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Volksfest steigt in ganz Nürnberg

Unter der Überschrift „Nürnberger Sommertage“ dürfen die Schausteller mit Riesenrad, Karussell und Co die City erobern.
von Nikolas Pelke

Traumhafte Kulisse und historische Chance: Michael Distel beim schweißtreibenden Aufbau seines „Wellenfluges“ auf dem Hauptmarkt.
Traumhafte Kulisse und historische Chance: Michael Distel beim schweißtreibenden Aufbau seines „Wellenfluges“ auf dem Hauptmarkt. Foto: NP

Nürnberg.„Als Nürnberger geht mir das Herz auf. Die Kulisse hier ist einfach atemberaubend schön“, sagt Michael Distel und zeigt auf das Riesenrad, das gerade neben dem Schönen Brunnen direkt vor dem Rathaus mitten auf dem Nürnberger Hauptmarkt in den Himmel wächst.

„Seit sieben Monaten haben wir keine Einnahmen. Ich bin so froh, dass es jetzt endlich wieder losgeht“, freut sich der Schausteller beim Aufbauen seines Fahrgeschäftes. „Ich bin Schausteller in der siebten Generation. Das Karussell habe ich von meinem Vater übernommen“, erzählt der 26-jährige Nürnberger und hievt die nächste Metallplatte vom Lastwagen auf seinen „Wellenflug“, der sich gemeinsam mit der Achterbahn vor der Frauenkirche und dem Riesenrad vor dem Rathaus vom 31. Juli bis zum 6. September in der guten Stube der Stadt drehen wird. Unter der Überschrift „Nürnberger Sommertage – Erlebnis findet Innen-Stadt“ verteilen sich in den Sommerferien rund 70 Schausteller in der ganzen Stadt mit ihren Attraktionen.

Coronakrise

Corona: Schausteller-Chef verzweifelt

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Attraktionen verteilen sich in Nürnberg

Auf dem Hauptmarkt gibt es Nervenkitzel, auf der Insel Schütt deftige Gerichte und auf dem Hans-Sachs-Platz sollen Kinderaugen mit einem Bungee-Trampolin und einem Nostalgie-Karussell zum Leuchten gebracht werden. Sogar in den Stadtteilen wollen die Schausteller in diesem Sommer beispielsweise auf dem Aufseßplatz in der Südstadt oder vor der Dreieinigkeitskirche in Gostenhof für gute Laune sorgen.

Nürnberger Sommer

  • Idee:

    Volksfest-Feeling trotz Corona-Krise: Unter dem Titel „Nürnberger Sommertage“ wollen die Schausteller vom 31. Juli bis zum 6. September an verschiedenen Standorten für gute Laune sorgen.

  • Zeiten:

    Die Attraktionen sind vom Hauptmarkt über die Insel Schütt bis zum Jakobsplatz über die Stadt verteilt. Täglich sind sie von 11 bis 21 Uhr geöffnet, am Freitag und Samstag bis 22 Uhr.

Schausteller sind „happy“

Apropos: Gute Laune haben besonders die Schausteller, da sie nach den vielen Absagen endlich wieder an die Arbeit gehen dürfen. „Ich bin einfach happy, dass wir Schausteller wieder loslegen dürfen“, freut sich Lorenz Kalb vom Schausteller-Verband, der in den letzten zwei Wochen gemeinsam mit der Stadt an einem Konzept für das „City-Volksfest“ getüftelt hat.

Noch vor wenigen Wochen hatten die Schausteller gehofft, auf ihrem angestammten Volksfestplatz am Dutzendteich einen Freizeitpark aufbauen zu dürfen. Dort sei laut Kalb allerdings die Fläche für die vielen Fahrgeschäfte zu klein gewesen, um die Corona-Auflagen einhalten und den vorgeschriebenen Mindestabstand gewährleisten zu können. Deshalb sei die Idee mit den über die weitläufige Stadt verteilten Fahrgeschäften entstanden.

Fahrgeschäfte erobern Nürnberg wie hier auf das Riesenrad und die Achterbahn den Hauptmarkt.
Fahrgeschäfte erobern Nürnberg wie hier auf das Riesenrad und die Achterbahn den Hauptmarkt. Foto: Nikolas Pelke

Um den durch Corona arg gebeutelten Schaustellern unter die Arme zu greifen, hat sich die Stadtspitze im Eiltempo hinter das Vorhaben gestellt. „Andere reden drüber. Wir machen es“, bringt Oberbürgermeister Marcus König (CSU) seine Politik auf den Punkt. König hofft, mit den „Sommertagen“ das Einkaufserlebnis in der City stärken zu können. Freilich hätten ihn skeptische Bürger gefragt, ob er tatsächlich eine Achterbahn und ein Riesenrad auf dem Hauptmarkt zulassen wolle. König verweist auf die schwierige Situation der Schausteller, die durch die Pandemie praktisch vor dem Ruin gestanden seien.

Engagement

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Mund-Nase-Schutz nötig

„Umso mehr freue ich mich, dass nun auf unseren Plätzen ein wenig Volksfestgefühl aufkommen kann.“ Selbstverständlich haben die Schausteller in Corona-Zeiten an ein Sicherheitskonzept gedacht. Unter dem Motto „Zeig` Anstand, halte Abstand“ wird auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verlangt. Derweil ist Michael Distel noch immer mit dem schweißtreibenden Aufbau seines „Wellenfluges“ beschäftigt. „Die Basslautsprecher schließe ich überhaupt nicht an. Wir wollen nur sanfte Musik im Hintergrund abspielen. Partymusik passt nicht zu diesem tollen Ambiente“, findet der Schausteller und schwärmt von der „historischen Chance“, auf dem Hauptmarkt sein Karussell kreisen lassen zu dürfen.

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