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Verkehr

U-Bahn kann trotz Bauarbeiten fahren

An drei Nürnberger Stationen wird nachts nach einem neuen Verfahren gearbeitet – so können Züge trotz Sanierung fahren.
von unserem Nürnberg-Korrespondenten Thomas Tjiang

  • Michael Kohl, VAG-Abteilung Bauunterhalt U-Bahn, (li.) und Michael Sharp, Sicherungsaufsicht in der U-Bahn zeigen den Zeitplan für die Bauarbeiten. Foto: Tjiang
  • 12 000 solcher Dübel sichern die U-Bahnschwellen. Foto: Tjiang

Nürnberg.Wer beim U-Bahn-Zugang Gostenhof aus Fürther Richtung noch schnell einen Blick auf die U-Bahn-Uhr werfen will, der hat Pech: von den beiden Zeigern keine Spur. Glück hat dagegen, wer abends spät dran ist. Dank der Bauarbeiten im Gleisbereich fahren die Züge der Linie U1 ab 21 Uhr nicht wie gewohnt im Zehn-Minuten-Takt, sondern nur alle zwölf Minuten.

Gearbeitet wird in der Nacht

„Erstmals verwenden wir ein neues Verfahren“, erklärt Michael Kohl von der Abteilung Bauunterhalt U-Bahn der VAG. Deshalb müssten die Gleise nicht für mehrere Wochen gesperrt werden. Gearbeitet wird täglich von 21 Uhr bis zum nächsten Morgen. Mit Betriebsstart fährt die Linie dann wieder planmäßig. Ein achtköpfiges Team arbeitet in der Station Gostenhof, zwei weitere Teams sind in den Stationen Bärenschanze und Maximilianstraße stadtauswärts im Einsatz.

Die neue Arbeitstechnik hat noch einen weiteren Pluspunkt: „Wir hätten sonst einen Schienenersatzverkehr einrichten müssen“, erklärt Michael Sharp, bei der VAG zuständig für die Sicherungsaufsicht U-Bahn. Dann hätte ein Bus zwischen Plärrer und Maximilianstraße pendeln müssen, mit „erheblichen Auswirkungen auf die Fahrgäste“. Denn die Fürther Straße ist häufig ein verstopftes Nadelöhr. Derzeit sorgen noch Asphalterneuerungen in Plärrernähe für Behinderungen und Umleitungen.

Nach gut 40 Betriebsjahren sind die Längsbalken aus Beton, auf denen die Gleise verschraubt sind, teilweise schadhaft. Ursachen sind laut Kohl das Alter, Korrosion oder auch Feuchtigkeit. Zur Sanierung wird immer nur die Hälfte an den Außenseiten der Längsbalken freigelegt, neu beschichtet und wieder zubetoniert. Während der Arbeiten fährt die U-Bahn nur eingleisig. Derzeit steht nachts für die Fahrgäste also nur das südliche Gleis zur Verfügung. Weil immer nur eine Hälfte bearbeitet wird, bleiben die Gleise für die U-Bahn auch tagsüber weiter betriebsbereit, auch wenn die unterirdischen Züge nur mit gebremstem Tempo fahren dürfen.

Anschließend werden die Längsschwellen mit einem 36 Zentimeter langen Spezialdübel zusätzlich gesichert. Die Dübellöcher werden mit einem Spezialkleber versehen, das soll eine dynamische Belastung erlauben. Sind die Dübel reingeschraubt. kann sofort wieder eine U-Bahn darüber fahren.

Schäden in Tunneln noch unklar

Damit in den nächsten Jahren nicht wieder gebuddelt und saniert werden muss, werden im Bahnhofsbereich alle Längsbalken überarbeitet. Wie es zwischen den Bahnhöfen aussieht, steht noch nicht fest. Kohl hofft, dass es im Tunnel nur kleinere Streckenabschnitte sind. Derzeit wird ein genaues Schadensbild kartiert.

Zwar will die VAG die baubedingten Einschränkungen so gering wie möglich halten. Sharp schätzt zumindest in den Ferien die Zahl der Fahrgäste auf bis zu 20 Prozent weniger. Allerdings dauern die Bauarbeiten bis zum 23. Dezember. In dieser Zeit stehen in Fürth die Michaelis-Kirchweih und in Nürnberg der Christkindlesmarkt an. Die gute Nachricht von der VAG: In der nächsten Woche startet der Probebetrieb für die verlängerte U3 vom Friedrich-Ebert-Platz zum Nordwestring. Dann werden Signaltechnik und technische Einrichtungen geprüft und Schritt für Schritt ins VAG-Sicherungsnetz integriert. Der Regelbetrieb steht erst für 2017 an.

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