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Nürnberg

Löwin Keera im Tiergarten gestorben

Das asiatische Löwenweibchen Keera musste eingeschläfert werden. Es litt unter starken altersbedingten Gebrechen

Bereits seit dem 4. Mai 2018 hält der Tiergarten eine junge, im Mai 2016 in Aalborg geborene asiatische Löwin. Foto: Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg
Bereits seit dem 4. Mai 2018 hält der Tiergarten eine junge, im Mai 2016 in Aalborg geborene asiatische Löwin. Foto: Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg

Nürnberg.Die Verantwortlichen im Tiergarten der Stadt Nürnberg mussten am Montag das asiatische Löwenweibchen Keera aufgrund starker, altersbedingter Gebrechen und Bewegungsstörungen einschläfern. Mit dem stattlichen Alter von 19 Jahren war sie die derzeit zweitälteste Löwin innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP).

Keera wurde am 9. Mai 1999 im Dudley Zoo in Großbritannien geboren und kam zusammen mit ihrem Lebensgefährten Thar am 24. Januar 2002 nach Nürnberg. Das Paar zog 2006 zwei Jungtiere auf. Während der Umbauphase des Raubtierhauses im Tiergarten Nürnberg wurde die gesamte Löwenfamilie von April 2007 bis März 2009 im Tierpark Berlin untergebracht. Am 23. Mai 2009 kamen Thar und Keera zurück nach Nürnberg.

Keeras Partner Thar starb bereits zu Beginn dieses Jahres am 26. Februar. Er kam am 2. November 1999 im Cotswold Wildlife Park in Burford, Großbritannien, zur Welt. Mit 18 Jahren und vier Monaten gehörte der betagte asiatische Löwe zu den ältesten Vertretern seiner Tierart.

Bereits seit dem 4. Mai 2018 hält der Tiergarten eine junge, im Mai 2016 in Aalborg geborene asiatische Löwin. Aarany wurde durch das EEP aus dem dänischen Zoo Aalborg nach Nürnberg vermittelt. Sie gilt als genetisch sehr wertvolles Weibchen und wurde vom EEP unbedingt für die Zucht an den Tiergarten empfohlen. Momentan wartet der Tiergarten auf einen neuen Löwenmann, der in nächster Zeit nach Nürnberg kommen soll.

Eremiten-Käfer ausgesetzt

Am Montag, 2. Juli 2018, wurden im Tiergarten der Stadt Nürnberg 24 Eremiten-Käfer ausgesetzt. Der Eremit (Osmoderma eremita) ist ein Käfer aus der Familie der Blatthornkäfer, zu denen unsere bekannteren Maikäfer und Nashornkäfer ebenso gehören wie die Mistkäfer. Das Vorkommen dieser Käfer war ein wichtiger Grund für die Ausweisung des Schutzgebietes „Tiergarten Nürnberg mit Schmausenbuck“ gemäß der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Gebiet 6532-372), wonach der Eremit als prioritäre Art eingestuft ist, für die Europa eine besondere Verantwortung hat.

Während der Debatte um nötige Baumfällungen für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 erlangte dieses unscheinbare, auch als Juchtenkäfer bekannte Insekt, deutschlandweit große Aufmerksamkeit. Die im Tiergarten eingesammelten Larven dieser Käfer, auch Engerlinge genannt, lebten in einem morschen Holzstück, das aus einem herabgestürzten Teil einer mächtigen Eichen-Baumkrone im September 2017 stammte und in der Nähe der Pinguin-Anlage zu Boden fiel. Der Baum musste aus Gründen der Verkehrssicherheit zurückgeschnitten werden, aber der große, noch über 20 Meter hohe Stamm bleibt als Lebensraum für viele holzbewohnende Tierarten noch einige Jahre erhalten.

24 Eremiten-Käfer wurden ausgesetzt. Foto: Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg
24 Eremiten-Käfer wurden ausgesetzt. Foto: Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg

Da bei den Engerlingen dieser Art Kannibalismus nachgewiesen wurde, machte es keinen Sinn, die aufgefundenen Larven in andere, eventuell schon bewohnte Mulmhöhlen des Stammes zu setzen. Deshalb wurden die Larven von einem Mitarbeiter eingesammelt und in einem Terrarium zuhause versorgt. Bereits im Herbst 2017 begannen sich die meisten Larven nach ihrer zwei- bis vierjährigen Entwicklungszeit zu verpuppen

Im Juni 2018 schlüpften die Käfer. Sie wurden nun an Eichen mit Mulmhöhlen bei den Grevyzebras und bei den Steinböcken ausgesetzt, wo sie hoffentlich für neuen Nachwuchs sorgen.

Der Artname „eremita“ spielt darauf an, dass die Art ähnlich einem Einsiedler in Baumhöhlen überwiegend von Eichen lebt und meist nur einen Aktionsradius von weniger als 200 Metern hat. Daher ist er kaum in der Lage, neue Lebensräume zu besiedeln oder zurückzukommen, wenn er erst einmal verschwunden ist.

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