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Dienstag, 25. September 2018 15° 1

Eröffnung

Söder feiert „seinen“ Wöhrder See

Der bayerische Ministerpräsident hat vor Jahren die Rettung des Gewässers eingeleitet. Nun ist der Erfolg gefeiert worden.
Von Nikolas Pelke

Trompetenständchen für den Retter: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den unteren Wöhrder See eröffnet. Foto: Pelke
Trompetenständchen für den Retter: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den unteren Wöhrder See eröffnet. Foto: Pelke

Nürnberg.Mit einem großen Zapfenstreich ist der Wöhrder See von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Wochenende offiziell eröffnet worden. Im Volksmund wird der runderneuerte Stausee vor den Toren der Nürnberger Altstadt liebevoll „Söder-See“ genannt.

Das Ufer ist aufgeräumt. Der Trompetenchor steht bereit. Die Gäste warten auf die Hauptfigur der festlichen Eröffnung des unteren Wöhrder Sees. Für seinen Auftritt wählt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Dienstwagen. Söder hätte wie Lohengrin den Kahn nehmen können.

Wie Held aus der Wagner-Oper

Wie der Held aus der Wagner-Oper ist Söder einst als Umweltminister erschienen, um für das Leben des stinkenden Stausees in seiner Heimatstadt zu streiten. Als die Blasmusik verstummt, blickt Söder über „seinen“ See. Seine Freude kann und will Söder an diesem Tag des Triumphes nicht verbergen. „Der heutige Tag ist schon etwas ganz Besonderes. Man bringt etwas zu Ende, bei dem am Anfang nur Skepsis da war“, sagt Söder stolz.

Als er als Umweltminister im Jahr 2008 auf die Idee gekommen sei, aus dem hässlichen Tümpel einen schönen See zu machen, hätten selbst die Mitarbeiter in seinem Ministerium mit unverhohlener Skepsis reagiert. Söder habe sich seine Idee nicht nehmen lassen, sei standhaft geblieben und habe sich nicht beirren lassen. „Wir müssen was machen“, habe er immer wieder gesagt und schließlich frisches Personal an Bord geholt. Ulrich Fitzthum sei zum neuen Chef des Nürnberger Wasserwirtschaftsamtes ernannt worden. Klaus Winkelmair sei zum Projektleiter auserkoren worden.

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Den See umgekrempelt

Schritt für Schritt hat die neue Söder-Mannschaft den See umgekrempelt. Bei der Frischzellenkur ist fast kein Stein auf dem anderen geblieben. Zunächst habe man den größtenteils verlandeten Stausee von Algen und Schlamm befreit. Rund 150000 Tonnen seien mit einem Schwimmkran aus dem See geschaufelt worden. Im Herbst 2012 sei ein neuer Fußgängersteg gebaut worden. Plötzlich hätten die Nürnberger über dem Wasser auf einem 200 Meter langen Boulevard spazieren können. Der neue Flanier-Steg hat übrigens eine weitere Funktion. Unter der Wasseroberfläche hat das Wasserwirtschaftsamt an mehreren Stegstützen sogenannte Leittafeln angebracht, um die Strömungsgeschwindigkeit zu vergrößern und die Sedimentablagerungen zu verringern.

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Stausee in der City

  • Ursprung:

    Als der Stausee im Jahr 1981 geflutet wurde, betrugt die Wassertiefe rund drei Meter.

  • Problem:

    In den Nuller Jahren drohte der See zu verlanden. Er war teilweise nur noch einen halben Meter tief.

  • Lösung:

    Insgesamt wurden 150 000 Tonnen Material wie Algen und Schlamm aus dem See entfernt.

Zur Verbesserung der Wasserqualität seien außerdem drei Öko-Inseln aus Röhrichtpflanzen angelegt worden, die die Selbstreinigungskräfte des Sees fördern und Fischen eine Kinderstube bieten sollen.

Um die Fließgeschwindigkeit weiter zu erhöhen seien außerdem „Unterwasserinseln“ geschaffen worden, damit sich in Zukunft weniger Feinteile im See ablagern. Als Söder schließlich noch einen 250 Meter langen Sandstrand und eine Badebucht mit einem 400 Meter langen Damm plus Bachlauf für die Kinder eröffnete, konnten viele Nürnberger ihren Augen wohl nicht mehr trauen.

Umgetauft in den Söder-See

Ulrich Fitzthum und Markus Söder schippern über den Wöhrder See. Foto: Pelke
Ulrich Fitzthum und Markus Söder schippern über den Wöhrder See. Foto: Pelke

Schnell tauften viele Bürger den neuen See kurzerhand in Söder-See um. Statt der anfänglich geplanten zwei habe man am Ende rund 16 Millionen Euro ausgegeben, bilanzierte Söder und fügte hinzu: „Selten ist Geld so gut verwendet worden, wie hier rund um den Wöhrder See.“ Aus einer kleinen Idee sein ein großartiges Projekt geworden, freute sich Söder und schwärmte von den vielen Familien mit Kindern, die sich an warmen Tagen rund um den See tummeln. Sogar die Wasserqualität wird laut Bürgermeister Christian Vogel (SPD) immer besser. Das zeigt, dass sich die Wiederbelebung des Sees wohl tatsächlich gelohnt hat. Bei einer Bootstour wollte sich Söder von dem Ergebnis persönlich überzeugen.

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