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Unwetter

Verwüstungen in Nürnberger Stadtsüden

Ein Sturm hielt die Nürnberger Einsatzkräfte am Sonntagabend in Atem. Zwischen 19 und 1.20 Uhr mussten sie 145 Mal ausrücken.

In Nürnberg hat es am Sonntagabend gestürmt. Foto: Patrick Seeger/dpa
In Nürnberg hat es am Sonntagabend gestürmt. Foto: Patrick Seeger/dpa

Nürnberg.Ein Sturm am Sonntagabend hinterließ in Teilen der Stadt Nürnberg ein Bild der Verwüstung. Ab 19 Uhr kam es für circa eine halbe Stunde im südlichen Stadtgebiet Nürnbergs zu schwallartigem Starkregen mit starken Windböen und Hagel. Menschen wurden nach ersten Erkenntnissen glücklicherweise nicht verletzt.

Allein im Stadtgebiet Nürnberg wurden zwischen 19 und 1.20 Uhr von der Integrierten Leitstelle 145 unwetterbedingte Einsätze registriert und disponiert. 45 weitere Einsätze betrafen die Landkreise Nürnberger Land und Fürth, sowie die Stadt Fürth. Die Abarbeitung der Einsätze zog sich dann bis in die tiefe Nacht hin, da die Einsatzkräfte oft nur mit Spezialausrüstung und Drehleitern weiterkamen, die fast überall gebraucht wurden. Der Einsatzschwerpunkt lag nach einer Welle von durch den Sturm ausgelösten automatischen Brandmeldungen auf Sturmschäden durch die starken Windböen: So stürzten vor allem in den Bereichen Altenfurt, Gartenstadt und Umgebung zahlreiche Äste oder ganze Bäume ab und bedrohten Gebäude, Straßen, Geh- und Radwege oder Gleisstrecken. Gleichzeitig mussten die ersten alarmierten Einheiten mehrere vollgelaufene Unterführungen umfahren, während sie sich bei geringen Sichtweiten wegen Starkregen und Hagel vorantasteten.

Bayernstraße war gesperrt

Die Bayernstraße musste zum Beispiel am frühen Abend komplett von der Polizei gesperrt werden, da der Wind die Verkehrssicherung der Baustelle einschließlich einer temporären Ampelanlage umgerissen und auf die Straße geworfen hatte. Das naheliegende Bushäuschen, unter dem mehrere Passanten Schutz vor dem Regen gesucht hatten, kam dabei glücklicherweise nicht zu Schaden.

Am Südfriedhof hatte eine Besucherin Glück im Unglück: Beim Verlassen entging sie nur knapp einem herabstürzenden Ast. Die Freiwillige Feuerwehr Gartenstadt übernahm die Erstversorgung der leichtverletzten Dame, übergab sie an den nachalarmierten Rettungsdienst und räumte den Friedhof um weitere Unfälle zu verhindern. Das Absuchen des Südfriedhofs ergab dabei glücklicherweise keine weiteren Verletzten. Die Friedhofsanlage kann bis zur Freigabe durch die Friedhofsverwaltung jedoch nicht mehr betreten werden.

20 Meter hoher Baum stürzte auf Haus

In der Wörnitzstraße im Stadtteil Röthenbach stürzte eine weit über 20 Meter große tonnenschwere Pappel auf das Dach eines Mehrfamilienhauses, wo sie mit einem durchgestochenen Ast im Dachstuhl hängen blieb und abzustürzen drohte. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Katzwang sicherten den Bereich großräumig ab und alarmierten die Berufsfeuerwehr mit Feuerwehrkran, Drehleiter und Rüstwagen nach. Die Einsatzkräfte der Feuerwache 4 sicherten den Baum mit dem 50-Tonnen-Autokran und trugen ihn stückweise aus dem Drehleiterkorb ab, bis der restliche Stamm abgelegt werden konnte.

In der Nopitschstraße wurde durch eine Windböe das Blechdach eines Discounters auf rund 100 Quadratmeter losgerissen und umgeknickt. Die Freiwillige Feuerwehr Gartenstadt alarmierte sofort den Führungsdienst der Berufsfeuerwehr nach, da die Dachfläche aufgrund ihrer Konstruktion für die Einsatzkräfte nicht betretbar war. Erst die Höhenrettungsgruppe der Feuerwache 2 konnte mit spezieller Sicherung das Dach betreten, um die aus der Verankerung gerissenen Wellblechteile zu entfernen. Auch dieser Einsatz zog sich wegen der Gefährdung für die Einsatzkräfte über Stunden hin.

Stadionbad bleibt geschlossen

Die Oelser Straße und die Hans-Kalb-Straße mussten wegen umgestürzter Bäume komplett gesperrt werden. Nachdem die eingesetzten Feuerwehren sich mit Motorsägen einen Zugang durch die kreuz und quer liegenden Baumteile geschaffen hatten, kontrollierten sie in der Hans-Kalb-Straße betroffene Fahrzeuge auf möglicherweise eingeklemmte Personen, in der Oelser Straße räumten sie die Straße von zahlreichen abgestürzten Baumteilen frei. Die weitere Erkundung ergab jedoch, dass sich zahlreiche weitere Bäume gelockert hatten und umzustürzen drohten. Ein über die Basismaßnahmen hinausgehender weiterer Einsatz war wegen der Dunkelheit, zur Neige gehender Betriebsstoffe und wieder einsetzendem Regen nicht möglich. Über die Polizei wurde die komplette Sperrung der Straßen veranlasst. Hier gehen die Räumarbeiten nach Sonnenaufgang weiter.

Infolge des Unwetters bleibt das Stadionbad in der Hans-Kalb-Straße 42 vorübergehend geschlossen. Der Badebetrieb wird frühestens ab Donnerstag, 22. August 2019, wieder aufgenommen. Starkregen und Hagel haben mehrere Bäume entwurzelt und zahlreiche Äste abgebrochen und über das Gelände und die Schwimmbecken verteilt.

Im Einsatz waren neben den genannten Feuerwehren alle Wachen der Berufsfeuerwehr, sowie die Freiwilligen Feuerwehren der Stadtteile Almoshof, Laufamholz, Brunn, Altenfurt, Moorenbrunn, Fischbach, Kornburg, Worzeldorf, Werderau und Eibach. Die Feuerwache 4 besetzte während des Ausnahmezustands alle Reserve-Drehleitern. Die Aufräumarbeiten nach dem Sturm werden nach einer kurzen technischen Pause wieder fortgesetzt.

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