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Politik

Uni-Grundstück sorgt für Diskussion

Der angeblich überteuerte Grundstückskauf für die neue Uni in Nürnberg schlägt hohe Wellen. Beobachter sehen keinen Skandal.
Von Nikolas Pelke

90 Millionen Euro für ein Grundstück: Im Nürnberger Süden hat der Freistaat 37,5 Hektar für die neue Universität erworben.  Foto: Aurelis Real Estate GmbH
90 Millionen Euro für ein Grundstück: Im Nürnberger Süden hat der Freistaat 37,5 Hektar für die neue Universität erworben. Foto: Aurelis Real Estate GmbH

Nürnberg.Angeblich hat der Freistaat für das Grundstück für die neue Universität im Süden der Frankenmetropole laut einem TV-Beitrag viel zu viel Geld auf den Tisch gelegt. Jetzt mischen sich immer mehr Nürnberger Politiker in die Debatte ein. „Viel Lärm um nichts“, sagt Nürnberger Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) zu der Diskussion um den angeblich zu teuren Grundstückskauf durch den Freistaat für die neue Universität in Nürnberg.

In einem TV-Beitrag der ARD sind kürzlich Experten zu Wort gekommen, die den Kaufpreis des Areals für übertrieben hielten. Statt der bezahlten Summe in Höhe von rund 90 Millionen Euro hätte der Freistaat mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an der Spitze nur den Verkehrswert in Höhe von rund 46 Millionen Euro für das rund 37,5 Hektar große Grundstück an der Brunnecker Straße auf den Tisch legen müssen. Im Unterton ist dabei der Vorwurf durchgeklungen, der Freistaat würde Steuergeld leichtfertig ausgeben. Nach dem Motto: Für Erfolge in seiner Heimatstadt nimmt Söder selbst Mondpreise in Kauf.

Kein billiges Brachland

Ein Schnäppchen sei das Grundstück zwar nicht gewesen, räumt auch Wirtschaftsreferent Fraas, der auch für die Liegenschaften in der Stadt zuständig ist, gegenüber unserem Medienhaus auf Anfrage ein. Allerdings handele es sich bei dem Areal auch nicht um Brachland. Seit 2014 werde das alte Bahngebiet bereits entwickelt. Altlasten seien inzwischen beseitigt und Ausgleichsmaßnahmen geschaffen worden. Obendrein sei für das Areal bereits ein Flächennutzungsplan mit Gewerbe und Wohnen beschlossen worden. Gewerbeflächen in Nürnberg würden laut Fraas derzeit zwischen 200 und 300 Euro pro Quadratmeter kosten. Für Wohnflächen würden in Nürnberg sogar zwischen 600 und 1000 Euro pro Quadratmeter bezahlt.

Die Hochschule

  • Plan:

    Die neue Technische Hochschule an der Brunnecker Straße soll im Jahr 2025 an den Start. Insgesamt will der Freistaat rund 1,2 Milliarden Euro investieren.

  • Idee:

    Rund 6000 Studenten, über 200 Professuren und engste Verzahnung mit der Wirtschaft sollen Nürnberg zu einem „Schwergewicht der Forschungslandschaft in Deutschland“ machen, sagte Ministerpräsident Markus Söder.

Insofern sei der kolportierte Kaufpreis des Freistaates für das Uni-Areal in Höhe von 240 Euro pro Quadratmeter nicht zu hoch, rechnet Fraas vor. Zumal sich das Gebiet in guter Lage befindet. Sogar eine U-Bahn sei in der Nähe. „Besser geht’s gar nicht“, findet Fraas und erinnert daran, dass die Auswahl an freien Flächen in dieser Größenordnung in der Frankenmetropole denkbar knapp sei.

Selbst Verena Osgyan, grüne Landtagsabgeordnete und hochschulpolitische Sprecherin ihrer Partei aus Nürnberg, kann keinen Skandal rund um den angeblich überteuerten Kauf des Uni-Geländes erkennen. Durch den ARD-Bericht aufgeschreckt hätten die Grünen den Kaufvorgang nochmals überprüft. „Aber die Geschichte hat sich nicht als brisant herausgestellt“, sagt Osgyan gegenüber unserem Medienhaus. Auch Osgyan habe sich im Landtag hinter die einstimmige Entscheidung für den Grundstückskauf gestellt. Nach einer fünfjährigen Diskussion wäre es laut Osgyan „albern“ gewesen, die neue Uni zu stoppen. Zumal zum damaligen Zeitpunkt der Entscheidung schon bekannt gewesen sei, dass der Verkehrswert des Grundstücks wohl zu niedrig angesetzt gewesen sei. Osgyan verweist darauf, dass zum Ende der letzten Legislaturperiode die Zeit gedrängt habe. Deshalb sei im Maximilianeum kein Abgeordneter auf die Idee gekommen, einen neuen Verkehrswert taxieren zu lassen. Das hätte laut Osgyan viel zu viel Zeit in Anspruch genommen. Dieses Risiko der Zeitverzögerung habe man nicht eingehen wollen, um die neue Universität nicht noch zu gefährden. Zumal auch Osgyan den Kaufpreis als „reell“ empfunden habe.

Hohe Summen für Hochschulen

Angesichts der Summen, die Bayern in die Hochschullandschaft investieren will, erscheint die Frage der Höhe des Grundstückspreises weniger wichtig. In die Modernisierung der bestehenden Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen will der Freistaat rund 1,5 Milliarden Euro stecken. Für die kleinere Ohm-Hochschule in Nürnberg sollen 300 Millionen Euro locker gemacht werden. Alleine der Bau der neuen Universität soll inklusive Grundstück 1,2 Milliarden Euro kosten. 2025 sollen 6000 Studenten und über 200 Professoren loslegen können.

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