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Freizeit

Träume von Wohlfühl-Orten

Nach Lust und Laune sollen sich Nachbarschaften in Nürnberg entfalten können. Auch SPD-OB-Kandidat Thorsten Brehm ist dafür.
Von Nikolas Pelke

Die SPD will Plätze zum Wohlfühlen, allen voran die umweltpolitische Sprecherin Christina Kayser (3. v. re.). Foto: Nikolas Pelke
Die SPD will Plätze zum Wohlfühlen, allen voran die umweltpolitische Sprecherin Christina Kayser (3. v. re.). Foto: Nikolas Pelke

Nürnberg.Neue Wohlfühl-Orte in Nürnberg wollen die Sozialdemokraten mit einer kühnen Idee schaffen. SPD-Stadträtin Christine Kayser ist auf die Idee gekommen, den Nachbarschaften wieder mehr Bedeutung zu verleihen. Nicht die Stadt soll Bagger und Gärtner schicken. Vielmehr sollen nach den Vorstellungen der SPD-Stadträtin die Bürger selber anpacken und zur Tat schreiten. „Es gibt eine Menge städtischer Flächen, die in Nürnberg derzeit nicht genutzt werden oder nicht einladend genug gestaltet sind. Wir wollen, dass sich die Nürnberger diese wieder zurückerobern.“

Aus tristen Plätzen und Straßen sollen so „Wohlfühl-Oasen“ entstehen. Egal, ob mehr schattige Bäume, mehr Ruhezonen zum Entspannen oder neue Bänke, Stühle und Tische – die Bürger sollten laut SPD ihre Nachbarschaft direkt vor Ort wieder in die eigenen Hände nehmen.

Nachbarschaften sollten die Möglichkeit bekommen, miteinander auszuprobieren, wie sie diese Räume zukünftig für sich nutzen wollen, erklärt SPD-Stadträtin Christine Kayser weiter. Gemeinsam kochen, essen und gärtnern: An konkreten Ideen fehlt es den Sozialdemokraten nicht.

Ganz ohne die Stadt und ohne Steuergelder soll der anarchisch anmutende Plan der Sozialdemokraten freilich nicht funktionieren. 50000 Euro fordert die SPD als Anschubfinanzierung für ihr Sonderprogramm, um unattraktive Plätze und Straßen in nachbarschaftliche „Lebenswelten“ zu verwandeln. Außerdem soll nach den Wünschen der Sozialdemokraten ein neuer Posten in der Stadtverwaltung geschaffen werden, der als zentraler Ansprechpartner für Initiativen und Vereine dient.

NeueTreffpunkte schaffen

Auch die Nürnberger SPD-Führungsspitze ist begeistert und unterstützt die neuen Möglichkeitsräume. Laut dem Nürnberger SPD-Chef und roten OB-Kandidaten, Thorsten Brehm, könnten brachliegende Plätze „in die Obhut von Vereinen und Initiativen“ gegeben werden. In diesen blühenden Stadtlandschaften könnten sich Nachbarschaften laut Brehm „jenseits von kommerziellen Interessen“ entfalten. „Damit würden neue Treffpunkte für den Austausch und fürs echte Miteinander in Nürnberg entstehen, ein Wunsch, der immer wieder geäußert wird“, sagt Thorsten Brehm.

Der OB-Kandidat will auch auf neue Technologien setzen, damit überall in Nürnberg neue Nachbarschaftsparadiese in den Himmel sprießen können. Auf einer Homepage im Internet sollen Bürger gute Ideen und Vorschläge für die neuen Wohlfühl-Oasen machen können. Thorsten Brehm schwebt ein Online-Portal vor, auf dem sich jeder und jede einbringen könne. „Damit würden neue Treffpunkte für den Austausch und fürs echte Miteinander in Nürnberg entstehen, ein Wunsch, der immer wieder geäußert wird“, ist sich Brehm sicher.

Gemeinschaftsgärten oder das Projekt „Essbare Stadt“ – laut SPD gibt es bereits viele spannende Ansätze dafür in Nürnberg. In der ganzen Stadt zeige sich bereits eine große Lust am Mitgestalten. Die SPD-Stadtratsfraktion rund um ihren Spitzenkandidaten will dieses „schlummernde Potenzial für mehr Lebensqualität und lebendige Demokratie“ nun pünktlich vor der heißen Wahlkampfphase heben. „Wir wünschen uns, dass die Stadt diese neue Lust am sozialen Ausprobieren, am ökologischen Mitgestalten und an lebendigen Nachbarschaftsstrukturen aktiv fördert“, betont die amtierende SPD-Fraktionsvorsitzende Anja Prölß-Kammerer.

Konzept für Plätze hinterfragen

Urbane Projekte wie die Wohlfühl-Orte seien wegweisend für Nürnbergs langfristige Zukunf, ist sich die SPD-Führungsspitze einig. Schließlich würden derartige Zukunftsprojekte auch die bisherige Nutzung von Straßen und Plätzen hinterfragen. Würden Nachbarschaften in der Großstadt plötzlich in holder Eintracht gemeinsam aushandeln, wer wo wie viel Platz bekommt, könnte dies zu einer „sozial-ökologischen und demokratischen Transformation von Teilen des öffentlichen Raums führen“, schwärmt die SPD von ihrer selbstgemalten Zukunft.

Das Projekt

  • Initiatorin:

    Christine Kayser (Jahrgang 1957) ist selbstständige Innenarchitektin in Nürnberg. Seit 2008 ist die Stadträtin. Sie ist umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

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