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Fliegen

Tuifly stockt in Nürnberg deutlich auf

Ab April 80 Prozent mehr Sitzplätze bei Flügen in den Süden: Tui sieht in der Region einen großen Bedarf – und reagiert.
Von Birgit Ropohl

Im Mai hat Tuifly seine erste Maschine in Nürnberg stationiert (Foto). Nächstes Jahr kommt die zweite dazu.  Foto: Luca Eberhardt
Im Mai hat Tuifly seine erste Maschine in Nürnberg stationiert (Foto). Nächstes Jahr kommt die zweite dazu. Foto: Luca Eberhardt

Nürnberg.Urlaubsreisende können sich freuen. Das große Loch, das die Pleite der Fluggesellschaft Germania heuer am Albrecht Dürer Flughafen hinterlassen hat, wird 2020 ein beachtliches Stück weiter gestopft.

Nach Corendon hat jetzt auch die Fluggesellschaft Tuifly angekündigt, sich besonders stark in Franken zu engagieren. Konkret: Tuifly stationiert ab April eine zweite Maschine in Nürnberg und vergrößert mit Beginn des Sommerflugplans 2020 ihr Angebot im Vergleich zum Sommer 2019 um über 80 Prozent auf 208 000 Sitzplätze für Reisen ab Nürnberg.

Ab in den Süden

23 Mal pro Woche hebt die Airline in den Süden ab. „Franken gewinnt für uns enorm an Bedeutung“, erklärt Hubert Kluske, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing Tui Deutschland. Der Markt sei vorhanden. „Wir hatten eine sehr erfolgreiche Sommersaison 2019 in Nürnberg.“ Auf dieser Entwicklung wolle Tui aufbauen.

Ein Teil der 500 000 zusätzliche Gäste, die Tui nach der Thoms-Cook-Pleite gewinnen möchte, solle aus Nürnberg und den umliegenden Regionen kommen. Ein besonderer Anreiz: Gerade in den vergangenen Tagen habe Tui sein Übernachtungsangebot in wichtigen Urlaubszielen kräftig ausgebaut und neue Hotelpartnerschaften vereinbart.

Eigene Hotels, eigene Schiffe

Eine Frage bekommt Kluske oft zu hören: Kann man Reiseveranstaltern überhaupt noch vertrauen? Was ist bei Tui anders als bei Thomas Cook? „Wir sind absolut nicht miteinander vergleichbar,“ betont Kluske. Thomas Cook sei reiner Veranstalter gewesen, zudem seit Jahren extrem krank.

Hubert Kluske, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing TUI Deutschland. Foto: Christian Wyrwa
Hubert Kluske, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing TUI Deutschland. Foto: Christian Wyrwa

Tui hingegen habe seit 2013 ihr Geschäftsmodell geändert, das reine Veranstaltergeschäft mache inzwischen nur noch 30 Prozent aus. Geld verdiene die finanzstarke Tui durch die Vermarktung eigener Hotels (400), eigener Kreuzfahrtschiffe (17) und Flüge mit eigenen Maschinen(150) sowie Erlebnisangeboten vor Ort – mit hohen Qualitätsstandards.

23 Mal in den Süden

  • Neue Tuifly-Ziele gegenüber dem Sommer 2019 sind Korfu und Mallorca.

  • Erhöht werden die Frequenzen nach Kreta, Hurghada, Gran Canaria und Rhodos. Im Programm bleiben Kos, Fuerteventura, Teneriffa sowie Marsa Alam in Ägypten.

Vor allem bei Familien und bei den Paaren jenseits der „Generation Millennium“ liegen laut Kluske Pauschalreisen im Trend: „Größtmögliche Sicherheit gepaart mit Verbraucherschutz, Versorgung von A bis Z, garantierte Beförderung, Krisenmanagement bei Naturkatastrophen.“ Trotzdem bleibe für den Reisenden ein erhebliches Maß an Flexibilität und Individualisierung. In einigen Hotels sei es sogar schon möglich, Wunschzimmer zu buchen.

Nürnbergs Flughafen-Geschäftsführer Dr. Michael Hupe schätzt sich froh, dass er nicht zuletzt dank des „stabilen Partners“ Tui das Flugangebot vergrößern kann. Viele Urlauber aus der Region sparten sich bei einigen attraktiven Zielen wieder den Umweg über den Flughafen München.

„Spannender Sommer“

Unabhängig davon rechnet Hupe mit einem „spannendem Sommer“. Die Luftfahrbranche befinde sich in permanenter Bewegung. Rahmenbedingungen verschlechterten sich nicht nur durch steigende Luftverkehrssteuern. Vor allem fehlten wegen des Flugverbots der 737 Max unzählige Maschinen. Gesellschaften müssten Strecken streichen oder ausdünnen – auch ab Nürnberg.

Flug und Klimaschutz

Und der Klimaschutz? „Wir haben die klimaeffizienteste Flotte weltweit“, sagt Tuifly-Pressesprecher Aage Dünhaupt. Bei allen Diskussionen sei immer zu berücksichtigen, dass der kommerzielle Luftverkehr nur 2,3 Prozent der weltweiten CO2-Emission verursache. „Nicht in Urlaub zu fliegen, kann da nicht die Lösung sein.“ Viele Länder lebten schließlich vom Tourismus. Zusätzlich engagiere sich Tui mit effizienten Projekten, darunter der Care-Foundation, für einen Tourismus, von dem die einheimische Bevölkerung und Natur profitierten.

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