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Nürnberg
Dienstag, 17. Juli 2018 30° 6

Umsatzrekord

Nürnberg Messe auf Erfolg programmiert

Keine andere Messe in Deutschland sei in den vergangenen vier Jahren im Kerngeschäft so dynamisch gewachsen wie in Nürnberg.
Von Birgit Ropohl

Glänzende Bilanzen: Die NürnbergMesse hat (wie im April in Indien) viel Grund zum Feiern. Heuer will sie einen Umsatz-Rekord erreichen. Foto: Archiv/Ropohl
Glänzende Bilanzen: Die NürnbergMesse hat (wie im April in Indien) viel Grund zum Feiern. Heuer will sie einen Umsatz-Rekord erreichen. Foto: Archiv/Ropohl

Nürnberg.Es könnte alles so schön sein bei der NürnbergMesse: 2017 hat die Erwartungen deutlich übertroffen und geht als das beste ungerade Jahr – in dem turnusmäßig nicht alle der großen Weltleitmessen stattfinden – in die Geschichte des Unternehmens ein. 2018 dürfte, „das wissen wir jetzt schon“, mit einem Umsatz von über 290 Millionen Euro ein neuer Rekord erreicht werden.

Und doch war dem Geschäftsführer Peter Ottmann am Dienstag nicht nach lautem Jubel zumute: Sein CEO-Kollege Dr. Roland Fleck konnte nicht an der Bilanzpressekonferenz teilnehmen. Er ist vor kurzem schwer erkrankt. Ottmann: Wir hoffen alle, dass er wieder gesund wird. Bis dahin arbeiten wir so engagiert weiter, dass er stolz auf uns sein kann.“

Stolz mache unter anderem der Blick auf die Bilanz 2017. Knapp 28 Millionen Aussteller 1,2 Millionen Besucher und 117 Veranstaltungen. Keine andere Messe in Deutschland sei in den vergangenen vier Jahren in ihrem Kerngeschäft so dynamisch gewachsen wie die Nürnberger. Dieses „überdurchschnittliche Wachstum“ führt Ottmann vor allem auf drei Faktoren zurück: zum einen auf den andauernden Rückenwind, den die brummende deutsche Konjunktur brachte, zum anderen auf die Investitionen von 32 Millionen Euro ins Nürnberger Messegelände, um es fit für die Zukunft zu machen (in diesem Jahr folgen weitere 42 Millionen Euro).

Stark international ausgerichtet

Als dritten Wachstumstreiber schließlich nannte Ottmann die starke Internationalisierung. 57 Prozent der Aussteller in Nürnberg kommen inzwischen aus dem Ausland, 49 Prozent der Fläche werden an ausländische Kunden vermietet. Zusätzlich werden die Auslandstöchter der NürnbergMesse in Brasilien, Indien, China und Italien immer erfolgreicher – teils durch strategisch geschickte Zukünfte, teils durch innovative Angebote.

Alleine in den beiden Jahren 2017 und 2018 hat die NürnbergMesse laut Ottmann 17 neue Messeformate auf den Markt gebracht – drei davon in Nürnberg, 14 im Ausland. Das Geheimnis des Erfolgs: Trends aufspüren, erkennen, was Menschen wollen – und, oft gemeinsam mit Partnern, in passgenaue Messekonzepte umsetzen. Zum Beispiel in die Firmenwagen-Expo, die im Herbst in Nürnberg Premiere hat.

Daneben entwickelt die Messe neue digitale Geschäftsmodelle und „tastet“ sich, wie es Ottmann sagt, stärker an den Themenbereich Kongresse heran. Im Fokus stehen „strategische Zukunftsthemen“ wie etwa die „Seidenstraße“. Gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium und der IHK Nürnberg lässt die Messe am 25. Juli renommierte Experten zum Thema „Handeln auf neuen Wegen“ sprechen. Top-aktuell und von hoher Bedeutung. Ottmann: „Die Seidenstraße ist das größte Infrastrukturprogramm seit dem Marshall-Plan.“ Sie entwickele sich, quer durch 65 Länder, zu einer Logistikkette „von China bis vor unsere Haustür.“ Entlang der Straße entstünden Industriezentren, da brauche der bayerische Mittelstand Informationen – allgemeine, und nicht zuletzt darüber, wie er in Form konkreter Aufträge profitieren könne.

Deutscher Digitalgipfel

Dass Nürnberg „und nicht Berlin oder München“ den Digitalgipfel der Bundesregierung an Land ziehen konnte, freut Ottmann besonders. Erwartet werden am 3. und 4. Dezember, „zur besten Christkindlesmarktzeit“, neben der Bundeskanzlerin und dem Bundeswirtschaftsminister rund 1500 Konferenzteilnehmer und Medienvertreter aus vielen Ländern.

Trotz aller positiven Weichenstellungen für die Zukunft sieht Ottmann aber aktuell „ein paar dunkle Wolken, die man genau im Blick behalten sollte“, und von denen auch die Erfolgsstory der NürnbergMesse abhänge: Rauere Rahmenbedingungen, ein sinkender Geschäftsklimaindex. „In diesem Jahr geht die Konjunkturparty zwar unvermindert weiter, aber es wird näher am Notausgang getanzt.“ Zudem seien Handelskriege, Zölle und Marktzutrittsbarrieren „Glyphosat für eine blühende Weltkonjunktur“.

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