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Polizei

Steinewerfer auf A3 und A73 sind gefasst

Ein Täter-Duo gesteht, vier Kilogramm schwere Pflastersteine auf Autos geworfen zu haben. Dabei kam aber noch mehr ans Licht.
Von Nikolas Pelke

Die Pflastersteine als Beweisstücke.Foto: Pelke
Die Pflastersteine als Beweisstücke.Foto: Pelke

Nürnberg.Zwei junge Männer im Alter von 16 und 19 Jahren haben gestanden, Steine und Europalletten von Autobahnbrücken geworfen zu haben. Das jugendliche Duo soll in einer einzigen Nacht eine Bahn, vier Lastwagen und fünf Autos mit Steinen und Holzpaletten von Brücken im Raum Erlangen beworfen haben. Wie durch ein Wunder seien bei den zehn Taten laut Polizeipräsident Roman Fertinger keine Menschen ums Leben gekommen.

Ein Beifahrer, der von einem vier Kilogramm schweren Stein an der Hüfte getroffen wurde, hatte besonderes viel Glück. Eine 28-köpfige Sonderkommission war den Tätern seit knapp zwei Monaten auf der Spur. Profiler der Polizei haben die erfolgreiche Fahndung unterstützt. Die Erleichterung ist Polizeipräsident Roman Fertinger an diesem Dienstag anzumerken. „Wir konnten die Steinewerfer dingfest machen“, sagt er und zeigt auf vier jeweils vier Kilogramm schwere Pflastersteine, die vor ihm in Plastiktüten verpackt auf dem Tisch liegen.

Nur wenige Zentimeter

Nur um wenige Zentimeter hatte ein Stein den Beifahrer eines Lastwagens verfehlt. In der Nacht zum 9. Mai waren die beiden Täter gemeinsam ins Auto gestiegen. Gegen 23 Uhr meldete ein Zugführer auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Bamberg einen lauten Knall. In der Nähe des Bahnhofes des Erlanger Stadtteiles Eltersdorf gingen Zugfenster während der Fahrt zu Bruch. Heute wissen die Ermittler, dass die Steinewerfer mit dieser Tat erst die folgenschwere Nacht begonnen haben. Anschließend nehmen die beiden Täter die Autofahrer auf der Autobahn A3 ins Visier. Danach fährt das Duo über die A73 nach Baiersdorf. Auch hier halten sie auf einer Brücke. Auf einer Baustelle finden die jungen Männer erneut Pflastersteine.

Ein Pflasterstein als Geschoss

Fertinger zeigt auf das Foto einer getroffenen Windschutzscheibe. Wie ein Geschoss hat der Pflasterstein in die Frontscheibe des Führerhauses ein Loch gebohrt. Der 24-jährige Mann, der auf der Beifahrerseite des Lastwagens saß, erlitt glücklicherweise keine lebensgefährlichen Verletzungen.

Suche startete in der Tatnacht

Noch in der Tatnacht hat sich ein Polizeihubschrauber auf die Suche gemacht. Horst Hanisch, Kommissar aus Erlangen, begibt sich mit seinem 28-köpfigen Ermittlerteam auf Spurensuche. Schnell sei klar gewesen: Es muss sich um Jugendliche aus der Region handeln. Videoaufzeichnungen auf den Autobahnen haben die Ermittler auf die richtige Spur gebracht.

Am 12. Juli haben die Beamten die beiden Männer festgenommen. Dabei haben sie auch Diebesgut von einer Einbruchsserie in Gartenhäusern entdeckt. Zudem gebe es Beweise dafür, dass die Männer eine Düngemittelfabrik in Erlangen angezündet hatten. Die Beiden aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt haben gestanden. Anklagt werden sie wegen versuchten Mordes in zehn Fällen.

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