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Zoo freut sich über viele Gäste

Über mangelnde Besucher kann sich der Tiergarten in Nürnberg nach der Wiedereröffnung nicht beklagen.
Von Nikolas Pelke

  • Martin aus Bamberg freut sich trotz Masken und Mindestabstand auf den ersten Familienausflug nach der langen Corona-Zwangspause. Fotos: Nikolas Pelke

Nürnberg. Sommer, Sonne, Tiergartenzeit: Auch Martin hat sich nach dem wochenlangen Corona-Stillstand auf diesen Tag besonders gefreut. „Wir sind aus Bamberg mit den Kindern nach Nürnberg in den Tiergarten gefahren, um den ersten gemeinsamen Familienausflug nach Corona hier gemeinsam zu genießen“, ruft der Familienvater hinter der Maske dem Reporter beim Lösen der Eintrittskarten zu.

Vor dem Eingang studieren die anderen Besucher derweil die neuen Corona-Regeln auf den großen Hinweisschildern. Um Infektionen zu vermeiden, werden die Besucher dringend darum gebeten, den Mindestabstand einzuhalten. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen sich außerdem derzeit maximal nur 3250 Personen gleichzeitig im Tiergarten aufhalten. „Sobald diese Zahl erreicht ist, dürfen nur weitere Personen eingelassen werden, wenn Besucher den Tiergarten wieder verlassen“, hat der Zoo auf eine große Tafel vor dem Eingang für alle Besucher gut lesbar hingeschrieben und dabei im nächsten Atemzug auch nicht verhehlt, dass es deshalb „ab diesem Moment teilweise zu langen Wartezeiten“ kommen könnte.

Zwei Stunden mussten die Besucher warten

Lange Warteschlangen hat es prompt am Sonntag gegeben. Um kurz nach elf Uhr sei die Höchstmarke im Tiergarten bereits erreicht worden. Über zwei Stunden hätten die Menschen unter Einhaltung des Mindestabstandes angestanden. Mehrere hundert Meter sei die Warteschlange lang gewesen. Erst um 14 Uhr hätte sich die lange Schlange aufgelöst, teilt Tiergarten-Sprecherin am Montag auf Anfrage dieses Medienhauses mit und rät den Besuchern daher, die Stoßzeiten beim nächsten Zoobesuch möglichst zu meiden. „Am besten man kommt wochentags und außerhalb der Ferien“, ruft Mögel den Besuchern zu, die keine Lust auf lange Warteschlangen haben. Um den Mindestabstand nicht gleich beim Einlass zu unterlaufen hat Zoo-Direktor Dag Encke zahlreiche Absperrgitter wie bei einem Rock-Konzert vor den Kassenhäuschen aufstellen lassen. In zwei Reihen schieben sich die Besucher außerhalb der Stoßzeiten langsam aber sicher fein säuberlich in Reih und Glied zügig auf den Ticketschalter zu. Nach dem Bezahlen der Eintrittskarten dürfen die Besucher die Mund-Nasen-Schutzmasken wieder abnehmen. Müssen sich aber zunächst auf der linken Seite des Fußweges halten. In der Gegenrichtung strömen andere Besucher bereits dem Ausgang wieder zu.

Tiergarten-Besuch in Corona-Zeiten

  • Eingang:

    Gleichzeitig dürfen maximal 3250 Personen in den Tiergarten. Wenn diese aktuelle Höchstgrenze erreicht ist, wird vorübergehend ein Eingangsstopp verhängt. Dann bildet sich wie am letzten Sonntag zwischen 11 und 14 Uhr eine lange Warteschlange vor dem Eingang.

  • Rücksicht:

    Besonders Rücksicht müssen die Besucher vor beliebten Attraktionen wie dem Löwen-Gehege nehmen. Auch bei den Spielplätzen werden die Besucher um erhöhte Eigenverantwortung und gegenseitig Rücksichtnahme gebeten.

  • Abstand:

    Besucher werden im Tiergarten darum geben, den Mindestabstand in Höhe von 1,5 Metern einzuhalten und auf die besonderen Hygieneregeln zu achten. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beispielsweise im Bereich der WC-Anlagen wirdebenfalls dringend empfohlen.

  • Regeln:

    Auch die beliebten Plüsch-Souvenirs gibt es nur hinter einer Absperrung im Einbahnverkehr. Auch hier wird das Tragen einer Maske empfohlen. Laut der Verkäuferin halten sich die allermeisten Besucher an die Regeln.

Besondere Eingangs-Situation

„Die Besucher nehmen die Regeln sehr gut an“, freut sich derweil Tiergarten-Sprecherin Nicola Mögel. In der Zeit nach Corona kommt dem Ein- und Ausgang eine besondere Bedeutung zu. „Wir können gleichzeitig nur 3250 Besucher auf das Gelände lassen“, hat Zoo-Direktor Dag Encke bei der Wiedereröffnung vor einer Woche verkündet und bei dieser Gelegenheit auch erklärt, wie sich diese Maximalzahl errechnet. „Wir dürfen nur einen Besucher pro 20 Quadratmeter auf unsere rund sieben Hektar große Besucherfläche lassen.“ Um einen kleinen Puffer vorhalten zu können, hat Encke die Höchstzahl um 250 Besucher von rein rechnerisch möglichen 3500 auf 3250 Besucher freiwillig reduziert.

Trotz aller Tafeln, Regeln und Zäune: Der Tiergarten setzt hauptsächlich auf die Eigenverantwortung der Besucher. Zwischen den weitläufigen Gehegen auf dem insgesamt knapp 65 Hektar großen Freigelände sind die Besucher aufgefordert, auf die Einhaltung des Mindestabstandes in Höhe von 1,5 Meter selber zu achten. Mit dem Abstandhalten ist das freilich nicht immer so einfach. Besonders wenn die maximale Besucherzahl im Tiergarten erreicht sei, gibt die Tiergarten-Sprecherin zu. Derzeit werde deshalb überlegt, beispielsweise noch mehr auf Einbahnstraßen-Regelungen zu setzen, um die Besucherströme auch zu Stoßzeiten besser entzerren zu können.

Zoo

Delfin Anke im Tiergarten gestorben

Die 37-jährige Delfindame ist am Sonntag, 26. April, im Nürnberger Tiergarten verendet.

Besonderes Augenmerk will Zoo-Direktor Dag Encke weiterhin auf die Spielplätze legen. Falls die Mindestabstände hier freiwillig nicht respektiert werden, könnten die Spielplätzen schnell wieder geschlossen werden. Überhaupt will der Tiergarten das Verhalten seiner Besucher trotz aller Freude über die Wiedereröffnung weiter kritisch im Blick haben. „Wir wollen nicht, dass sich die Besucher bei uns unnötig in Gefahr begeben“, stellt Nicola Mögel die Marschrichtung trotz aller Freude über die Lockerungen nach dem langen Corona-Stillstand klar. Notfalls müsse der Tiergarten mit neuen Maßnahmen reagieren, um allzu unvorsichtige Besucher praktisch vor sich selbst zu schützen, warnt Mögel. Derweil können sich die Besucher über weitere Lockerungen freuen. Seit Montag haben auch die Biergärten und Kioske im Tiergarten wieder geöffnet. Geschlossen bleiben müssen dagegen weiterhin das Manati- und das Wüstenhaus. Auch die Delfin-Präsentationen in der Lagune finden vorerst noch nicht wieder statt.

6500 Besucher am Sonntag

Warten müssen die Zoo-Freunde auch noch auf einen Online-Ticket-Service. Das alte Verfahren habe laut Nicola Mögel aber den Vorteil, dass insgesamt mehr Besucher in den Zoo können. Allein am Sonntag hätten insgesamt rund 6500 Besucher unter Einhaltung der geltenden Maximalgrenze über den ganz Tag verteilt den Tiergarten erleben können. Positiver Nebeneffekt: Die vielen Gäste lassen nach der Krise erstmals auch wieder die Kassen klingeln. Zuletzt im Jahr 2018 hat der Tiergarten beispielsweise allein über den Verkauf von Eintrittskarten knapp elf Millionen Euro eingenommen.

„Wir sind natürlich froh über die Einnahmen“, sagt Mögel und verweist auf über 100 Mitarbeiter des städtischen Tiergartens. „Uns hat es gut gefallen. Es ist nicht so viel los gewesen wie sonst an schönen Tagen“, berichtet derweil eine Besucherin und verschwindet zur Freude der Wartenden am Eingang hinter dem Absperrgitter auf dem Weg durch das Drehkreuz nach draußen.

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