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Tafelhof wächst in den Himmel

Trotz Krise wird an dem mondänen Tafelhof Palais direkt neben dem Nürnberger Hauptbahnhof weiter eifrig gebaut.
Von Nikolas Pelke

Die Bauarbeiten an dem historischen Palais schreiten voran.  Foto: Nikolas Pelke
Die Bauarbeiten an dem historischen Palais schreiten voran. Foto: Nikolas Pelke

NÜRNBERG.Während die Stadt immer noch auf Sparflamme läuft, hämmert und scheppert es weiterhin gewaltig auf dem ehemaligen Areal der Nürnberger Hauptpost. „Aktuell gibt es durch die Corona-Pandemie keine Einschränkungen für den Baubetrieb am Tafelhof Palais“, teilt der Münchner Immobilienentwickler Hubert Haupt über eine Sprecherin auf Anfrage dieses Medienhauses mit.

Derzeit komme es nicht zur Verzögerungen beim Baufortschritt. Deshalb ist man offensichtlich optimistisch, dass die Fertigstellung des neuen „Tafelhof Palais“ mit seinen zwei markanten Türmen bereits in etwa zwölf Monaten in der Mitte des Jahres 2021 wie ursprünglich vorgesehen erfolgen kann. „Es handelt sich bei dieser Aussage um eine Momentaufnahme, da auch im und für den Bausektor – wie allerorts – derzeit keine langfristige oder verbindliche Prognose über den weiteren Fortgang der Situation möglich ist“, schränkt die Immobilienfirma allerdings sicherheitshalber ein und erklärt im nächsten Atemzug zudem wohl vorsorglich, auf optimale Hygienestandards zur Verhinderung einer Weiterverbreitung des Corona-Virus auf der Mega-Baustelle zu achten.

Ein Würfelzucker-Stückchen

Gut zu erkennen sind derweil bereits die zwei Türme, die mit ihren unterschiedlichen Höhen – der eine wird zehn, der andere 13 Stockwerke hoch – später einmal das Erscheinungsbild des neuen Ensembles prägen werden. Als überdimensionale „Würfelzucker-Stückchen mit Schießscharten“ haben manche Kommentatoren im Internet diese architektonische Gestaltung etwas abfällig bewertet. Andere Beobachter empfinden die mutige Formensprache hingegen als außergewöhnlich. Überdurchschnittlich gut scheint das Millionenprojekt auf dem Immobilienmarkt zu laufen. Die knapp 50000 Quadratmeter sollen beinahe schon komplett an namhafte Kunden vermietet sein.

Das neue Palais

  • Neubau:

    2018 ist mit dem Teilabriss der alten Hauptpost beim Nürnberger Hauptbahnhof begonnen worden. Trotz der Corona-Krise sollen die Bauarbeiten nach aktuellem Stand bis Mitte 2021 beendet werden.

  • Mieter:

    In einem der markanten Türme soll ein „Motel One“ mit über 500 Hotelzimmern und einer „Skylounge“ im 14. Stock einziehen. In dem neuen Luxus-Hotel „Leonardo Royal“ soll auch ein Ballsaal entstehen.

Für einen Hauch von weiter Welt sollen Mieter wie das bekannte „Motel One“ sorgen. Daneben soll mit dem „Leonardo Royal“ noch ein weiteres Hotel in den neuen Gebäude-Komplex einziehen. Im Sommer letzten Jahres hat Haupt den noch im Bau befindliche Tafelhof an einen Investor für die von Branchenexperten kolportierte Verkaufssumme in Höhe von rund 230 Millionen Euro veräußert.

Langsam dürften sich auch die Nürnberger an die neue Silhouette des Platzes beim Hauptbahnhof gewöhnen. Dabei ist der Neubau in einer historisch gewachsenen und damit stets auch etwas nostalgischen Stadt wie Nürnberg selbstverständlich nicht unumstritten gewesen. Besonders heiß ist der Abriss des alten Kopfbaus der Hauptpost mit seinen prägnanten Rundbogenarkaden diskutiert worden. Kritisiert worden ist, dass der denkmalgeschützte Rundbau zwar von der Abrissbirne verschont aber weitgehend entkernt werden soll. Sich schützend an das Gebäude ketten, um es vor dem Abriss zu retten, wollte kurz vor dem Beginn der Bauarbeiten allerdings selbst Karl-Heinz Enderle, der Vorsitzende der Altstadtfreunde, nicht.

Kein schöner Anblick mehr

Die Proteste haben sich wohl auch deshalb in Grenzen gehalten, weil der alte Postbau nach 20 Jahren des Leerstandes keine tolle Visitenkarte mehr abgegeben hat. Kurz nach der Wiedervereinigung hat die Post den alten Gemäuern, in denen bis 1994 die Briefe für Nürnberg sortiert worden sind, den Rücken zugekehrt. Zwischenzeitlich haben Techno-Partys im Rundbau stattgefunden. Bis auch diese zeittypische Zwischennutzung aus Angst vor einstürzenden Gebäudeteilen eingestellt worden ist. Versöhnlich dürfte die Kritiker von einst stimmen, dass die Post im neuen „Tafelhof Palais“ wieder mit einer Filiale vertreten sein wird.

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