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Politik

Traumergebnis für Marcus König

Der 38-Jährige soll für die CSU das Nürnberger Rathaus erobern. Am Samstag wurde der Fraktionsvorsitzende nominiert.
von Nikolas Pelke

Von Frau Anke gab es ein Siegerküsschen für Marcus König.  Foto: Pelke
Von Frau Anke gab es ein Siegerküsschen für Marcus König. Foto: Pelke

Nürnberg.Volle Rückendeckung für Marcus König: Der 38-jährige CSU-Fraktionsvorsitzende im Nürnberger Stadtrat ist am Samstag einstimmig zum offiziellen Oberbürgermeister-Kandidaten seiner Partei gewählt worden. Für König haben 118 der 119 CSU-Delegierten im Messezentrum gestimmt. Eine Stimme ist ungültig gewesen. Gemeinsam neu starten: Mit diesem Slogan will König die Wahl um die Nachfolge von Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) im nächsten März in der Frankenmetropole gewinnen.

„Wir werden in die Stadtteile gehen. Wir werden rausgehen und zuhören. Wir wollen mit den Nürnbergern gemeinsam einen Plan für Nürnberg entwerfen“, kündigte Marcus König am Samstag in seiner Bewerbungsrede vor den 119 CSU-Delegierten im Nürnberger Messezentrum an. „Ich will Oberbürgermeister für Nürnberg werden“, sagte König unter dem Beifall seiner Parteifreunde. Klar sei für König, dass der Wahlsieg alleine nicht zu schaffen sei. Den Chefsessel im Nürnberger Rathaus könne die Partei nur gemeinsam erobern, rief der 38-jährige Bankfilialleiter den CSU-Delegierten zu. „Verwalten reicht nicht mehr. Wir müssen gestalten“, betonte König. Die CSU habe laut König „die einmalige Chance“, den Oberbürgermeister und die stärkste Stadtratsfraktion in Nürnberg zu stellen.

Mehr Sauberkeit und Sicherheit

Im Wahlkampf will König nicht auf ein Spitzenthema setzen. Viele Themen seien, wie Familien- und Wohnungspolitik, Umwelt- und Verkehrspolitik, miteinander verquickt. Besonderes Augenmerk will König auf Sicherheit und Sauberkeit in Nürnberg legen. „Mit mir als Oberbürgermeister wird es keine No-go-Areas in Nürnberg geben“, kündigte König unter dem tosenden Beifall seiner Parteifreunde an.

Zuletzt hatten laut Stadt und Polizei rund 200 so genannte Anarchisten im Nürnberger Stadtteil Gostenhof in einem stillgelegten Springbrunnen auf dem Jamnitzerplatz ein großes Lagerfeuer entfacht. Der Platz ist ein bekannter Treffpunkt der linken Szene.

Bereits im Juni war es zu einem Polizeieinsatz am Jamnitzerplatz gekommen, bei dem Anordnungen der Polizei missachtet worden sind. Oberbürgermeister Maly (SPD) forderte daraufhin mehr gegenseitigen Respekt. „Alles, was mit der notwendigen Rücksicht geschieht, ist in Ordnung. Aber keine Gruppe kann den Platz allein für sich in Anspruch nehmen“, sagte Maly wohl in Richtung der linken Szene. König will härter durchgreifen. „Ich will, dass die Menschen spüren, dass Nürnberg sicher ist“, betonte Marcus König.

In einer streckenweise auch sehr persönlich gehaltenen Rede sprach König auch von eigenen Problemen, Familie, Großstadt und Beruf unter einen Hut zu bringen. „Wir haben selber keinen Betreuungsplatz für unseren Sohn gefunden und sind eine Zeit lang in der Luft gehangen“, berichtete König aus eigener Erfahrung. König wolle Familien deshalb zukünftig mehr Planungssicherheit geben. „Wir wollen Familien in der Stadt halten.“ Dafür müsse es Wohnraum geben, den sich Familien leisten können.

Rückendeckung von Söder

Nach der Bewerbungsrede wurde Marcus König von Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) offiziell zur Wahl vorgeschlagen. „Ich schlage Marcus König aus voller Überzeugung als OB-Kandidat vor“, sagte Lehner. König sei ernsthaft und witzig. Sie traue König zu, Nürnberg mit großer Dynamik und Willenskraft zu führen. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte: „Du hast meine volle Rückendeckung.“

Mit 118 von 119 möglichen Stimmen haben die Delegierten dem frisch gekürten Kandidaten ein Traumergebnis beschert. Die CSU rechnet sich gute Chancen aus, mit König das Rathaus wieder zu erobern. Zuletzt hatte die Partei zwischen 1996 und 2002 mit Ludwig Scholz einen CSU-Oberbürgermeister in Nürnberg gestellt. Nach 17 Jahren hatte der 58-jährige Amtsinhaber Ulrich Maly (SPD) im März überraschend angekündigt, bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr nicht mehr für eine vierte Amtszeit antreten zu wollen.

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