unserer krisenbedingten Zwangspause bereit, um zu helfen“, verspricht er.

Solidarität

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Auch sein Verbandskollege, der Nürnberger Schausteller Johannes Braun hat eine Idee: „Unsere Familie besitzt eine historische Musikorgel. Wir würden sie gerne bereitstellen, zum Beispiel vor einem Altenheim oder Ähnlichem aufstellen und dort spielen, wo die Menschen jetzt kaum Zerstreuung finden“, bietet Braun an.

Kärwa-Sprecher organisiert Teststation

In Fürth ist Helmut Dölle bereits aktiv geworden: Dort ist mit seinem Können und seiner Ausstattung eine „Drive-Through-Teststation“ in der Seeackerstraße aufgebaut worden: „Mein Sohn Kevin und ich haben 150 Meter Zäune, mobile Toiletten, Aufenthaltscontainer und Heizstrahler geliefert“, berichtet der Kärwa-Sprecher Helmut Dölle. Die Idee entstand bei einem Telefonat mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung. Mathias Kreitinger, Rechtsreferent und Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, habe Feuerwehr und THW mit ins Boot genommen und auf diesem unbürokratischen Weg sei eine zusätzliche öffentliche Teststelle geschaffen worden.

Fürther aus Stadt und Landkreis, die eine „Abstrich-Bestätigung“ vom Hausarzt, Gesundheitsamt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst der KVB besitzen, können dort vorfahren und sich auf den Corona-Virus testen lassen. Das geschieht ganz einfach, ohne Körperkontakt – einfach durchs Autofenster mit einem Wattestäbchen.

Sozialreferat lobt gute Idee

Auch Schausteller-Unternehmer Helmut Dölle hat die Idee mit der Musikorgel aufgegriffen und bereits Kontakt zur Fürther Sozialreferentin Elisabeth Reichert aufgenommen. „Das Sozialreferat wird diese gute Idee unterstützen“, sagt sie. „Im Moment schreibt eine Mitarbeiterin die Fürther Altenheime an. Jedes Haus soll selbst entscheiden und sich gegebenenfalls mit Herrn Dölle oder dem Schaustellerverband in Verbindung setzen“, so Reichert. Dann könnte die Musik-Orgel „auf Tour“ zu den Altenheimen gehen und überall eine Stunde spielen.

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