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Wirtschaft

Siemens bezieht den Campus

Es ist wie ein Aufbruch in eine ganz neue Arbeitswelt. Die ersten 2000 Mitarbeiter sind bereits umgezogen.
von Nikolas Pelke

Thomas Braun und Sabrina Soussan (von links) helfen beim Auspacken der letzten Umzugskiste.  Foto: Nikolas Pelke
Thomas Braun und Sabrina Soussan (von links) helfen beim Auspacken der letzten Umzugskiste. Foto: Nikolas Pelke

Erlangen.Der erste Umzug ist geschafft. Die ersten 2000 Mitarbeiter haben fristgerecht den neuen Siemens-Campus in Erlangen bezogen. Am Dienstag haben Sabrina Soussan und Thomas Braun die allerletzte Umzugskiste ausgepackt. „Der neue Campus bedeutet für Siemens den Aufbruch in eine neue Arbeitswelt“, sagte Soussan, die den Konzernbereich „Siemens Mobility“ leitet.

Die modernen Büros seien nicht nur gut für das Geschäft, sondern auch gut für das Image und die Kommunikation, schwärmte Soussan. Zusammenarbeit sei in der modernen Industriewelt das Zauberwort für Erfolg. In der Kaffeeküche steht sogar ein Tischkicker bereit, um die Mitarbeiter in kurzen Pausen bei Laune zu halten. „Zur Not hängen wir auch noch Hängematten und Schaukeln auf“, sagte Thomas Braun, Generalmanager des Campus-Neubaus. Bei aller Modernität wolle das Unternehmen allerdings seriös bleiben. Für einen Wettlauf um den lustigsten Arbeitsplatz beispielsweise mit amerikanischen Internet-Betrieben sei Siemens nicht zu haben.

Siemens-Campus

  • Plan:

    Mit dem Siemens-Campus wird das Forschungsgelände im Süden von Erlangen bis 2030 für und 500 Millionen Euro peu à peu zu einem der modernsten Standorte von Siemens weltweit umgestaltet.

  • Bau:

    2016 begannen mit der Grundsteinlegung die Bauarbeiten. 2020 haben die ersten Mitarbeiter die acht Bürogebäude, drei Parkhäuser und eine Kantine für rund 4500 Mitarbeiter bezogen.

Vielmehr gehe es dem Konzern darum, den Mitarbeitern flexible Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Mit Laptop und Smartphone ausgerüstet könne jeder Siemensianer „sofort und überall“ loslegen. Mit dem neuen Siemens-Campus setzt das Unternehmen ein klares Signal an den Standort in der fränkischen Universitätsstadt. Obendrein will sich Siemens auch als attraktiver Arbeitgeber behaupten und gleichzeitig an Zeichen der Stärke an die Konkurrenz senden.

Protest

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Helle Räume mit guter Akustik

„Wir sind Vorreiter der Digitalisierung. Wir wollen mit dem Campus zeigen, dass wir jung und modern sind und noch viel erreichen wollen“, sagte Sabrina Soussan und begrüßte die neuen Mitarbeiter an ihren höhenverstellbaren Schreibtischen.

Statt auf Firlefanz und Schnickschnack scheinen die Architekten des Siemens-Campus besonders auf das Wesentliche viel wert gelegt zu haben. Alle Räume sind taghell. 50 Prozent der neuen Gebäude bestehen aus Glas. Neben natürlichen Lichtverhältnissen ist auf gute Raumakustik geachtet worden. Kleine Nischen bietet zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten.


Cafés und Restaurants vor Ort

„Im Sommer ist das hier alles ganz lebendig“, sagte Thomas Braun, Generalmanager des Campus-Neubaus, und zeigte auf die baumbestande Siemens-Promenade, die den neuen Standort nach seiner kompletten Fertigstellung in zehn Jahren auf einer Länge von eineinhalb Kilometern wie eine grüne Magistrale verbinden soll. In den Erdgeschossflächen sollen demnächst noch zahlreiche Cafés und Restaurants eröffnen. Sogar an Geschäfte zur Kleiderreinigung hat Siemens gedacht, damit die Mitarbeiter sich den Weg zur Wäscherei sparen können.

Arbeiten an Modul 2 laufen

Bis zum Sommeranfang sollen die nächsten 2000 Mitarbeiter auf den Campus umziehen. Insgesamt bietet der erste Bauabschnitt rund 5.500 Mitarbeitern Platz. Auch ganz normale Bürger dürfen den neuen, rund 75 Fußballfelder großen Siemens-Stadtteil jederzeit besuchen. Gleich gegenüber wird bereits am zweiten Modul gearbeitet. Dort soll das zentrale Empfangsgebäude, vier weitere Bürogebäude sowie drei Parkhäuser bis 2022 fertiggestellt werden.

Gleichzeitig planen die Städte Herzogenaurach, Erlangen und Nürnberg den Bau einer Stadt-Umland-Bahn, die den neuen Siemens-Campus und die angrenzende Hochschule per Straßenbahn erschließen soll. „Natürlich wird dort eine Siemens-Bahn fahren“, freute sich Sabrina Soussan und erzählte, dass Siemens kürzlich die Ausschreibung für die Bahnen auf der neuen Campus-Strecke gewonnen habe.

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