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Teleskop liefert genaues Himmelsbild

Die Sternwarte Erlangen hat ein neues Projekt.

So sieht es aus, wenn ein Stern am Ende seines Lebens explodiert.
So sieht es aus, wenn ein Stern am Ende seines Lebens explodiert. Foto: Nasa / Handout/picture alliance / dpa

Nürnberg.Nach 182 Tagen hat das Röntgenteleskop eROSITA an Bord der Raumsonde „Spectrum-X-Gamma“ seine erste vollständige Durchmusterung des Himmels abgeschlossen. Das meldet die Sternwarte Erlangen. Diese neue Karte des heißen, energiereichen Universums enthalte demnach mehr als eine Million Objekte – damit verdoppele sich in etwa die Zahl der bekannten Röntgenquellen, die in der bislang 60-jährigen Geschichte der Röntgenastronomie entdeckt wurden. Forschende der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) seien stark an diesen Arbeiten beteiligt.

Die erste vollständige Himmelsdurchmusterung von eROSITA ist etwa viermal tiefer als die vorherige Karte des gesamten Röntgenhimmels durch das ROSAT-Teleskop vor 30 Jahren und liefert etwa zehnmal mehr Quellen. Und während die meisten Klassen astronomischer Objekte Röntgenstrahlen aussenden, sehe das heiße und energiereiche Universum ganz anders aus als durch optische oder Radioteleskope.

Außerhalb unserer Heimatgalaxie seien die meisten eROSITA-Quellen aktive Kerne von Galaxien in kosmologischen Entfernungen, bei denen Schwarze Löcher Materie ansammeln. Daneben gebe es auch Galaxienhaufen, die als ausgedehnte Röntgenhalos erscheinen und dank des heißen Gases leuchteten, das in den riesigen Ansammlungen aus dunkler Materie eingeschlossen sei. Das Bild des gesamten Himmels enthülle aber auch die Struktur des heißen Gases in der Milchstraße selbst bis ins kleinste Detail, sowie das zirkumgalaktische Medium, das sie umgebe und dessen Eigenschaften für das Verständnis der Entstehungsgeschichte unserer Galaxis von entscheidender Bedeutung seien.

Die eROSITA-Röntgenkarte zeige aber noch mehr: Sterne mit starken, magnetisch aktiven heißen Strahlenkränzen, Röntgendoppelsterne, die Neutronensterne, Schwarze Löcher oder Weiße Zwerge enthalten, und spektakuläre Supernova-Überreste (als Supernova wird das Aufleuchten eines Sterns bezeichnet, der sich dadurch selbst zerstört) in unserer eigenen und anderen nahen Galaxien, wie den beiden Magellanschen Wolken.

Ermöglicht habe dies unter anderem auch das Team um die FAU-Astronomen Prof. Dr. Jörn Wilms und Prof. Dr. Manami Sasaki vom Erlangen Centre for Astroparticle Physics (ECAP) und der Dr. Karl-Remeis-Sternwarte in Bamberg. Sie seien an der Entwicklung des Experiments und seinem Betrieb beteiligt, bei dem sich Forscher aus mehreren deutschen Universitäten unter Führung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammengeschlossen hatten. Weitere Informationen rund um die eROSITA-Mission finden Interessierte unter www.fau.de.

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