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Unterwerke werden zu Kunstwerken

Street-Art verschönert Gebäude der VAG.

Wilfried Gienow, Heiner Kies und Julian Vogel vor dem Straßenbahn-Unterwerk Thon
Wilfried Gienow, Heiner Kies und Julian Vogel vor dem Straßenbahn-Unterwerk Thon Foto: Susanne Jerosch

Nürnberg.Im Straßenbahnnetz der Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) Nürnberg gibt es 17 Unterwerke. Sie versorgen die Straßenbahnen mit Strom. Allerdings werden sie laut einer Pressemitteilung der VAG auch gerne verunreinigt – und so schnell zu unschönen Bauwerken sowie zu einer Dauerbeschäftigung für die VAG.

Das wollte die Meisterei um Wilfried Gienow ändern. Der Plan: Die häufig betroffenen Unterwerke könne man von Street-Art-Künstlern gestalten lassen und sie so zu einem Schmuckstück für ihre Umgebung machen. Der Startschuss für die Umsetzung der Idee erfolgte im November 2018 am Guttenbergplatz in der Nürnberger Südstadt. Aktuell ist das Unterwerk in Thon in der Bearbeitung.

Für Julian Vogel, einen Nürnberger Street-Art-Künstler, ist es schön, nun wieder arbeiten zu können: „Tatsächlich sind auch mir in den letzten Monaten einige Projekte weggebrochen, vor allem die mit Veranstaltungscharakter. Ich konnte die Zeit zwar gut für andere kreative Aufgaben nutzen, aber ich bin schon erleichtert, dass es nun wieder aufwärtsgeht“, erzählt Vogel. Die Unterwerke seien für ihn auch ein wirklich schönes, typisches Street-Art-Projekt. Drei davon hat er seit dem Herbst 2018 inzwischen gestaltet – neben dem Guttenbergplatz sind das die Unterwerke am Luitpoldhain und Am Wegfeld. Nach Thon hat er noch vier vor sich. Neu ist, dass er fortan mit anderen Street-Art-Künstlern arbeitet.

In Thon ist das Heiner Kies, Künstlername Highner. „Sein Spezialgebiet sind Insekten, Fische und Kleintiere“, erklärt Vogel. Also genau der Richtige für Thon, denn dort wird eine Weinberg-Schnecke das Unterwerk zieren. Sie soll eine Anspielung auf das Knoblauchsland sein. Die Spezialität von Vogel ist es hingegen, die Umgebung auf sich wirken zu lassen und sie in sein Werk einzubeziehen: „Ist ein Raum wie der Guttenbergplatz eher zugebaut mit Häusern, ohne viel Grün, mit einer großen Straße, dann verträgt er aus meiner Sicht einen lebendigen, fröhlichen Farbklecks.“

Die VAG hoffe, dass die Orte –weil sie so schön sind – weniger beschädigt werden. „Wenn dabei noch ein kleines Kunstwerk für das Wohnviertel entsteht, umso besser“, freut sich Gienow.

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