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Willkommen in der Bio-Stadt Nürnberg

Die Fachbesucher treffen sich bei der Messe. Alle anderen können Bio an vielen Orten Nürnbergs erleben.
Von Birgit Ropohl

Die Gewinner-Klassen des Malwettbewerbs anlässlich der BioFach, der weltgrößten Bio-Messe, bekamen am Donnerstag ihre Preise. Foto: Ropohl
Die Gewinner-Klassen des Malwettbewerbs anlässlich der BioFach, der weltgrößten Bio-Messe, bekamen am Donnerstag ihre Preise. Foto: Ropohl

Nürnberg.Eine Saatgut-Tauschbörse, Vorträge und immer mehr Gaststätten, die Bio auf ihre Speisekarten setzen: Wenn am nächsten Mittwoch im Messezentrum mit über 3200 Ausstellern und 50 000 Besuchern die größte Bio-Fachmesse der Welt beginnt, dann wollen die Akteure der „BioMetropole Nürnberg“ den Bio-Gedanken in die ganze Stadt hinaustragen.

„Wir wollen Bio erlebbar machen“, sagen Danila Brunner (NürnbergMesse) und Dr. Peter Pluschke, Leiter des Referats Umwelt und Gesundheit bei der Stadt. Eine Vielzahl von engagierten lokalen Akteuren hat sich nach ihren Angaben in der Arbeitsgemeinschaft „BioMetropole“ zusammengeschlossen, um mit Projekten und Aktionen junge und ältere Bürger gleichermaßen für Bio zu sensibilisieren und vor allem Biolandbau und regionale Lebensmittelproduktion zu fördern.

Und natürlich, um begleitend zur BioFach ein öffentliches Rahmenprogramm zu bieten. Einen Schwerpunkt davon organisiert der Verein Bluepingu schon zum neunten Mal – den öffentlichen Diskussionsabend mit freiem Eintritt. „Wir sind dran“ heißt das Motto in diesem Jahr.

Drei „hochkarätige Referenten“, so Bluepingu-Vorstand Frank Braun, wollen Wege in eine „enkelfreundlichere“ Land- und Lebensmittelwirtschaft aufzeigen und Inspirationen geben: der Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech, die Klimaaktivistin Magdalena Heuwieser und der Foodsharing-Gründer Raphael Fellmer. Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 13. Februar, um 19.30 im Historischen Rathaussaal.

Bio-Treffen

  • Weltleistmesse:

    BioFach vom 13. bis 16. Februar im Messezentrum, nur für Fachbesucher.

  • Podiumsdiskussion:

    „Wir sind dran“ mit drei hochkarätigen Referenten, am Mittwoch, 13. Februar, um 19.30 Uhr im Historischen Rathaus; Eintritt frei.

  • Saatgut-Festival:

    16. Februar von 11 bis 17 Uhr in der Kulturwerkstatt „Auf AEG“; Eintritt frei.

Altes Saatgut tauschen

Drei Tage später, am Samstag, 16. Februar, ist die Kulturfabrik „Auf AEG“ (erreichbar über Hof D) Austragungsort des 5. Nürnberger Saatgut-Festivals mit rund 30 Ausstellern. Zwischen 11 und 17 Uhr stehen die Möglichkeiten, Saatgut zu erwerben bzw. zu tauschen, im Wechsel mit Vorträgen. Da geht es zum Beispiel um „Gärtnern ohne Wasser“ (11.30 Uhr) oder die Vermehrung alter Gemüsesorten im Hausgarten (13.30 Uhr). Vegane Köstlichkeiten zaubert Xenia Mohr (Stadtgarten Nürnberg) bei den Kochshows um 12 und 15 Uhr im Foyer.

In der Kulturfabrik können bis 28. Februar auch die Siegerbilder eines Malwettbewerbs für Viertklässler bewundert werden. Die Kinder frühzeitig mit der Denkweise „Bio – gesund für die Natur und mich“ vertraut zu machen, war ein Ziel des Wettbewerbs. Dass es ihnen sichtlich Spaß bereitet hat, sich mit diesem breiten Themenbereich zu befassen, war bei der Siegerehrung am Donnerstagmittag deutlich spürbar.

Das Interesse an Bio steigt. Nicht nur bei den Kindern. „In der ganzen Stadt“, wie Peter Pluschke sagt. Die Zahl der Bioläden wachse rasant, bei städtischen Veranstaltungen und sogar auf dem Christkindlesmarkt mache sich immer mehr Bio breit. Inzwischen serviere bereits jede zweite Kita den Kleinen Bio-Essen (Pluschke: „Wir streben jetzt 75 Prozent an“). In den Grundschulen liege der Anteil wegen der „komplizierteren Entscheidungshoheit“ noch bei 40 Prozent. Die „Überzeugungsarbeit“, sagt Pluschke, sei in vollem Gange. Erfreulich findet er den „teils beachtlichen“ Bio-Anteil in Firmen-Kantinen.

Der siebte Genussführer

Gaststätten setzten ebenfalls zunehmend auf Bio oder Lebensmittel aus der Region. Ihre Adressen sind in einem Genussführer aufgelistet, den die „BioMetropole“ gerade in aktueller siebter Auflage herausgebracht hat – extra zur BioFach. Das kleine kostenlose Heft stellt außerdem auf Bio und Fairtrade spezialisierte Händler, Märkte, Metzger, Bäcker usw. vor. Erhältlich ist es unter anderem bei den Tourist-Informationen der Stadt.

Was heute so gut funktioniert, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Bereits 2006 ist Nürnberg, als erste deutsch Stadt, dem Netzwerk „Città del Bio“ beigetreten, dem inzwischen rund 200 Städte in Europa angehören. Neben der Förderung des Bio-Landbaus und regionaler Wirtschaftskreisläufe haben sie sich die Schaffung einer nachhaltigen Verbrauchs- und Esskultur und den Verzicht auf Gentechnik in Lebensmitteln zum Ziel gesetzt.

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