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Sicherheit

Weitere Elektroschocker für die Polizei

Die Waffen werden allerdings nicht in normalen Streifenwagen eingesetzt.
Von unserem Nürnberg-

Ein Polizist hat einen Taser in der Hand. Er wirkt bis auf 7,50 Meter Reichweite. Fotos: Pelke
Ein Polizist hat einen Taser in der Hand. Er wirkt bis auf 7,50 Meter Reichweite. Fotos: Pelke

NÜRNBERG.Mit „Taser“-Waffen sollen zukünftig mehr Polizisten in Bayern ausgestattet werden. Nach einer Testphase bei den Spezialkommandos sollen nun auch die Unterstützungskommandos beispielsweise der Bereitschaftspolizei die Elektroschockpistolen bekommen. Innenminister Joachim Herrman (CSU) hat am Montag im Polizeipräsidium in Nürnberg angekündigt, dass der Freistaat für die Neuanschaffung rund 100000 Euro in die Hand nehmen werde. Dabei hat Herrmann ausgeschlossen, dass auch normale Streifenwagen mit den Distanz-Elektroimpulsgeräten ausgerüstet werden.

Wirksam auf 7,50 Meter

Nicht immer ist in Gefahr und größter Not der Mittelweg die schlechteste Wahl. Bestes Beispiel ist die Elektroschockpistole. Wenn der Einsatz von Schusswaffen zu extrem, der Gebrauch von Pfefferspray aber zu gering erscheint, greifen Spezialkommandos im Freistaat zur „Elektropistole“. Und das schon seit zehn Jahren offensichtlich so erfolgreich, dass Innenminister Herrmann am Montag in Nürnberg verkündet hat, neue „Distanz-Elektroimpulsgeräte“ für die Polizei anschaffen zu wollen.

Aus einer Entfernung von maximal 7,50 Meter können Opfer mit dem „Taser“ außer Gefecht gesetzt werden. Die Waffe feuert elektronische Pfeile auf potenzielle Missetäter. Eine hohe Spannung von über eintausend Volt sorgt dafür, dass die Zielperson für kurze Zeit kampfunfähig gemacht wird. Der Vorteil im Gegensatz zur Schusswaffe liegt auf der Hand. Der „Taser“ hinterlässt kein Loch im Körper des Kriminellen. In der Stärke der Waffe liegt freilich auch ihre Schwäche. In extremen Notfallsituationen, wenn Leib und Leben bedroht seien, könne die Elektroschockpistole laut Herrmann nicht verwendet werden.

An einem realen Fallbeispiel verdeutlichte der Innenminister konkrete Einsatzgebiete. Bei einem Vorfall in Nürnberg seien Polizisten von einer Person mit einer Eisenstange bedroht worden. Die Streifenbeamten hätten zunächst versucht, den Querulanten mit Pfefferspray zu überwältigen. Als der Mann mit der Eisenstange auf die Polizisten losgehen wollte, hätten die herbeigeeilten Spezialkräfte den Mann mit dem „Taser“ zunächst kurzzeitig gelähmt und danach überwältigt. Damit nicht immer das Spezialkommando gerufen werden muss, sollen nun auch die Unterstützungskommandos flächendeckend in Bayern mit den Elektropistolen ausgerüstet werden, die in den 90er Jahren in Amerika erfunden wurden. In Bayern wird die Waffe im Vier-Mann-Team eingesetzt. Diese Einsatztaktik habe sich laut Manfred Jahn, „Taser-Experte“ bei der Polizei, bewährt. Deshalb werde die Elektropistole auch zukünftig nur von einem vierköpfigen Team abgefeuert.

So häufig wie in Amerika wird die neuartige Waffe in Bayern freilich nicht gebraucht. In den letzten zehn Jahren sei die nicht-tödliche Elektrowaffe in Bayern nur rund 40 Mal zum Einsatz gekommen, erklärte der Innenminister am Montag im Polizeipräsidium in Nürnberg weiter. Die geringe Einsatzzahl des „Tasers“ (rund drei bis vier mal pro Jahr) würde laut Herrmann zeigen, dass die Waffe „kein Allerweltseinsatzmittel“ sei. Nur „unter ganz bestimmten Voraussetzungen“ würden die Elektroschockpistole die Arbeit der Polizei erleichtern. Herrmann betonte, dass die normalen Streifenwagen nicht mit einer Elektrowaffe ausgestattet werden.

100 000 Euro Investition

Dafür seien die nicht-tödlichen Spezialpistolen aus den USA auch einfach zu teuer. Rund 1500 Euro kostet allein ein Exemplar des verwendeten Modells. Insgesamt will der Freistaat in die „Taser“-Ausrüstung der 13 bayerischen Unterstützungskommandos knapp 100.000 Euro investieren. In einem Jahr will Herrmann den erweiterten Einsatz der Elektropistolen bewerten.

Schon heute ist sich der Minister sicher, dass das Geld zum Schutz von Polizei und Bevölkerung gut angelegt sei. In den letzten elf Jahren haben Spezialkräfte in Bayern die Waffe bei 40 Einsätzen verwendet.

Taser-Experte Manfred Jahn präsentierte die neue Waffe.

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